Aktuelles

"Der Kindsmord zu Schöneck" am Freitag 06.09.2019 um 18.30 Uhr in der Mediathek (Bibliothek) Bürgerzentrum Herzberg
Der Kultur- und Heimatverein Herzberg / E. e.V. lädt alle Interessierten zu einer Buchlesung ein. Diese Veranstaltung entstand in Kooperation mit der Mediathek (Bibliothek) der Stadt Herzberg (Elster).

"Der Kindsmord zu Schöneck" - Eine Spurensuche von Wibke und Siegfried Martin um einen historisch belegten Kriminalfall im Vogtland, mit Bezügen zur Herzberger Gegend.
1715 ersticht die 20-jährige Johanna Elisabeth Müller, Pfarrerstochter aus Schöneck im Vogtland, ihr Neugeborenes. Inzestgerüchte wabern. Wird die Mörderin hingerichtet, wie 17 Jahre vorher eine vermeintliche Brandstifterin, die 14-jährige Maria Meyen?
Der Mord bedroht das Ansehen der evangelischen, lutherischen Landeskirche Sachsens. König und Kurfürst August der Starke greift ein.
Wibke Martin hat zum Geschehen recherchiert und die Verhörprotokolle sowie die dazugehörigen Schreiben erschlossen, soweit sie im Ephoralarchiv Plauen/Vogtland erhalten geblieben sind. Bevor sie aus der umfangreichen Materialsammlung ihren dritten Tatsachenroman formen konnte, ist sie verstorben. Ihr Ehegatte, Siegfried Martin, hat die Rechercheergebnisse zusammengefasst, sie mit Hintergrundinformationen zum überraschenden Ausgang der juristischen Verfolgung des Verbrechens ergänzt und als Buch herausgegeben. Es enthält unter anderem alle vorhandenen Akten, wiedergegeben wie im Original.
Die Lesung ermittelt ein lebensnahes Bild vom Unglück, das über die Pfarrersfamilie hereingebrochen war. Verwiesen wird auf Lebensspuren der Kindsmörderin, die zu ihrem Schwager, Pfarrer zu Prießen, Buchhain, Nexdorf, und zu einem Müller bei Herzberg führen.


Herzberg - Orgel soll nicht mehr lange leiden (Herzberger Rundschau, 31.07.2019)


Die Herzberger Rühlmann-Orgel ist das Glanzstück der Stadtkirche St. Marien. Als solches soll sie auch wieder erklingen. FOTO: LR / Rudow

Herzberg. Besonderes Benefizkonzert für Sanierung der "alten Dame" am 11. August. Familie Gutsche übergibt am Sonntag 5000 Euro. Von Birgit Rudow
Sie leidet - die große Rühlmann-Orgel in der Herzberger Stadtkirche. Und mit ihr viele Musikliebhaber, die Kirchengemeinde und besonders Kantorin Solveig Lichtenstein. Seit 123 Jahren ziert das Instrument die Kirche und ist eine der größten dreimanualigen noch erhaltenen Rühlmann-Orgeln, die nicht umgebaut wurden. Doch jetzt ächzt sie vor allem in der Windanlage und in der Pneumatik. Die Bälge aus Leder sind porös und undicht. Ebenso sieht es bei den mit Leder abgedichteten Zwischenventilen an den kleinen Bleirohren aus, in denen die Luft zwischen Spieltisch und Pfeifen übertragen wird. Alter und klimatische Bedingungen haben dem Material zugesetzt. Die Orgel klingt nicht mehr, wie sie eigentlich klingen sollte. "Es ist des Öfteren schon an ihr rumgeflickt worden. Auch mein Vorgänger Gerhard Noetzel hat die Bälge gerichtet. Aber jetzt ist der Verschleiß so stark, dass sie dringend saniert werden muss", sagt die Kantorin.
Spezialfirma geht ans Werk
Geschehen soll das im kommenden Sommer. Die Arbeiten sind bereits an die Orgelwerkstatt Scheffler in Sieversdorf bei Frankfurt/Oder vergeben. "Die Firma kennt sich mit spätromantischen Instrumenten, deren Funktionsweise sehr speziell ist, sehr gut aus. Da liegt es nahe, dass wir uns im Zuge der Ausschreibung für dieses kompetente Unternehmen entschieden haben", so Solveig Lichtenstein.
90 000 Euro werden benötigt
Bleibt nur noch die Frage, wie die Sanierung finanziert werden kann. Etwa 90 000 Euro sind laut Kostenvoranschlag dafür nötig. Die Kantorin geht aber davon aus, dass es durchaus noch etwas mehr werden könnte. "Deshalb freuen wir uns, dass schon viel Geld zusammen gekommen ist", sagt sie. Der Kirchenkreis und die Landeskirche geben etwas dazu. Beim Landkreis, bei der Sparkassenstiftung und bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sind Fördermittel beantragt. Doch für einen nicht unerheblichen Teil muss die Herzberger Kirchengemeinde selbst aufkommen. Dabei sollen vor allem Spenden helfen.
Familie Gutsche übergibt 5000 Euro
Seit vielen Monaten bereits bittet die Gemeinde bei Konzerten zum Beispiel um Spenden für die Orgelsanierung und die Konzertbesucher sind nicht kleinlich. Einen schönen Einfall hatten kürzlich die Herzberger Gisela und Horst Gutsche. Statt Geschenke und Blumen haben sie zu ihrer diamantenen Hochzeit um Geld für die Orgelsanierung gebeten. Den "Erlös" von sage und schreibe 5000 Euro möchten sie am kommenden Sonntag beim Konzert "Sommer-Serenade" in St. Marien der Kantorin Solveig Lichtenstein und der Leitungskreis-Vorsitzenden Renate Lieback übergeben. "Wir hoffen, dass das Geld dazu beitragen wird, fristgerecht in wenigen Monaten mit der Reparatur der Orgel zu beginnen, damit die Arbeiten im nächsten Jahr abgeschlossen werden können", so Horst Gutsche.
Wunschtitel ersteigern
Zur Finanzierung der Orgelsanierung soll auch ein besonderes Benefizkonzert beitragen, bei dem die Zuhörer das Programm selbst mitgestalten können. Es ist sozusagen ein Wunschkonzert und findet am Sonntag, dem 11. August, um 18 Uhr im evangelischen Gemeindesaal in Herzberg statt. Zwischen 15 Uhr und 17.45 Uhr können sich Musikfreunde einen (oder mehrere) Lieblings-Klassik-Hit(s) aus einer Liste aussuchen und für einen kleineren (oder auch größeren) Betrag ersteigern. Grundgebot sind zwei Euro. Im Angebot sind bekannte und beliebte Stücke aus Barock, Klassik, Romantik und Moderne. Dazu zählen zum Beispiel die Carmen-Ouvertüre, die Petersburger Schlittenfahrt, die Mondscheinsonate, der Radetzkymarsch, der Säbeltanz, die Schicksalssinfonie, die Kleine Nachtmusik, der Hochzeitsmarsch und viele, viele mehr.
Die Stücke, die den höchsten Betrag erbracht haben, werden Solveig und Christopher Lichtenstein zum Konzert dann am Flügel spielen. "Die Idee mit der Ersteigerung der Musiktitel ist nicht neu. Schon viele Kantoren haben auf diese Art und Weise um Mittel für verschiedene Projekte gebeten", so Solveig Lichtenstein.
Aber auch, wer nicht "mitgesteigert" hat, kann an dem Konzert teilnehmen. Der Eintritt ist frei.
Sommerfest der Kirchengemeinde
Das Wunschkonzert ist eingebettet in das diesjährige Sommerfest der Herzberger evangelischen Kirchengemeinde. Wer möchte, kann im Gemeindezentrum vor dem Konzert auch gern einen Kaffee trinken. Der Erlös aus der Versteigerung der Stücke kommt vollständig der Orgelsanierung zugute.
Und vielleicht lässt sich der eine oder andere von diesen Aktionen - seien sie nun privater Natur wie bei Familie Gutsche oder bei Veranstaltungen - zur Unterstützung der Orgelsanierung inspirieren. Jede Spende ist willkommen, damit die Herzberger Rühlmann-Orgel bald wieder in voller Klarheit erklingen kann.
Evangelischer Kirchenkreis Bad Liebenwerda, Kirchenkassen Herzberg, IBAN: DE21 1805 1000 3300 1030 95, Verwendungszweck: Orgel Herzberg


Solveig und Christopher Lichtenstein spielen zum Konzert am 11. August die Titel, die die Musikfreunde im Vorfeld ersteigert haben.
FOTO: LR / CARSTEN HOFFMAN


Diamantene Hochzeit (Herzberger Rundschau, 21.07.2019)
Die Geschenke bekommt die Stadtkirchen-Orgel


Mit der gesamten Familie ging es am Samstag in die Kirche. Horst Gutsche hat die Box für die "Geschenke" unter dem Arm. FOTO: Dieter Müller

Herzberg. Herzbergs Ehrenbürger Horst Gutsche und seine Frau Gisela feierten drei Tage lang ihre diamantene Hochzeit. Von Birgit Rudow
Wenn in Herzberg der Name Gutsche fällt, fragt kaum jemand nach, wer das denn sei. Gisela und Horst Gutsche kennt hier fast jeder. Vielen sind sie als Lehrer aus der Schulzeit noch gegenwärtig. Doch auch Jüngere kennen vor allem Horst Gutsche als Regionalhistoriker, Verfasser von historischen Schriften oder ehemaligen Chef der Herzberger Münzfreunde. Vor zehn Jahren wurde Horst Gutsche zum Ehrenbürger der Stadt Herzberg ernannt. Er und seine Frau standen und stehen oft in der Öffentlichkeit.
Jetzt aber feierten sie ein ganz persönliches Fest - ihre diamantene Hochzeit, und das gleich drei Tage lang. Am 18. Juli 1959 haben Horst und Gisela Gutsche in Dresden, der Heimatstadt von Gisela, geheiratet. Kennengelernt haben sie sich während ihres Lehrerstudiums in Potsdam. Sie waren in einer Seminargruppe. Beachtet haben sie sich aber erst mal nicht. Gefunkt hat es erst später, bei einem damals obligatorischen Studenten-Kartoffelernteeinsatz. "Da haben wir uns viel unterhalten und gemerkt, dass wir in vielen Ansichten übereinstimmen und gleiche Interessen haben", erzählt Gisela Gutsche.
1958 begann Horst seinen Schuldienst in Herzberg. Gisela war erst einmal in Schönewalde, ehe auch sie 1959 an eine Herzberger Schule wechselte. Mit einer gemeinsamen Wohnung hat es nicht gleich geklappt. "Wir wohnten anfangs in der Schliebener Straße oben auf dem Boden, ohne Toilette oder fließend Wasser", erinnert sich Frau Gutsche. 1960 durfte das junge Paar dann am Nikolaustag eine AWG-Wohnung in der Richard-König-Straße beziehen. "Mit Bad - das war für uns unglaublich", so die Frau des Hauses. Die Gutsches wohnen bis heute dort.
1960 kam Sohn Reiner zur Welt, ein Jahr später Tochter Uta. "Eigentlich ist bei uns immer alles gut gegangen. Dafür können wir nur dankbar sein", so Gisela. Beide sind gern und mit Leib und Seele Lehrer gewesen. In ihrer "Schulzeit" haben sie viel erlebt. Besonders gern erinnern sie sich an Ferien- und Abschlussfahrten von Moskau bis Rimini. Auch die Familie ist mit der Zeit immer größer geworden. Zu ihr gehören jetzt acht Enkel und drei Urenkelkinder.
Nachdem Gisela und Horst altersbedingt den Lehrerberuf an den Nagel gehängt hatten, haben sie auf anderen Gebieten neu durchgestartet - vorrangig auf heimatgeschichtlicher Ebene. Ihrer Ehe hat das nie geschadet. Auf die Frage, wie man es 60 Jahre miteinander aushält, antwortet Gisela Gutsche mit diesem Spruch: "Schau mit Liebe und verzeih, Du bist auch nicht fehlerfrei". Man müsse die Macken des anderen auch in Kauf nehmen können, sagt sie.
Den "richtigen" Tag ihrer diamantenen Hochzeit am vergangenen Donnerstag haben die Gutsches im engsten Familienkreis begangen. Am Freitag wurde mit den Münzfreunden gefeiert. Und das große Fest mit der Verwandtschaft fand am Samstag statt - erst Einsegnung in der Kirche und anschließend gemütliche Stunden im BlauHaus. "Viele Familienmitglieder mussten in der Woche arbeiten. Da haben wir die Feier auf das Wochenende gelegt", so Gisela Gutsche.
Sie und ihr Mann sind trotz ihrer 83 Jahre noch fit und aktiv. Gisela vergisst nicht zu betonen, dass sie ein Vierteljahr älter ist als ihr Mann. "Ich hab ihm immer gesagt, er soll sich nicht so eine alte Frau nehmen", sagt sie scherzhaft. Auf Geschenke und Blumen zur "Diamantenen" haben sie bewusst verzichtet. "Wir haben am Samstag an der Kirche eine Box aufgestellt und alle gebeten, statt der Geschenke etwas Geld in die Box zu legen. Alles, was da zusammenkommt, wollen wir für die Restauration der Orgel in der Stadtkirche spenden. Wir selbst werden am Ende noch aufrunden", kündigt das Paar an. So sind sie eben - die Gutsches.


Vorort: 600 Jahre Krassig (13.07.2019 Fotos: D. Müller)

Übergabe der Krassiger Schulchronik

Pflanzen einer Linde


Vereinsfahrt nach Lübbenau (08.06.2019)


Werner Janensch (Herzberger Rundschau, 03.05.2019)
Herzberg und sein Saurierforscher


Gedenktafel am Geburtshaus von Werner Janensch in der Kirchstraße 5 in Herzberg. FOTO: LR / Rudow
Herzberg. Der Beginn der Tendaguru-Expedition jährt sich dieses Jahr zum 110. Mal. Herzberg nimmt dies zum Anlass, an einen großen Sohn der Stadt zu erinnern. Von Birgit Rudow
"Die Dinos sind los - Herzberg auf Saurierexpedition" - so lautet das Motto des Thementages beim Tierparkfest, der am Sonntag um 11 Uhr startet. Schon das gesamte Jahr über taucht der Dinosaurier namens "Brachiosaurus brancai" in der Stadt immer mal wieder auf. Und das aus gutem Grund. 1909 begannen die Ausgrabungen am Tendaguru-Hügel im heutigen Tansania. Jeder kennt das Ergebnis - die ausgegrabenen Saurierskelette sind heute im Naturkundemuseum in Berlin zu bewundern, auch der 13 Meter hohe Brachiosaurus brancai. Die Tendaguru-Expedition im damaligen Deutsch-Ostafrika stand unter der Leitung des Paläontologen Werner Janensch, der am 10. November 1878 im Haus Kirchstraße 5 in Herzberg geboren wurde.
Ausstellung wird vorbereitet
Den 110. Jahrestag des Beginns der Expedition nimmt die Stadt Herzberg zum Anlass, sich intensiver mit dem berühmten Sohn ihrer Stadt zu befassen. Das ist auch der Grund für das Motto zum Thementag beim Tierparkfest.
Höhepunkt der Janensch-Ehrung und des "Dino"-Jahres wird im Herbst eine Ausstellung in Herzberg in Zusammenarbeit mit dem Naturkundemuseum Berlin sein, wie es sie zu Werner Janensch noch nicht gab. Intensiv kümmern sich darum unter Schirmherrschaft von Bürgermeister Karsten Eule-Prütz Susanne Wegner, Mitarbeiterin für Marketing bei der Stadtverwaltung, und Mediathek-Chef André Kessler. Ins Boot geholt haben sie den freiberuflichen Historiker Dr. Mario Huth aus Jeßnigk. Er berät die Stadtverwaltung, durchforstet Archive, wertet Quellen aus und wird die Inhalte der Ausstellung zusammenstellen. "Wir wollen versuchen, die Lebensstationen von Werner Janensch nachzuvollziehen", so Mario Huth.
Über den Menschen Werner Janensch seien die Überlieferungen nicht sehr üppig. Er sei ein sehr introvertierter Mann gewesen, so der Historiker. In Herzberg finden sich im Pfarrarchiv Hinweise auf Geburt und Taufe. In der Schulchronik wird er erwähnt, und auch in seiner Dissertation, von der Mario Huth eine gedruckte Version ersteigert hat, nimmt Janensch Bezug zu Herzberg. Der Vater war in der Stadt Amtsrichter. Nach Werners Elementarschulzeit hatte die Familie Herzberg aber verlassen. Mario Huth hofft, eventuell über die Geschwister von Janensch (er selbst war kinderlos) etwas über dessen Persönlichkeit in Erfahrung zu bringen.
Reichhaltiger wissenschaftlicher Nachlass
Über den Wissenschaftler Werner Janensch ist in den Archiven mehr zu erfahren. Mario Huth hat das Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften aufgesucht, die Janensch 1911 die Leibniz-Medaille verliehen hat. Erst in dieser Woche war er wieder im Archiv des Naturkundemuseums. Vor einigen Wochen besuchten Dr. Daniela Schwarz und Dr. Oliver Hampe vom Museum die Stadt Herzberg, um über die Ausstellung zu sprechen. "Es ist eine sehr interessante und gute Zusammenarbeit mit dem Museum. Der Nachlass zu Janensch ist reichhaltig und ich kann in den Archiven schauen, was sich zu dem Wissenschaftler finden lässt und was wir für unsere Zwecke verwenden können", so Mario Huth.
Bekannt ist, dass Janensch bis zu seinem Lebensende 1969 an der Auswertung seiner Expeditionen gearbeitet hat. Abgeschlossen ist sie bis heute nicht, so Mario Huth.
"Als Paläontologe ist Werner Janensch eine Person von wissenschaftlichem Weltrang", sagt der Historiker. Die Herzberger könnten stolz sein, dass er ein Sohn ihrer Stadt ist. Die Ausstellung soll sie mit seiner Arbeit und seiner Person vertraut machen. "Sicher können wir viele Aspekte bis zum Herbst nur an der Oberfläche streifen. Aber man kann sie ja später vertiefen", sagt Mario Huth. Ihm schwebt vor, eine Ausstellung zu Werner Ernst Martin Janensch dauerhaft in Herzberg zu etablieren.


600-Jahrfeier in Krassig verschoben (Herzberger Rundschau, 30.04.2019)
Krassig (red/ru). Die für Samstag, den 4. Mai, um 15 Uhr vorgesehene Jubiläumsveranstaltung anlässlich der 600-Jahrfeier von Krassig muss verschoben werden, informiert Jessica Kessel von der Stabsstelle Marketing des Amtes Schlieben. Die Feier findet voraussichtlich am Samstag, den 13. Juli, statt. An dem Juli-Wochenende feiern die Krassiger ihr Dorffest. Zur Jubiläumsfeier soll die Schulchronik übergeben und eine Linde gepflanzt werden. Erst kürzlich hatte Timo Andreas beim Herzberger Heimatverein einen Vortrag über Krassigs Dorf- und Schulgeschichte gehalten.


Regionale Geschichte (Herzberger Rundschau, 26.04.2019)
Neues Buch: "Herzberg unterm Hakenkreuz"

Timo Andreas stellte dem Autorenteam diese zeitgenössische Abbildung zur Verfügung: Unterhalb der Rathausuhr ließ ein Holz-Hakenkreuz erkennen, wie die Uhren während der NS-Diktatur in Herzberg tickten. FOTO: privat
Herzberg. Ulf Lehmann und Stephanie Kammer forschen über die Zeit des Dritten Reiches in der Region Herzberg.
(red/ru/) Die Herzberger Ulf Lehmann und Stephanie Kammer arbeiten derzeit intensiv an einer Dokumentation über die Zeit des Dritten Reiches in der Region Herzberg. "Noch immer herrscht unbehagliches Schweigen, wenn es um die dunklen Kapitel der hiesigen Geschichte geht. Erhängte Zwangsarbeiter, auf der Flucht Erschossene, drangsalierte Pfarrer und Christen, internierte Sozialdemokraten und Kommunisten - das alles gab es in der Region Herzberg", so Stephanie Kammer. Bisher sei dieses Thema jedoch nur spärlich beschrieben und wenig öffentlich diskutiert worden. Mit dieser bruchstückhaften Erinnerungskultur über die Zeit zwischen 1933 und 1945 in der Region Herzberg solle nun Schluss sein, beschreibt sie das Ziel der Veröffentlichung.
"Wer an Herzberg und die Nazi-Zeit denkt, hat oftmals die gleichen klischeehaften Bilder im Kopf: Olympische Fackelläufer am Heitern Blick, der Deutschlandsender III, die 750-Jahrfeier. Vielleicht noch legendenhafte Anekdoten, wie Hermann Göring in die "Gottesgabe" in Friedrichsluga einkehrte und ein paar Straßenarbeitern in klirrender Kälte ein warmes Getränk ausgab. Am Ende Bombardierungen, die gesprengte Eisenbahnbrücke und weiße Laken am Kirchturm", sagt die Verlegerin.
Während in der Vergangenheit schlaglichtartig über Ereignisse, Personen und Verbrechen des Dritten Reiches geschrieben worden ist, soll jetzt genau 80 Jahre nach dem Kriegsbeginn eine reich illustrierte Gesamtdarstellung dieses Zeitabschnittes erscheinen. "Den besonderen Charakter erhält die Dokumentation durch ihre Vielschichtigkeit. Neben politischen und gesellschaftlichen Themen widmen wir uns vor allem der Alltagsgeschichte. Dank jahrzehntelangen Sammelns und der Zusammenführung von Fotos und Dokumenten aus verschiedenen Nachlässen entsteht so ein Zeitbild, das Herzberg von der Machtergreifung bis zum Kriegsende erschütternd dicht porträtiert", so Stephanie Kammer. Neue Erkenntnisse über den Umgang mit Ausländern, mit verfolgten Glaubensgemeinschaften, über organisierten Widerstand durch die bekennende Kirche werden ebenfalls in Wort und Bild beleuchtet. Dazu das ganz "normale" Leben: Schwimmbadbau, Zirkus, Rathaussanierung, Eiswinter, Schulfeste.
Die Dokumentation wird den Titel "Herzberg unterm Hakenkreuz" haben. Sie soll im kommenden Jahr auch ein Ausgangspunkt für Schulprojekte und andere Veranstaltungsformate im Landkreis Elbe-Elster werden. Dazu führten Ulf Lehmann und Stephanie Kammer bereits erste Gespräche. "Passend zur Kulturlandkampagne im Land Brandenburg 2020, das unter dem Motto ‚Krieg und Frieden' steht", blickt schließlich Ulf Lehmann voraus. "Über die Leihgaben und die Zuarbeiten etlicher Geschichtsfreunde haben wir uns sehr gefreut. Unsere Forschungsarbeit hat davon sehr profitiert", fügt Stephanie Kammer dankend hinzu.
Wer noch Fotos, Dokumente oder Sachquellen beisteuern möchte, kann sich jederzeit bei Ulf Lehmann und Stephanie Kammer melden. Unter 03535 248779 und via buecherkammer@gmail.com ist ein Kontakt jederzeit möglich. Eine öffentliche Buchpräsentation ist für den 1. September 2019 geplant.
(ru)


Toller Vortrag (Herzberger Rundschau, 19.04.2019)
Krassig feiert seine Ersterwähnung nun am 4. Mai

Bestandteil der Schulchronik von Krassig ist dieser Wimpel. FOTO: LR / Gutsche
Krassig. Vortrag zur Schulchronik von Timo Andreas hat die Zuhörer in Krassig begeistert.
Mehr als 40 Interessenten erlebten kürzlich einen Heimatabend der Extraklasse mit erklärtem Grund in Herzbergs Gaststätte "Wolfsschlucht". Die Vorsitzende des veranstaltenden Herzberger Kultur- und Heimatvereins Martina Heidrich war überwältigt, mehr Gäste als Mitglieder begrüßen zu können, unter ihnen Schliebens Bürgermeisterin Cornelia Schülzchen und Amtsdirektor Andreas Polz. Die Gäste kamen unter anderem aus Malitschkendorf, Dubro, Jeßnigk, Hohenbucko, Schlieben und natürlich aus Krassig.
"Sie hörten und sahen einen hoch interessanten, reich bebilderten Vortrag von Timo Andreas über Krassigs Dorf- und Schulgeschichte", so Horst Gutsche vom Heimatverein. Der Vortrag war gespickt mit begeisterten Zwischenrufen zum Beispiel bei alten Schulfotos. Timo Andreas hatte sehr viel Bildmaterial zusammengetragen und konnte seine Ausführungen auch mit authentischen Geschichtchen würzen, die er seiner Großmutter abgelauscht hatte. Sie ist die hoch betagte Krassiger Bürgerin, die die historischen Bände der Schulchronik, den Wimpel vom großen Schultreffen des Kreises Schweinitz 1929 und manch andere Dokumente bewahrt hat. Kräftiger Beifall am Ende der Veranstaltung belohnte nicht nur die Arbeit von Timo Andreas, sondern dokumentierte den Wunsch nach Fortsetzung und Vertiefung der Würdigung dieses kleinen Ortes.
Die Antwort auf die zuvor gestellte Frage, ob aus dem kleinen Projekt "Schulchronik von Krassig" angesichts des Jubiläums "Ersterwähnung von Krassig im Jahre 1419" noch mehr werden könnte, soll es nicht erst nach Monaten geben. Beflügelt von der Begeisterung an diesem Abend erklärten sich die beiden Ehrengäste bereit, mit Unterstützung der Krassiger eine kleine Geburtstagsfeier auszurichten. Die neue Broschüre zur Schulchronik avanciert damit zur kleinen Festschrift. Nach dem langem Abend verabschiedete man sich mit einem "Auf Wiedersehen in Krassig am 4. Mai" - vielleicht beim Pflanzen einer Linde, so Horst Gutsche. (ru)


Heimatgeschichte (Herzberger Rundschau, 30.03.2019)
Krassig und Schulchronik Thema beim Heimatverein
Herzberg. Dienstag Informations- und Diskussionsveranstaltung.
Zu Dienstag, 19 Uhr, lädt der Herzberger Kultur- und Heimatverein wieder zu einer Veranstaltung in die Gaststätte "Wolfsschlucht" in Herzberg ein. Diesmal geht es Krassig und seine Schulchronik, teilen Timo Andreas und Horst Gutsche vom Vereinsvorstand mit.
Hatte dieses Hundertseelendorf Krassig nahe Schlieben wahrhaftig jemals eine eigene Schule? Warum wird die Chronik jetzt zum heimatgeschichtlichen Thema? Weshalb befasst sich ausgerechnet der Herzberger Kultur- und Heimatverein mit der Materie? Wann wurde die Chronik geführt? Was steht darin geschrieben? Ist sie gar ein gutes Spiegelbild ihrer Zeit und eine Quelle für einen Teil der Dorfgeschichte? Wie kann man den Inhalt nachlesen?
Auf einen Teil der Fragen sei hier geantwortet. In der Hauptsache sind sie Thema des Vereinsabends, zu dem alle Interessenten herzlich eingeladen sind.
Zum Glück hat eine betagte Krassiger Bürgerin die zwei alten abgegriffenen Bücher gerettet und über die Zeit von Jahrzehnten aufbewahrt, so Horst Gutsche. Der Enkel der Krassigerin, ein Mitglied des Herzberger Vereins, hat aus dem Inhalt erfahren wollen. Deshalb hat ein weiteres Vereinsmitglied den Text lesbar gemacht, so dass im Herzberger Regionalverlag BücherKammer jüngst eine ansehnliche Broschüre entstanden ist. Dort, im Drandorfhof und beim Verein ist sie ab sofort für 8 Euro zu erwerben.
Der Text ist geeignet, über die dienstliche und soziale Stellung des Lehrers in vergangenen Zeiten zu diskutieren, über die Schulausstattung einst und heute, über Unterrichtsfächer und manches mehr. Doch im ersten Teil der Veranstaltung wird ein bebilderter Vortrag mit alten Schulfotos, Dokumenten und manchen Utensilien für einige Überraschungen sorgen.
Ob aus dem kleinen Projekt "Schulchronik von Krassig" angesichts des Jubiläums "Ersterwähnung von Krassig im Jahre 1419" noch mehr werden könnte, werden die nächsten Monate zeigen, so Horst Gutsche.


Der 90 Jahre alten Wimpel, der in der Krassiger Schulchronik genannt ist. FOTO: LR / Gutsche


Einladung des Kultur- und Heimatverein Herzberg/E. e. V. (HERZEIGER, Nr. 4, 22.02.2019)
Der Kultur- und Heimatverein Herzberg/E. e. V. lädt alle Vereinsmitglieder und Interessierten zu unserer nächsten Veranstaltung ein.
05.03.2019 um 19 Uhr in die Gaststätte Wolfsschlucht Herzberg, Filmvorführung zum Thema Kaxdorf spielt Theater "Die Glocke".
Eintritt frei.
Der Vorstand


Schulchronik von Krassig 1881 - 1933
Neue Heimatliteratur 2019: Broschüre "Schulchronik von Krassig 1881 - 1933", Timo Andreas und Horst Gutsche (Hrsg.).

Oben genannte Chronik wird Gegenstand eines Vortrages bzw. einer Diskussionsrunde zum Thema Schulchroniken
am 02.04.2019 um 19 Uhr in der Wolfsschlucht sein (siehe Terminplan).


Elbe-Elster-Kulturpreisträger 2018 (Herzberger Rundschau, 16.02.2018)
Eine Kulturmanagerin, die es versteht, andere mitzureißen

Den "Preis für Heimatpflege" bekommt Heike Drobner. FOTO: Sven Gückel

Herzberg. Dr. Heike Drobner bekommt den "Preis für Heimatpflege" des Landkreises Elbe-Elster 2018.
"Für manche Menschen ist Kultur lebensnotwendig. Sie brauchen Musik, Kunst und Theater genauso sehr wie Sonnenschein und Frischluft. Kommt dann noch der Wunsch hinzu, selbst kreativ zu werden - zu singen, zu musizieren, zu forschen und zu spielen - dann wächst eine eigene üppige Kulturaura um diese Menschen herum. Besitzen sie obendrauf noch zwischenmenschliches Geschick, dann reißt die kulturelle Umtriebigkeit eines Einzelnen unweigerlich Freunde und Bekannte mit. Eine ihrer fleißigsten und vielseitigsten Vertreter heißt Dr. Heike Drobner", so hieß es am Freitag bei der Verleihung des Kulturpreises des Landkreises Elbe-Elster für Heimatpflege 2018.
Von Kindesbeinen an mache es ihr Freude, bei Festen und Veranstaltungen andere Menschen zu unterhalten und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Als Jugendliche habe sie in Herzberg die Theatergruppe "Pflastersteine" gegründet. Mit Daniela Uhlig, Reinhard Straach und Sylvius Wegner zusammen, etablierte sie so Herzbergs erstes Straßentheater und erfreute viele Jahre das Publikum bis in die Partner- und Nachbarstädte.
Die Laudatio würdigt: "Sie liebt es, Theater zu spielen und zu inszenieren. Beispielsweise in der Hauptrolle im Reformationstheaterstück ,Mein Licht - Der Aufbruch der Anna zu Herzberg'. In guter Erinnerung bleibt auch das von ihr selbst geschriebene und inszenierte Stück ,Das Leben und Wirken des Johannes Clajus'. Sie schlüpfte dabei in die Rolle der Ehefrau von Clajus und behielt, wie so oft im wirklichen Leben auch, als (Kultur-)Managerin des Großen und Ganzen die Strippen fest in der Hand. Einen festen Platz im Kulturleben Herzbergs nehmen zudem die weihnachtlichen Märchenaufführungen ein, die von ihr seit über 20 Jahren organisiert werden."
Heike Drobner engagierte sich im Kultur- und Heimatverein Herzberg (Elster) e.V. und war dessen Vorsitzende. Sie ist Gründungsmitglied und aktiver Initiator des Kunstkreises Herzberg. Bis März 2018 leitete Heike Drobner als Musiklehrerin das Orchester des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums. Aktuell ist sie mit ihrer neuen Musikformation Doctors' Bluesband kulturell unterwegs.
Ihre Doktorarbeit schrieb Heike Drobner über das Leben und Wirken von Johannes Clajus. In Folge sei es zur Namensgebung der Grund- und Oberschule Johannes Clajus gekommen. Sie erarbeitete - ohne Mentor und fremden Geldsegen - eine Ausstellung zum Leben von Clajus.
(pm/leh)


Termine (Herzberger Rundschau, 04.02.2019)
Mitgliederversammlung des Heimatvereins
Herzberg. Der Herzberger Kultur- und Heimatverein trifft sich am Dienstag, 5. Februar, zu seiner jährlichen Mitgliederversammlung in der Gaststätte "Zur Wolfsschlucht". Auf der Tagesordnung stehen der Geschäfts- und Kassenbericht für 2018 und der Bericht der Kassenprüfer.
Danach soll es um die diesjährigen Vorhaben gehen. Alle Mitglieder sind herzlich eingeladen, mitzudiskutieren und Vorschläge zu unterbreiten.
(red/sk)


Was in diesem Jahr stattfinden soll (Herzberger Rundschau, 03.02.2019)
Herzberg schnürt den Kulturkalender 20190

Das Herzberger Tierparkfest findet vom 1. bis zum 5. Mai statt. FOTO: LR / Rudow
Herzberg. Zahlreiche Veranstaltungen vom Tierparkfest bis zum Bauernmarkt sorgen für Abwechslung.

Die Stadt Herzberg hat ihren Kulturkalender für das Jahr 2019 geschnürt. Die Leiterin des Teams Kultur und Generationen der Stadt, Karin Jage, hat ihn den Mitgliedern des Ausschusses für Bildung, Kultur, Jugend und Sport am vergangenen Donnerstag kurz vorgestellt. "Es kann wohl niemand behaupten, dass in Herzberg nichts los ist", sagt sie. Konzerte, Theater, Feste, Freiluftveranstaltungen, Buchpräsentationen und Ausstellungen gibt es in Herzberg in diesem Jahr wieder reichlich. Im Kulturkalender, der demnächst auch auf der Internetseite der Stadt verfolgt werden kann, finden sich auch verschiedene Veranstaltungen in den Ortsteilen.
Höhepunkte sind traditionelle Veranstaltungen wie das Tierparkfest vom 1. bis 5. Mai, das Abschlusskonzert des Abiturjahrgangs des Melanchthon-Gymnasiums am 10. März oder der Bauernmarkt am 28. September. Die Stadt widmet sich in diesem Jahr vorrangig dem Expeditionsforscher Werner Janensch. Dazu wird es eine Ausstellung und Vorträge geben, die aber noch nicht genau terminisiert sind. Im Botanischen Garten findet 17. August wieder das Sommertheater statt, für den 11. August ist ein Fontane-Picknick geplant und zum 24. August wird zum großen Gewerbegebietsfest eingeladen.
Zahlreiche Konzerte in Kirchen unter Federführung der evangelischen Kirchengemeinde sollen auch dazu dienen, Spenden für die Sanierung der Rühlmann-Orgel und der Katharinenkirche zu sammeln. Dazu gibt es zum Beispiel ein Benefizkonzert "Musikschulen öffnen Kirchen" am 24. März im Gemeindesaal und am 26. Mai in der Kirche Frauenhorst. Am 7. April geben Solveig und Christopher Lichtenstein gemeinsam ein Konzert. Ein Höhepunkt sind auch die Feierlichkeiten "750 Jahre Frauenhorst" im August.
Schon jetzt fast komplett ausgebucht sind die "Rettet Reinhard"-Vorstellungen der Herzberger Theatergruppe. Und auch in diesem Jahr steht wieder Sommerkino auf dem Plan - die 10. Auflage - am 23. August. Die BücherKammer und die Mediathek bieten Buchpräsentationen an. Der Heimatkalender wird am 13. November vorgestellt.
Die Aufzählung ist längst nicht vollständig. Der Kalender kann jederzeit mit weiteren Terminen gefüllt werden. Neben den rein Herzberger Veranstaltungen gibt es noch zahlreiche Aktivitäten in den Ortsteilen und Vereinen. Hinzu kommen die kulturellen Höhepunkte im Landkreis Elbe-Elster, an denen auch die Region beteiligt ist, wie die Kulturjahreseröffnung am 15. Februar im Refektorium Doberlug, die LiteraTour im Landkreis im März, die Berufskunstausstellung in Werenzhain ab 1. Mai, das Best-of-Konzert der Musikschule am 3. März in Bad Liebenwerda oder der Kreisheimatkundetag am 16. November im Schloss Grochwitz. Terminisiert ist im Kulturkalender der Stadt übrigens auch der Herzberger Weihnachtsmarkt, und zwar traditionell für den zweiten Advent vom 6. bis 8. Dezember.
(ru)


Der grüne Dino, der schon letztes Jahr im Herzberger Stadtbild zu sehen war, überwintert zur Freude der Kinder im Tourismuspunkt. FOTO: LR / Rudow

Das Museum wird die Ausstellung in Herzberg nach seinen Möglichkeiten vor allem mit Exponaten unterstützen. Nicht mit Originalen, was schon aus Sicherheitsgründen nicht in Frage kommt, aber mit täuschend echten Nachbildungen zum Beispiel von einem etwa 170 Zentimeter großen Schulterblatt des Brachiosaurus brancai, das zum erstklassigen Fotomotiv werden dürfte.
Susanne Wegner und André Keßler sind jetzt dabei, ein Konzept für die Ausstellung zu erstellen. "Wir sind keine Profis, aber wir werden sie in drei Themenbereiche untergliedern - einen zur Person von Werner Janensch, einen zur Tendaguru-Expedition und einen weiteren zu wissenschaftlichen Exponaten, wie Janenschs Präparationen zum Beispiel", sagt Susi Wegner. Oliver Hampe jedenfalls war begeistert von der Idee. André Keßler ist überzeugt, dass sich auch das Museum weitere Kenntnisse aus dem Leben von Werner Janensch von den Aktivitäten in Herzberg erhofft. Die Forschungen zur Tendaguru-Expedition sind noch lange nicht beendet.
Die Wissenschaftler haben auch Vorträge und eine Buchvorstellung in Herzberg angeboten. Erst im Dezember 2018 ist das Buch "Dinosaurierfragmente - zur Geschichte der Tendaguru-Expedition und ihrer Objekte 1906 bis 2018" erschienen. Es beleuchtet die Expedition aus verschiedenen Gesichtspunkten bis hin zu der Frage, wem das Material eigentlich gehört, das Werner Janensch damals nach Deutschland bringen ließ. Janensch selbst hat noch bis zu seinem Tod an den Objekten geforscht. Mit einem Passierschein soll er dafür fast täglich von Westberlin in den Ostteil der Stadt gekommen sein.
Auf die Herzberger und viele andere Interessierte wartet jedenfalls (voraussichtlich im August oder September) eine spannende Ausstellung. Doch das soll noch nicht alles zu diesem Thema gewesen sein. "Wir möchten viele Herzberger von Werner Janensch und seinem Wirken begeistern und somit dem Paläontologen und Forschungsreisenden einen Stellenwert in der Stadt geben, den er verdient", sagt Susanne Wegner.
Und das soll schon bei den Kleinsten beginnen. So hat es bereits erste Aktionen in Kindergärten gegeben. In der Kita "Kuschelbär" wurde jüngst eine Geburtstagsfeier unter das Thema "Dinosaurier" gestellt. Die Hortkinder haben Dinos gebastelt und gemalt. Ein großer Malwettbewerb an den Schulen ist geplant. Der Thementag des diesjährigen Tierparkfestes wird unter dem Dino-Motto stehen. Die Mediathek will den Dinosauriern mit Belletristik und Sachliteratur einen ganzen Bereich widmen - für die Großen wie auch für die Kleinen. "Das Thema bietet so viel Potenzial. Es wird Zeit, dass es in Herzberg mal genutzt wird. Und es wird bestimmt über Jahre reichen", meint André Keßler.


Für einen großen Sohn der Stadt Herzberg auf dem Weg ins Dino-Land (Herzberger Rundschau, 29.01.2019)

Diese Tafel am Haus in der Kirchstraße 5 in Herzberg erinnert an das Geburtshaus von Werner Janensch in Herzberg. Gestiftet haben sie Gisela und Rudolf Klaus. FOTO: LR / Rudow

Herzberg/Berlin. Das Jahr 2019 wird dem großen Sohn der Stadt, dem Expeditionsforscher Werner Janensch, gewidmet. Das Berliner Naturkundemuseum hilft bei der Ausstellung. Von Birgit Rudow
"Im zentralen Lichthof zeigt das Museum für Naturkunde Fossilien von Tieren und Pflanzen aus der späten Jurazeit. Eine Vielzahl der ausgestellten Objekte stammt aus einer der bedeutendsten paläontologischen Expeditionen am Tendaguru-Hügel, im heutigen Tansania. Zwischen 1909 und 1913 fanden Wissenschaftler des Museums unter Leitung des Paläontologen Werner E. M. Janensch (1878-1969) rund 230 Tonnen Knochen. Es ist die erfolgreichste Dinosaurier-Grabung aller Zeiten. Noch heute stehen die Funde dieser Expedition im Fokus der Forschung des Museums." So wirbt das Museum für Naturkunde in Berlin auf seiner Internetseite in höchsten Tönen für seine Saurierwelt, die täglich die Besucher in ihren Bann zieht. Fast jeder kennt das 13 Meter hohe Skelett des Brachiosaurus brancai. Da dürften die Herzen der Herzberger höher schlagen. Denn benannter Werner Janensch ist ein Sohn ihrer Stadt - geboren am 10. November 1878 im Haus Kirchstraße 5.
An dem Gebäude erinnert eine Tafel an ihn. Für die meisten Herzberger aber ist Werner Janensch bis heute ein Unbekannter. Dabei hat es immer wieder Aktivitäten gegeben, den Bürgern die Person Werner Janensch und dessen Wirken näher zu bringen. Erinnert sei an den Beitrag von Dr. Olaf Meier im Heimatkalender 2009 oder an das Ansinnen, einen original Fußabdruck des Brachiosaurus brancai im Stadtpark aufzustellen, woraus bisher jedoch nichts geworden ist.
Jetzt, zum 110. Jahrestag der Tendaguru-Expedition, nimmt die Stadt erneut Anlauf, eine ihrer größten Persönlichkeiten in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Das Jahr 2019 steht in Herzberg im Zeichen von Werner Janensch. Höhepunkt soll eine Ausstellung im Bürgerzentrum sein. Deshalb haben sich Susanne Wegner, zuständig für Stadtmarketing, und der Leiter der Mediathek André Keßler vergangene Woche auf den Weg nach Berlin ins Naturkundemuseum gemacht. Sie wollten herauszufinden, ob das Museum den Herzbergern bei der Ausstellung behilflich sein könnte. "Eigentlich haben wir gedacht, ehrfürchtig um Hilfe betteln zu müssen. Deshalb waren wir total erstaunt, wie aufgeschlossen die Mitarbeiter, allen voran der Kurator für fossile Säugetiere und Geologie Dr. Oliver Hampe, uns und unserem Ansinnen gegenüber standen", erzählt Susanne Wegner. Die Wissenschaftler würden alle voller Hochachtung von Werner Janensch und seiner Arbeit sprechen, ergänzt André Keßler. "Für die Fachwelt ist er ein großer Name", sagt er.


Weihnachtsstimmung in Herzberg (Herzberger Rundschau, 105.12.2018)
Herzberg startet rockig

Weihnachtliche Dekorationsartikel kann man auf dem Rathausdachboden kaufen. Am Stand der Christlichen Gemeinde Herzberg fließen die Erlöse in ein Schulprojekt in Haiti. FOTO: LR / Rico Meißner

Herzberg. Der zweite Advent ist in Herzberg dem Weihnachtsmarkt vorbehalten. Dafür brauchen die Herzberger keinen Kalender mehr. Am Freitagabend geht es los. Wer möchte, kann aber auch schon am Donnerstag kommen. Von Birgit Rudow
Der Herzberger Weihnachtsmarkt startet rockig. Und zwar bereits am Freitagabend für alle, die mit Freunden, Nachbarn oder Verwandten einfach gemütlich einen Glühwein oder ein Bier trinken und einen Schwatz machen möchten. So soll es auch diesmal am Freitagabend ab 18 Uhr sein. Es spielt die Gruppe "Turn Away".
Am Samstag schneidet Karsten Eule-Prütz um 14 Uhr zum ersten Mal als Bürgermeister den großen Weihnachtsstollen an. Da dürfte er schon Schwierigeres gemeistert haben. Gebacken hat den Stollen die Bäckerei & Café Plätzchen. Das Programm der Kinder vom städtischen Hort und ein Konzert der "Schlagfertigen" (17 Uhr) runden den Samstag ab. Pfiffis Musikanten sorgen für den musikalischen Part und der Weihnachtsmann und seine Engel sind auf dem Markt unterwegs und verteilen kleine Gaben. Im Tourismuspunkt in der Stadtkirche öffnet das Weihnachtspostamt. Und wer sich für die Geschichte des Fußballs in Herzberg interessiert, kann sich im Rathaus-Turmzimmer eine Ausstellung des Kultur- und Heimatvereins dazu anschauen. Auf dem Rathausdachboden gibt es so manchen Geschenketipp und auch ausgesonderte Bücher aus der Mediathek. Am Sonntag lädt der Männerchor traditionell zum Adventssingen der Chöre in die Kirche ein. Das Konzert beginnt um 16 Uhr.
Und was hat es nun mit dem Donnerstag auf sich? Da lädt die Stadt von 16 bis 20 Uhr zum Weihnachtszauber in den Botanischen Garten ein. "Dezemberhafte SchauPlätzchen" nennt sich diese Aktion der Arbeitsgemeinschaft "Städte mit historischen Stadtkernen". Weihnachtsmusik, Kerzen und Feuerschalen verwandeln den Vorgarten der Marxschen Villa in eine Weihnachtswelt mit Feuerspuckern, sphärischen Klängen und Leckereien. Herr Marx führt im Kerzenschein durch seinen Garten. Groß und Klein können sich mit einer Filmvorführung in die Herzberger Weihnachtszeit von damals entführen lassen. Der Nikolaus begrüßt alle zu einer Lesung.


Herzberg: Noch mehr Buden auf dem Herzberger Weihnachtsmarkt (Herzberger Rundschau, 05.12.2018)
Herzberg. Auch die Partnerstadt Soest ist wieder dabei.
Für den Herzberger Weihnachtsmarkt ist alles vorbereitet. Weil sich für dieses Jahr noch mehr Händler angesagt haben und die Buden des Gewerbevereins nicht ausreichen, greift Schönewalde den Herzbergern mit vier Buden unter die Arme. Am Donnerstag werden sie auf dem Markt aufgestellt. Dann kommen auch die Schausteller zum Aufbauen. "In diesem Jahr ist es auf dem Markt etwas enger und kuschliger", so der Chef des Herzberger Gewerbevereins Volkmar Tietze. Ihm gefällt besonders der Weihnachtsbaum, der besonders gut geraten ist.
Am Freitag geht es dann ab 18 Uhr mit Live-Musik der Band "Turn Away" los. Samstag wird um 14 Uhr der große Stollen angeschnitten. Die Kinder vom städtischen Hort führen ein Programm auf und um 17 Uhr geben die "Schlagfertigen" ein Weihnachtskonzert. Zu Sonntag lädt der Herzberger Männerchor um 16 Uhr traditionell zum Adventssingen der Chöre in die Kirche ein. Auf dem Rathausboden herrscht emsiges Treiben. Der Heimatverein zeigt seine Fußballausstellung und das Weihnachtspostamt im Tourismuspunkt ist geöffnet. Wieder in Herzberg dabei ist auch die Partnerstadt Soest mit ihrem Stand. Hier kann man sich mit Likör und Weihnachtsbier eindecken. "Wir freuen uns sehr, dass die Soester kommen. Das ist eine schöne Tradition", so Tietze. Schon am Donnerstag kann man sich auf den Weihnachtsmarkt einstimmen: Um 16 Uhr beginnt die Adventsaktion am Botanischen Garten.


Herzbergs Heimatkalender 2019 (Herzberger Rundschau, 19.11.2018)
Geschichten-Jäger brauen wieder exotische Mischung
Herzberg. Herzberger Heimatkalender wird am Mittwoch vorgestellt.
Nachdem es im vergangenen Jahr eine leicht "abgespeckte" Version des Heimatkalenders gegeben hat, mit der die Kulturleute der Stadtverwaltung für die obligatorischen Kalendermacher eingesprungen sind, gibt es in diesem Jahr wieder eine "normale" Kalenderausgabe. Christian Poser und Stephanie Kammer vom Verlag BücherKammer haben sich wieder ordentlich ins Zeug gelegt, sich als Geschichten-Jäger betätigt und die eingesandten Beiträge vieler Autoren zu einem Kalendarium zusammengefasst und gestaltet. Die Rezeptur, so werben sie, ist exotisch. Man nehme echten Herzberger Camembert, füge einen fast 100 Jahre zurückliegenden Mordfall hinzu, richte alles mit persönlichen Erinnerungen aus vier Gesellschaftssystemen an und serviere diese gewagte Mischung mit Aktuellem aus dem Leben einer Extrempaddlerin, einer Schauspielagentin und einer zahmen Waldohreule namens Helmut. Und fertig ist der Heimatkalender für die Region Herzberg.
Die Heimatkalenderausgabe 2019 liegt druckfrisch vor und wird am Mittwoch, dem 21. November, ab 19 Uhr im Bürgerzentrum der Stadt präsentiert.
Eingeladen sind alle interessierten Geschichten-Jäger und alle Freunde der Stadt. Reinhard Straach plaudert aus dem Nähkästchen über die international erfolgreichste Wettkampfkanutin und deren familiäre Liebesgaben in Form von Kaugummi. Herzbergs musikalische Neuentdeckung, die Doctors Blues Band, wird ebenfalls an diesem Abend zu hören sein. Dazu verspricht ein Kurzfilm über Helmut, die Waldohreule, seltene Einblicke in die Herzberger Tierwelt. Frühes Kommen verspricht den aufgeschlossenen Geschichten-Jägern gute Plätze. (ru)


Neuerscheinung - Dieses Notgeld gab es zwischen 1917 und 1945 (Herzberger Rundschau, 14.11.2018)


Für Menschen, die sich speziell für Notgeld interessieren, aber auch für Leute, die in Sachen Heimatgeschichte oder Numismatik nicht so gut bewandert sind, ist das Buch eine interessante und aufschlussreiche Zusammenfassung. FOTO: LR / Rudow
Herzberg. Herzberger Heimatforscher Ulf Lehmann gibt neues Buch heraus. Der Autor hat sich damit einen lang gehegten Wunsch erfüllt.
Von Birgit Rudow
Der Herzberger Regionalhistoriker und Vorsitzende des Vereins Herzberger Münzfreunde Ulf Lehmann hat ein neues Buch herausgegeben. "Notgeld Elbe-Elster: Notgeld und Geldersatz aus Papier in den ehemaligen Kreisen Liebenwerda, Schweinitz und Torgau, einschließlich der Region um Finsterwalde und des heutigen Landkreises Elbe-Elster" heißt es und umfasst die Jahre von 1917 bis 1945.
Der Autor hat sich damit einen lang gehegten Wunsch erfüllt, wie er in seinem Vorwort schreibt. Auch, wenn der Katalog nur wenige "Neuentdeckungen" enthalte. Bei seiner Recherche hat Lehmann, der sich seit vielen Jahren mit diesem Thema beschäftigt, aber einige neue Notgeldausgabestellen entdeckt, wenn auch noch keine dazugehörigen Scheine. Doch die muss es ja gegeben haben, was ihn unweigerlich zum Weitersuchen animieren wird.
Doch nun zum Inhalt: Ulf Lehmann hat den örtlichen Rahmen absichtlich so weit gefasst, denn dieser hat einen geschichtlichen Zusammenhang, der dazu führte, dass die ehemaligen Kreise Torgau, Liebenwerda und Schweinitz ihr Notgeld 1923 gegenseitig anerkannten. Hinzugenommen hat er auch die Region um Finsterwalde. Nicht nur, weil sie zum heutigen Elbe-Elster-Kreis gehört, sondern weil sie im wirtschaftlichen Zusammenhang steht mit der Braunkohlebergbau-Region um Lauchhammer.
Notgeld, so erklärt der Autor, kam immer dann zum Einsatz, wenn Mangel an Zahlungsmitteln herrschte - ein für alle Bewohner spürbarer Mangel, wie zu Zeiten der Inflation. Neben den regulären Reichsbanknoten finden sich auch viele regionale Ausgaben von Notgeld, denen sich Ulf Lehmann in dem Buch widmet. Städte, Kreise und Firmen haben eigenes Geld ausgegeben. "Aus Berlin wurde säckeweise Geld rangekarrt. Aber das Geld, das ein Arbeiter heute für seinen Arbeitstag bekam, war morgen kein Brot mehr wert. Also versuchten Firmen oder Behörden selber, das Problem für sich zu lösen", so Ulf Lehmann. Es wurde Geldersatz in Form von Gutscheinen für bestimmte Leistungen herausgegeben. "Die Druckereien vor Ort wurden mit Aufträgen regelrecht zugeschüttet", sagt er. Das erklärt auch die Vielfalt des Notgeldes in der betrachteten Region, die Lehmann bildlich in dem Buch darstellt. Auch die einzelnen Ausgabestellen werden kurz porträtiert. Zahlreiche Scheine waren künstlerisch illustriert von Künstlern, die zu jener Zeit auch die Heimatkalender gestaltet haben. Auch das ist ein Aspekt des Buches.
Die Abbildungen im Katalog hat der Autor sorgfältig ausgesucht. Seit 30 Jahren sammeln und forschen die Herzberger Münzfreunde auf dem Gebiet des Notgeldes und kennen viele Sammlungen. Dennoch ist ihnen und vor allem Ulf Lehmann bewusst, dass in manchen Schubladen noch bisher unbekannte Scheine schlummern. "Deshalb wäre es schön, wenn sich Besitzer bei uns melden. Ich freue mich über jeden neuen Schein", so Ulf Lehmann.
Mit dem vorliegenden Buch hat er die Forschung zum Notgeld in der Region zu einem vorläufigen, wenn auch sicher nicht endgültigen Abschluss gebracht. Für Fachleute ist es sicher eine Bereicherung, aber auch für Menschen, die mit Heimatforschung oder Numismatik nicht so viel am Hut haben. Zum Ersten wegen des engen regionalen Bezuges, zum Zweiten wegen der interessanten Abbildungen, zum Dritten wegen der Erläuterung wirtschaftlicher und geschichtlicher Zusammenhänge und nicht zuletzt wegen einer ganzen Reihe Parallelen zur Gegenwart.
Erhältlich ist das Buch über das Internet und in den Buchhandlungen der Region Herzberg. Es kostet 20 Euro (andere "Währungen" werden nicht angenommen.).


Herzbergs neuer Heimatkaldender ist da (Herzberger Rundschau, 02.11.2018)
Wo die Waldohreule "Helmut" auf eine Extrempaddlerin trifft

Drei, die sichtlich Grund zur Freunde hatten: Stepahie Kammer, Reinhard Straach und Christian Poser (v.l.) mit dem neuen Heimatkalender 2019.
FOTO: Rico Meißner

Herzberg. Über mangelnde Resonanz kann sich "der Neue" nicht beschweren. Bereits vor seiner eigentlichen Vorstellung war er bereits in aller Munde, präziser aller Hände. Der neue Heimatkalender 2019 für die Region Herzberg erlebte am Mittwochabend im Bürgerzentrum eine ausgesprochen gut besuchte Premiere. Von Rico Meißner
"Das soll heute Abend eine öffentlichkeitswirksame Präsentation werden, aber gleichzeitig auch eine Kulturveranstaltung für die Region, speziell natürlich auch für alle Mitwirkenden, Sponsoren und alle anderen interessierten Bürger", so umriss Heimatforscher Ulf Lehmann das Konzept. Und genau so ging es auch auf.
Zu Beginn zeigte sich Stephanie Kammer bei der Begrüßung begeistert: "Ich blicke hier in eine schöne Runde und freue mich, dass sie uns über Jahre die Treue halten." Es sei immer wieder schön, wenn man nach den anfänglichen Ideen und Gesprächen am Ende "etwas mit Körperlichkeit" herausbekomme.
Was folgte, waren einige Anekdoten aus dem neuen Kalender, unterhaltsam vorgetragen. Den Anfang machte Reinhard Straach in gewohnt lockerer Manier. Bereits seine Einleitung, er sei es ja nicht gewöhnt, vor so vielen Leuten zu sprechen, wurde mit Gelächter quittiert. Straach widmete sich der Extrempaddlerin Freya Hoffmeister aus Husum, deren Urgroßvater Pfarrer in Altherzberg war. Sie hat Australien im Kajak umrundet, oder den amerikanischen Kontinent. Ihr Großvater, Heinrich Hoffmeister oder "Onkel Heini", war öfter in Herzberg zu Besuch und brachte stets bergeweise Kaugummis aus der Fabrik seines Schwiegersohns mit. "Ich betone West-Kaugummis", lächelte Straach. "Wir haben sie geliebt."
Mit einem augenzwinkernden "Streitgespräch" umrissen im Anschluss Stephanie Kammer und Christian Poser die Schwierigkeiten, die bei der Herstellung des Kalenders auftauchen können. Wobei Poser die "Ach weißt du noch, damals"-Geschichten mit einem "Oh Gott" ironisch kommentierte, sprach Kammer vom "Zeitlosen und Schönen". Das Publikum verstand es so, wie es gemeint war: als Witz. Poser dankte auch ausdrücklich den "Machern" der "Notausgabe" vom letzten Jahr. Der diesjährige Kalender biete eine gute Mischung aus humorvollen Anekdoten und Geschichte aber auch aus mahnenden Themen und Einblicke in Flora und Fauna.
Fauna war dann auch das Stichwort für Helmut, die Waldohreule. In einem Kurzfilm wurde Helmuts Handaufzucht gezeigt, auch seine Rückkehr in die Freiheit. Gleichzeitig war der kurze Beitrag aber auch eine Mahnung für Nachhaltigkeit und Sorgfalt im generellen Umgang mit der Natur. "Helmut ist nicht mehr in Herzberg, aber vielleicht kommt er wieder", so Stephanie Kammer. Die Rückkehrerinitiative sei jedenfalls dran, scherzte sie.
Umrahmt wurden die einzelnen Beiträge immer wieder von der "Doctor's Blues Band", was, einschließlich des Gesanges von Christian Poser, jeweils mit viel Applaus bedacht wurde.
Danach gehörte die Bühne "Werner", dem grünen Giraffatitan. Die etwas kleinere Variante als das Original musste sich den Platz aber mit Susanne Wegner, verantwortlich für Stadtentwicklung und Tourismus, teilen. Werner Janensch, der Entdecker des großen Skeletts, das heute im Berliner Naturkundemuseum steht, war gebürtiger Herzberger. "Wir möchten seinen Namen wieder in den Köpfen der Herzberger verankern, gerade auch bei Kindern. Und da gehen Dinos ja eigentlich immer", sagte Wegner. Für eine geplante Ausstellung zum Thema in Herzberg sei man derzeit noch in der Planung. Auch Ulf Lehmann gab seine neuen Pläne bekannt. Er wolle sich demnächst auch mit der Zeit des Nationalsozialismus in Herzberg auseinandersetzen.
Christian Poser machte darauf aufmerksam, dass es für den nächsten Kalender keine Themenvorgabe gibt. "Tun sie sich also keinen Zwang an, schreiben sie einfach drauflos und reichen sie ihre Beiträge ein." Bereits zuvor hatte er alle Anwesenden aufgefordert: "Bleiben wir neugierig, bleiben wir beweglich im Kopf."
Die Ausgabe 2019 ist nun in allen Buchhandlungen der Region erhältlich, der Preis liegt bei 14 Euro. Aber wenn alle 1000 Exemplare verkauft sind, ist Schluss.


Der Untergang der "Wilhelm Gustloff" (Herzberger Rundschau, 30.09.2018)
Herzberger Heimatverein lädt zum Vortrag ein
Herzberg. Interessierte sind in der Gaststätte "Wolfsschlucht" willkommen.
Der Herzberger Kultur- und Heimatverein lädt alle Interessierten zu Dienstag um 19 Uhr in die Gaststätte "Wolfsschlucht" ein. Die Vereinsvorsitzende Martina Heidrich hält einen Vortrag zum Untergang der "Wilhelm Gustloff" am 30. Januar 1945. Der Eintritt ist frei.
(red/ru)


Die "Wilhelm Gustloff" in Stettin 1939 (Foto: Heimatverein)


Vortrag zur heimatlichen Natur (Herzberger Rundschau, 18.09.2018)
Herzberg(red/ru). Der Kultur- und Heimatverein lädt alle
Interessierten am heutigen Dienstag zu einer Veranstaltung in die Gaststätte "Wolfsschlucht" in Herzberg ein. Mathias Krüger hält um 19 Uhr einen Vortrag zum Thema "Beobachtungen durch die Jahreszeiten in der heimatlichen Natur".


(Herzeiger Nr. 18/2018, 07.09.2018)
Der Kultur- und Heimatverein Herzberg/E. e. V. lädt alle Vereinsmitglieder und Interessierten zu unseren nächsten Veranstaltungen ein.

18.09.2018, um 19 Uhr, in die Gaststätte Wolfsschlucht Herzberg.

Wir hören einen Vortrag von Mathias Krüger zum Thema "Beobachtungen durch die Jahreszeiten in der heimatlichen Natur".

02.10.2018, um 19 Uhr, in die Gaststätte Wolfsschlucht Herzberg.
"Der Untergang der Wilhelm Gustloff am 30. Januar 1945" von Martina Heidrich.

Der Vorstand
Eintritt frei


Ausflug Kultur- und Heimatverein Herzberg/e. e. V. nach Weißenfels (Herzeiger Nr. 17/2018, 24.08.2018)
Am 14.07.2018 unternahm eine Gruppe des Heimatvereins einen Ausflug nach Weißenfels in Sachsen Anhalt. Dieses Ziel wurde ausgewählt, um die Einladung des Kulturamtsleiters der Stadt Weißenfels, Herrn Robert Brückner und der Stadtführerin Frau Schulze, welche bei den Feierlichkeiten rund um den 200. Geburtstag der Dichterin Louise von Francois in Herzberg (Elster) ausgesprochen wurde, einzulösen. Wir folgten auch der Einladung von Frau Müller-Taube welche Sie bei Ihrem Vortrag zum Leben der Louise von Francois im März 2017 in Herzberg aussprach. Früh um 7.30 Uhr starteten wir in Herzberg. In Weißenfels angekommen wurden wir sehr herzlich von der Literaturwissenschaftlerin Frau Erdmute Müller-Taube, ihrer Tochter Frau Beate Caspar und Herrn Stefan Jung im "blauen Haus", dem Wohnhaus der Dichterin Louise von Francois begrüßt. Wir erhielten eine kurze Einführung in die Geschichte des Hauses und Ihrer berühmten Bewohnerin. Anschließend führte uns Frau Müller-Taube an die Saale. An einem lauschigen Plätzchen unterhielt uns Frau Müller-Taube mit der "heiteren Louise" und las aus "Stufenjahre eines Glücklichen". Anschließend kehrten wir im Restaurant "Schumanns Garten" ein. Am Nachmittag wurden wir durch die Stadtführerin Frau Schulze auf den Spuren der Louise geführt. Wir besichtigten die Grabstelle auf dem Weißenfelser Friedhof und besuchten das "Hohlsehe Haus" in dem Louise ihre Kindheit und Jugend verbrachte. Sie verglich die Form des Hauses mit einem "Mops mit Zipfelmütze" in ihrem Roman "Die letzte Reckenburgerin". Aus diesem Vergleich entstand ein Denkmal welches neu restauriert am Schloßhang steht. Den Tag ließen wir gemütlich bei einem Bier ausklingen. Wir möchten uns recht herzlich bei Frau Erdmute Müller-Taube, Frau Beate Caspar, Herrn Stefan Jung und Frau Schulze für diesen erlebnisreichen Tag bedanken und allen Interessierten sagen. "Weißenfels ist eine Reise wert".
Martina Heidrich, Vorsitzende


In Herzberg kann man seit 162 Jahren Bücher ausleihen (Herzberger Rundschau, 30.07.2018)

Der Leiter der Herzberger Mediathek André Keßler (r.) bedankt sich bei Gerhard Zwanzig für dessen Recherchen zur Herzberger Bibliotheksgeschichte. FOTO: LR / Rudow

Herzberg. Gerhard Zwanzig hat zur Geschichte des Herzberger Bibliothekswesens recherchiert und die Ergebnisse jetzt vorgestellt. Von Birgit Rudow
Die Herzberger Bibliothek nennt sich jetzt Mediathek. Das Angebot besteht nicht nur aus Büchern, Zeitschriften und Spielen, sondern auch aus CD, Blu-ray, DVD, Computerspielen, Datenbanken oder der E-Book-Leihe. Doch auch wenn der Blick hauptsächlich nach vorn gerichtet ist, lohnt sich ein Ausflug in die Geschichte, meinte das Team um Einrichtungsleiter André Keßler. Der hat sich gefragt, wie weit die Bibliothekstradition in Herzberg überhaupt zurück geht. Diese Frage ließ sich nicht ohne weiteres beantworten, und so bat André Keßler den Hobbyhistoriker Gerhard Zwanzig, sich des Themas anzunehmen. Der stürzte sich gleich in die Arbeit.
Doch auch Gerhard Zwanzig musste lange überlegen, wo er am besten ansetzen konnte. Er entschied sich für die "Herzberger historische Schulchronik", die der Regionalhistoriker Horst Gutsche 2005 herausgebracht und darin die Schul- und Stadtgeschichte von 1873 bis 1944 dokumentiert hat. "Hier stieß ich zum ersten Mal im Zusammenhang mit Herzberg auf den Begriff der Leihbibliothek" so Gerhard Zwanzig. In der Schulchronik wurde für das Jahr 1856 verzeichnet, dass ein Herr namens E. Röder die Buchhandlung in Herzberg übernommen und sie zu einer "Kunst- und Musikalienhandlung verbunden mit Zigarrenlager und Leihbibliothek" erweitert hat. Das war sozusagen die Geburtsstunde der Bibliothek in Herzberg.
Im Schweinitzer Kreisblatt fand Gerhard Zwanzig beginnend mit dem Jahr 1856 regelmäßig Anzeigen für das Angebot der Buchhandlung. Im Oktober 1857 wurden in einer Anzeige auch die Leihgebühren bekannt gemacht. So waren zum Beispiel für ein Buch 8 Pfennige zu entrichten, für zwei Bücher 1 Silbergroschen (10 Pfennige) und 3 Pfennige. Ein monatliches Abonnement für ein Buch kam 15 Silbergroschen. Der Herr Röder bat um eine zahlreiche Beteiligung und versprach im Gegenzug "zahlreiche Anschaffungen der besten neuen Erscheinungen zu tätigen".
Ob das funktioniert hat, ist nicht überliefert. Jedenfalls verkaufte Herr Röder das Geschäft nach zwei Jahren an einen A. Lüdecke, der ebenfalls im Kreisblatt unter anderem als "Musikalien-Leih-Institut" warb.
"Den Anzeigen war allerdings nicht zu entnehmen, wo sich die Buchhandlung in Herzberg befand. Darüber gab erst die Berichterstattung über den Brand 1868 Aufschluss, bei dem 24 Wohngebäude in Herzberg zerstört wurden", berichtet Gerhard Zwanzig. Über den Brand steht geschrieben, dass ihm beim Haus des Buchhändlers Lüdecke Einhalt geboten wurde. Zwanzigs weitere Recherchen ergaben, dass das Haus etwa um 1800 in der heutigen Schliebener Straße 89 - jetzt MVZ und lange Jahre Herzberger Stadtbibliothek - errichtet wurde. Was für eine Fügung.
Im April 1886 übernahm Fritz Opitz, ein Buchhändler aus Bonn, die Buchhandlung. 1894 wurde er von Otto Burkhardt abgelöst. Annoncen aus diesem Jahr belegen, dass die Leihbibliothek weiterhin Bestandteil der Buchhandlung war. 1906 wurde Oscar Neutzsch ihr Inhaber. Den hat Gerhard Zwanzig noch persönlich kennengelernt. Neutzsch leitete viele Jahre den Herzberger Männerchor. Am 17. März ist das Geschäft in die Schliebener Straße 88 umgezogen, in das Gebäude, in dem heute Kirsten Jachalke ihre Buchhandlung hat.
Es gab aber noch weitere Büchereien in Herzberg. So hatte Bernhard Klottig (eine alteingesessene Herzberger Familie) in seinem Geschäft in der Torgauer Straße (heute Presse-Pieper) eine Leihbücherei eingerichtet. Sie wurde 1945 geschlossen. In der Schule begann 1914 der Aufbau einer Schulbibliothek, deren Bestand 1921 auf 319 Bände gewachsen war.
All diese Fakten hat Gerhard Zwanzig mühsam zusammengetragen, größtenteils im Kreisarchiv. "Die Mitarbeiterinnen dort haben mir sehr dabei geholfen", sagt er. Hinweise aus dem Schweinitzer Kreisblatt und andere Dokumente hat er kopiert, mit Anmerkungen versehen und in einer Mappe zusammengefügt. Diese hat er der Herzberger Mediathek übergeben. Die Mitarbeiter waren Gerhard Zwanzig für dessen Recherchen zutiefst dankbar. André Keßler übergab ihm dafür eine Dankesurkunde und ein Buchpräsent. "Das ist für uns wirklich sehr wertvoll, was Gerhard Zwanzig herausgefunden hat. Jetzt wissen wir, dass es das Bibliothekswesen in Herzberg seit 162 Jahren gibt", sagt André Keßler.
Das Bestehen einer Volksbücherei - als Vorgängerin der heutigen Bibliothek - ist seit 1948 überliefert. Die erste Kreisbibliothek im damaligen Land Sachsen-Anhalt wurde 1950 in der Marxschen Villa (Haus der Wissenschaften) gegründet. Die Volksbücherei (Romanabteilung) wurde am 15. Mai 1950 wieder eröffnet. Die Ausleihe erfolgte in der Torgauer Straße 8. 1953 kam eine Kinderbibliothek dazu. Kreis-, Stadt- und Kinderbibliothek wurden 1953 zur Stadt- und Kreisbibliothek. Die Freihandausgabe begann 1960. Seit 1977 war die Bibliothek in der Schliebener Straße 89. 1989 ging sie zum Kreis über. 1991 wurde sie wieder von der Stadt übernommen und hat ihr Domizil seit 2011 im Bürgerzentrum.


Heimatgeschichte (Herzberger Rundschau, 11.05.2018)
Herzberger erinnern an die Henkerfamilie
Herzberg. Der Kultur- und Heimatverein der Stadt Herzberg hat seine nächste Zusammenkunft dem Thema "Die Henkerfamilie von Herzberg" gewidmet. In einem Vortrag wird Gerhard Zwanzig über sie Wissenswertes zu berichten wissen.
Er beginnt am Dienstag, 15. Mai, um 19 Uhr in der Gaststätte "Wolfsschlucht". Interessierte sind eingeladen, die Runde zu vergrößern und von einem besonderen Kapitel Stadtgeschichte zu hören. (sk)


Kultur- und Heimatverein Herzberg e. V.
Vortrag: Schützengilde - Schützenfeste - Schützenkönige - Schützenhaus:
Begebenheiten aus der 610 jährigen Geschichte der Herzberger Schützengilde
3. April 2018, 19.00 Uhr, Wolfsschlucht, Jürgen Schulze

Angetretene Schützenkompanien zum Schützenfest 1908 auf dem Marktplatz


Herzberger Heimatverein mit vollem Programm(Herzberger Rundschau, 12.03.2018)
Herzberg. Der Herzberger Kultur- und Heimatverein wartet in diesem Jahr mit zahlreichen Vorträgen und Veranstaltungen auf, die nicht nur bei den Vereinsmitgliedern, sondern auch bei vielen Freunden der Heimatgeschichte auf großes Interesse stoßen dürften. Das zeigte bereits die gute Beteiligung an den filmischen Erinnerungen an das Tierparkfest 2002 in der vergangenen Woche, die von Wolfgang Klee präsentiert wurden. Im April steht ein Vortrag zu Begebenheiten aus der 610-jährigen Geschichte der Herzberger Schützengilde von Jürgen Schulze auf dem Programm. Die Henkerfamilie von Herzberg ist Gegenstand eines Vortrags von Gerhard Zwanzig im Mai. Noch einmal filmische Erinnerungen, diesmal zur Neuauflage des Teichfahrens in Grochwitz am 21. Juni 2009, gibt es im Juni. Hans-Heinrich Krug hält im September einen Kurzvortrag zum Schloß Wiepersdorf. Zu Beobachtungen durch die Jahreszeiten in der heimatlichen Natur lädt Mathias Krüger im September ein. Der Untergang der "Wilhelm Gustloff" steht im Oktober im Mittelpunkt, und im November wird der Heimatkalender präsentiert. Die Ausstellung des Heimatvereins im Dezember steht unter dem Titel "111 Jahre Fußball und 60 Jahre Kegelbahn in Herzberg".


Heimatverein präsentiert "Filmische Erinnerungen" (Herzberger Rundschau, 05.03.2018)
Herzberg. Der Kultur- und Heimatverein lädt Vereinsmitglieder und Interessierte zur nächsten Veranstaltung ein. Man trifft sich am Dienstag, 6. März, um 19 Uhr in der Gaststätte "Wolfsschlucht". Wolfgang Klee zeigt "Filmische Erinnerungen an das Tierparkfest 2002".



Die Historie der Scharfrichterfamilie Geck
(Herzberger Rundschau, 05.01.2018)

Die Chronik über die Scharfrichterfamilie Geck ist in der Bibliothek einsehbar.
FOTO: Rudow / LR

Herzberg. Gerhard Zwanzig hat dazu eine Chronik erstellt, die man in der Herzberger Bibliothek einsehen kann. Von Birgit Rudow
Die Freunde der Herzberger Regionalgeschichte können sich freuen. Seit einigen Wochen gibt es eine Chronik über einen interessanten wie schauderhaften Teil der Herzberger Stadtgeschichte. Sie trägt den Titel "Wissenswertes über die Familie Geck, Scharf- und Nachrichter der Churstadt Herzbergk allhier". Zusammengestellt hat sie der Heimat- und Ahnenforscher Gerhard Zwanzig.
"1946 sind viele Dokumente aus der Stadtgeschichte einfach auf den Müll geworfen worden. Zwei Dokumente aber sind, aus welchem Grund auch immer, in Ahlsdorf wieder aufgetaucht, als dort die alte Schule verkauft wurde. Dazu gehört auch eine alte "Rathsakte der Churstadt Herzbergk" mit Original-Dokumenten der Scharfrichter-Familie Geck aus den Jahren 1765 bis 1785. Ich habe die Geschichte der Familie anhand dieser und anderer Dokumente aufgearbeitet", sagt Zwanzig. Gemeinsam mit dem Herzberger Helmut Führer hat er die Urkunden gelesen und übersetzt und das Material chronologisch geordnet. Für die Chronik über die Geck-Familie haben ihm auch die "Chronik der ehemaligen Chur- und jetzigen Kreisstadt Herzberg" von Johann Christian Schulze (1842) und die "Geschichte der Stadt Herzberg im Schweinitzer Kreise" von Karl Pallas (1901) interessantes Material geliefert.
Herzberg hatte schon seit 1467 eine eigene Gerichtsbarkeit und somit das Recht, über Leben und Tod ihrer Bürger durch ein eigenes Gericht zu entscheiden. Dem Scharfrichter fiel dabei der "schmutzige Teil" zu, schreibt Gerhard Zwanzig. Er gibt auch einen kleinen Überblick darüber, was das Leben von Scharfrichterfamilien so besonders machte. So musste der Scharfrichter eine Prüfung bestehen (die aus einer Enthauptung bestand), medizinische Kenntnisse vorweisen und genau einschätzen können, wie weit er die Folter treiben konnte, damit der Beschuldigte nicht schon während der Folter zu Tode kam. Der Scharfrichter wurde auch mit der Aufgabe der Abdeckerei betraut. Er entsorgte verendetes Vieh.
Die Scharfrichterfamilien wurden von den anderen Einwohnern gemieden, dem niederen Stand zugeordnet und mussten außerhalb der Stadt wohnen. Sie hatten gesonderte Plätze in der Kirche und im Wirtshaus. Die Söhne wurden zumeist auch wieder Scharfrichter. Die Töchter konnten nur in der Familie mithelfen und heirateten oft in andere Scharfrichterfamilien ein.
Herzberg hatte nach der Chronik von Gerhard Zwanzig schon vor 1600 einen Scharfrichter. Er hieß Georg Büttner, wurde wegen seines schlechten Lebenswandels aber selbst hingerichtet. Nach 1671 wird Michael Geck zum Scharfrichter von Herzberg und Schlieben ernannt. Die Familie Geck hatte ihr Anwesen in der heutigen Schlossstraße 12. Michael Geck richtete mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Beispiel 1674 Elisabeth Schmidt aus Spremberg, weil sie ihr Kind getötet hatte. 1677 wurden zwei Frauen aus Kaxdorf als "berüchtigte Hexen öffentlich und jämmerlich" verbrannt. Weil er 10 Thaler gestohlen hatte, wurde Martin Sando aus Altherzberg 1690 gehängt.
Nach dem Tod von Michael Geck übernahm der Sohn Johann Hanß Paul das Scharfrichteramt, etwa 1741 dann dessen Sohn Johann Erhardt Geck. Der verstarb 1764. Also musste die Hinrichtung einer Magd 1745 in seine Amtszeit gefallen sein. Die Magd des Fleischers Samuel Neumann hatte die schönen Kleider einer anderen Magd gestohlen und wollte den Diebstahl durch ein Feuer vertuschen. Der Gerichtsschreiber hat das Verhör damals wortgetreu festgehalten. Es ist noch heute nachzulesen. Die arme Sünderin Christina Lintzin wurde des "schweren Verbrechens halber mit dem Feuer vom Leben zum Tode" bestraft. Die Hinrichtung fand nach 29 Tagen Kerkerhaft am 17. Dezember 1745 um 9 Uhr statt. Der Schulchor sang und man reichte der Magd Wein, damit sie die Qualen im trunkenen Zustand weniger spüren sollte. Viele Frauen seien durch die gellenden Todesschreie zusammengebrochen, heißt es. 1807 soll es zu einer letzten Hinrichtung in Herzberg gekommen sein. Sie wurde von Scharfrichter Samuel Geck durchgeführt.
Gerhard Zwanzig berichtet auch über die Lebensumstände der Herzberger in dieser Zeit - über Hungersnöte, Mäuseplagen, Überschwemmungen und harte Winter. Die Not war oft groß. Durch den Siebenjährigen Krieg war die Stadt hoch verschuldet und die Bürger waren sehr verarmt. Dankbar für den Frieden spendeten sie dennoch Geld für einen neuen Altar, der 600 Thaler kosten sollte und 1765 eingeweiht wurde. Zu den Spendern zählten auch Mitglieder der Familie Geck. "Das ist wohl ein Zeichen dafür, dass sie sich trotz ihrer Ausgrenzung als Bürger der Stadt gefühlt haben. Ob das anerkannt wurde, werden wir nie erfahren", so Gerhard Zwanzig.



Ausstellung des Kultur- und Heimatvereins Herzberg e. V. im Turmzimmer des Rathauses zum Weihnachtsmarkt am 9. und 10. Dezember 2017 in Zusammenarbeit mit den Herzberg Schützen zum Thema "610 Jahre Herzberger Schützengilde
gegr. 1407 e.V. ".


Heimatkalender(Herzberger Rundschau, 08.12.2017)
Warum der Heimatkalender diesmal anders erscheint


Herzberg. Die Nachricht ist verbreitet: In diesem Jahr wird es den Herzberger Heimatkalender in etwas veränderter Form geben, herausgegeben von der Stadt. Von Sylvia Kunze
Wie Stephanie Kammer, Inhaberin der BücherKammer, die in den Vorjahren unter Leitung von Mitarbeiter Christian Poser für die Herausgabe des beliebten Kalendariums verantwortlich zeichnete, berichtet, sei es zu einem echten Engpass gekommen, weshalb sie sehr froh sei, dass sich stattdessen nun die neue Lösung anbiete. Verschiedene Buchprojekte hätten sich so nach hinten geschoben, dass zeitlich kaum noch Freiraum für den Kalender geblieben sei.
Darüber hinaus, so berichtet Stephanie Kammer weiter, sei im Vergleich zu den Vorjahren auch längst noch nicht so viel Text- und Fotomaterial von freien Autoren für den Kalender eingegangen. Um ihn ansprechend und so umfangreich wie gewohnt zu gestalten, hätte noch sehr viel Arbeit investiert werden müssen. Man habe das aufgrund der vielen anderen Projekte nebenbei zu spät bemerkt, um rechtzeitig und angemessen reagieren zu können.
Aber: "Die Arbeit für das bereits eingereichte Material soll nicht umsonst gewesen sein. Es findet Verwendung im nächsten Heimatkalender, der nach jetzigen Überlegungen vielleicht eine Ausgabe für zwei Jahre werden könnte", berichtet Stephanie Kammer und ergänzt: "Wir wollen noch einmal das Kalenderkonzept neu denken."
Der "Ersatz"-Heimatkalender soll nun kurz vor dem dritten Advent erhältlich sein. Inhaltlich gibt er einen Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr, vor allem auf das Reformationsjubiläum, und einen Ausblick auf das nächste Jahr.
Kaufen wird man ihn im Tourismuspunkt in der Kirche und in der Buchhandlung Jachalke in der Schliebener Straße können. Wer keine Möglichkeit hat, den Heimatkalender vor Ort zu erwerben, der kann ihn zum Herzberger Weihnachtsmarkt am Wochenende in der Ausstellung des Heimatvereins im Turmzimmer des Rathauses bestellen. Laut Kulturamt der Stadt wird er dann zugeschickt.


Herzberger Weihnachtsmarkt öffnet Freitagabend (Herzberger Rundschau, 07.12.2017)

Der Herzberger Weihnachtsmarkt lädt am Wochenende wieder Groß und Klein zu erlebnisreichen Stunden ein. FOTO: Rudow
Herzberg. Gewerbeverein lädt zu buntem Programm an drei Tagen rund um die Kirche und das Rathaus. Von Birgit Rudow
Am Wochenende lockt der Gewerbeverein die Herzberger und ihre Gäste zum Herzberger Weihnachtsmarkt. Seit einigen Jahren schon ist es Tradition, den Markt am Freitagabend mit Live-Musik und (mehr oder weniger viel) Glühwein zu starten. Viele Herzberger, die jetzt nicht mehr in der Stadt wohnen, kommen zum Weihnachtsmarkt und nutzen den Freitagabend zu Gesprächen mit Freunden und Bekannten. In diesem Jahr spielen ab 18.30 Uhr mit der "FIVE Senses Coverband" junge Musiker aus der Region. Ab 20 Uhr tritt die Pulsnitzer Band "Turn Away" auf. Erst gegen Mitternacht klappen die Glühweinbuden ihre Schotten runter.
Der Samstag steht diesmal ganz im Zeichen des 2. Herzberger Schmiedeweihnachtsmarktes. Doch bevor sich die Besucher von Hammer und Amboss faszinieren lassen, schneidet Bürgermeister Michael Oecknigk pünktlich um 14 Uhr vor dem Rathaus den Riesenstollen an. Gebacken hat ihn wieder Christian Graf vom Café Plätzchen. Um 14 Uhr beginnt zwischen Rathaus und Kirche dann auch die Aktion "Schmieden für den Frieden" mit dem Schauspieler Heinz Hoenig. Hier werden Friedensnägel geschmiedet, die man erwerben kann.
In der Kirchstraße 7 ist der Verein Tierhilfe Südbrandenburg zu finden. Live geht es auch am Samstag musikalisch weiter. Die "Schlagfertigen" und die Gruppe "Jamboree" der Elster Werkstätten spielen ab 15 Uhr auf der Bühne.
Gut gerüstet für den Weihnachtsmarkt sind auch die Kinderstadtführer der Johannes-Clajus-Schule. Sie laden die Mädchen und Jungen um 15 Uhr, 16 Uhr und 17 Uhr (Sonntag 14 Uhr und 15 Uhr) in den Rathauskeller ein und erzählen dort Herzberger Geschichten. Um 18 Uhr sollten sich alle wieder bei den Schmieden einfinden. Dort wird die Friedenstaube versteigert, die vor drei Jahren zur ersten Schmiedeweihnacht geschmiedet und danach fertiggestellt wurde. Das Geld soll sozialen Zwecken zugutekommen, ebenso die Einnahmen aus dem Verkauf der Friedensnägel.
Ab 19 Uhr gibt es dann ein weiteres Spektakel. Der Rennofen, der den ganzen Nachmittag über gut "gefüttert" wurde, wird um 19 Uhr angestochen. Das Rennverfahren ist die älteste und war bis 1736 die einzige Methode, schmiedbares Eisen herzustellen, erläutert der Herzberger Schmied Denni Ludwig.
Der Weihnachtsmarkt-Sonntag steht unter dem Motto "Familienweihnacht". Von 14 Uhr bis 18 Uhr können die Kinder mit der Bäckerei Bubner Plätzchen backen. Um 15 Uhr führen die Kinder der Kita "Kuschelbär" auf der Bühne ein weihnachtliches Programm auf. Festlich wird es von 16 Uhr bis 17 Uhr in der Stadtkirche, wo die Herzberger Chöre Adventsmusik erklingen lassen. Und eines sollte man auf keinen Fall vergessen: Am Sonntag haben die Geschäfte der Herzberger Innenstadt ab 14 Uhr geöffnet. Wer noch nicht alle Weihnachtsgeschenke beisammen hat, der kann sich in Ruhe umschauen und einkaufen.
An beiden Tagen gibt es auch weihnachtliches Markttreiben mit entsprechenden Angeboten. Das Weihnachtspostamt hat in der Seitenkapelle der Kirche geöffnet. Hier können die Kinder noch ihre Wunschzettel schreiben. Und auf der Bühne hält der Weihnachtsmann ab 16 Uhr eine Weihnachtssprechstunde ab. "Pfiffis Musikanten" sind unterwegs und die "Dreamworld Alpacas" stellt sich vor.
Auch der Besuch auf dem Dachboden des Rathauses lohnt sich wieder. Die christliche Gemeinde bietet "Käthes Marktkorb" mit mittelalterlichen Gaben für Leib und Seele sowie kleine Geschenke an. Sie sammelt Spenden für den Neubau einer Schule für benachteiligte Kinder und Jugendliche in Haiti. Im Turmzimmer sind traditionell die Mitglieder des Herzberger Heimatvereins zu finden. Sie zeigen in diesem Jahr zum Weihnachtsmarkt eine Ausstellung unter dem Titel "610 Jahre Herzberger Schützengilde 1407 e.V."


Andreas Hartmann - eine Herzberger Persönlichkeit des 16. Jahrhunderts
Der Kultur- und Heimatverein Herzberg lädt am Dienstag, dem 5. September um 19 Uhr zu einem Vortrag in die Gaststätte "Wolfsschlucht" ein. Multimedial thematisiert wird das Leben und Wirken des in Herzberg geborenen Theologen, Magisters der Philosophie und des als ersten Lutherspiel-Dichter bekannt gewordenen Dramatikers Andreas Hartmann (ca. 1540 - ca. 1600).
Darüber hinaus beflügelt das diesjährige Reformationsjubiläum das Interesse, sich einen Eindruck "vom Zustande im Himmel vnnd in der Hellen" im Jahre 1600 anhand einer Hartmannschen Komödie zu verschaffen. Der Eintritt ist frei.

Jürgen Schulze
Kultur- und Heimatverein Herzberg e. V.


Großes Theater in Herzberg (Herzberger Rundschau, 17.07.2017)
Herzberg. Zweimal haben die Herzberger Theaterlaien am Wochenende ihr Reformationsspiel "Mein Licht - Der Aufbruch der Anna zu Herzberg" aufgeführt. Die Resonanz war überwältigend.

Arm gegen reich. Hoffnung in die Reformation mit Anna (hier Chiara Dechering), ihrem Mann Götz (Marco Hammer, Mitte) gegen die Bewahrung des Alten mit Kaufmann Fuchs (Ulf Lehmann r.). Im Hintergrund der Kaufmannssohn (Levi Schmidt). Foto: Sven Gückel/svg1
Das war einfach grandios. Zweieinhalb Stunden Theater im Herzen der Stadt, und auf der Bühne standen ausschließlich Herzberger. Leute, denen man täglich begegnen kann. Als Chef des Seniorenzentrums, als Lehrerin, als Gärtner, Schüler am Gymnasium, Sänger im Chor, Zweiradhändler, Elektromeister oder Fußballtrainer. Nicht einer der Akteure hat professionell etwas mit dem Theater zu tun. Es darf aber schon verraten werden: So mancher hat Blut geleckt. Doch dazu später.
Das Elbe-Ester-Land hat sich in den vergangenen drei, vier Jahren regelrecht in das Reformationsjubiläum "reingearbeitet". Die intensive Beschäftigung mit der eigenen Geschichte hat (nicht nur in Herzberg) so einiges zutage befördert, was den Blick auf die Reformation vor der eigenen Haustür geschärft hat. Doch was damit anfangen?
Die Herzberger hatten, inspiriert vom Mittelaltertheater zur Soester Fehde in der Partnerstadt, eine zündende Idee. Sie wurde vor etwa vier Jahren, wie so oft bei solchen Dingen, bei einem guten Glas Wein geboren. Kulturamtsleiterin Karin Jage, die damalige Pfarrerin Jutta Noetzel (sie war am Freitag zur Premiere gekommen) und Fehde-Regisseur Kai Schubert haben das Theaterprojekt ausgetüftelt. Schubert brachte das Stück dann zu Papier. "Die Frage war, was wir erzählen wollen. Es sollte nicht einfach nur die Reformationsgeschichte in Herzberg sein. Da kam mir die Idee mit der Anna", sagt er. Schubert erfand eine ganz persönliche Story um die Herzbergerin Anna im 16.Jahrhundert und stellte sie mitten hinein in die große Reformationsgeschichte um Luther, Melanchthon, Kurfürst Friedrich und Co.
Drei Jahre lang hat der Regisseur mit den Herzberger Laienakteuren an dem Stück gearbeitet. Das Ergebnis hat selbst die größten Optimisten verblüfft.
Heike Drobner-Dechering hatte man im Vorfeld die Hauptrolle der erwachsenen Anna sicher zugetraut. Als Musiklehrerin und Orchesterleiterin am Gymnasium ist sie in der Kunst zu Hause. Die Inbrunst und Glaubwürdigkeit, mit der sie die Anna verkörperte, forderten den Szenenapplaus geradezu heraus.
Mit theatralischem Talent nicht erwarteten Ausmaßes glänzten auch Ulf Lehmann als fieser reicher Kaufmann Fuchs, Jens Ott als Luther, Volkmar Tietze (!!!) als Melanchthon, Chiara Dechering (toll) als junge Anna, Marco Hammer als ewig betrunkener und stotternder Gastwirt, Holger Strieg als Lehrer oder Thorsten Jachalke als Pfarrer Wagner. Alle Nichtgenannten seien um Verzeihung gebeten. Aber fast noch mehr als über die Erwachsenen staunte die Menge über die Kinder auf der Bühne. Einfach verblüffend, wie selbstbewusst die erst siebenjährige Sonja Dechering das Findelkind Anna spielte.
Kai Schubert hat auch die Theatergruppe der Elsterwerkstätten und den Chor pro musica in das Stück integriert. Sieben Herzbergerinnen übernahmen die Rolle als Bäuerinnen und Bürgerinnen. 25 Gymnasiasten waren in das Geschehen mit "eingebaut", ebenso zahlreiche Darsteller in kleineren Nebenrollen. Sie alle haben in 16 Szenen das Leben der Anna von 1506 als Kind bis 1579 als greise Frau (Annerose Weigel) erzählt.
Dabei ging es um handfeste historische Fakten, angedockt an das Leben der von allen Seiten verstoßenen Anna, die als junge Frau gern lesen und verstehen lernen wollte. Anna hat viel Hoffnung in die Herren Luther und Melanchthon und ihre Reformation gesetzt. Doch das Neue dauerte der ungeduldigen und resoluten wie meist unglücklichen Frau viel zu lange. Erst als ihr im hohen Alter ihre Urenkelin etwas vorlesen konnte, erkannte sie, dass die neue Zeit doch etwas gebracht hatte.
Kai Schubert hat sich bei seinen Texten nicht an eine strenge Linie gehalten. Mal waren es eng an das historische Geschehen angelegte Gespräche wie der Streit zwischen Luther, Melanchthon und dem Kurfürsten zum Schmalkaldener Krieg. Es gab aber auch deftig-flappsige Biertischreden. Köstlich wurde es, wenn Seitenhiebe in die Gegenwart zielten, wie zum Schliebener Wein, der beim reichen Kaufmann nicht gut wegkam, oder zu den Münzfreunden, "die ihr Geld selber machen". Ob der Satz "Egal, ob die Welt aus den Fugen gerät, in Herzberg ändert sich nichts." nur für das Mittelalter gedacht war, konnten die Zuschauer irgendwann für sich selbst entscheiden.
Ihr Urteil über das Reformationsspiel aber haben sie sehr schnell und einmütig gefällt. Die Theatercrew durfte in minutenlangen stehenden Ovationen baden. "Wir sind sehr zufrieden und glücklich, dass so viele Leute gekommen sind und ihnen das Stück gefallen hat", sagte Kai Schubert nach der ersten Aufführung. Zu den Zuschauern gehörte am Freitag bei einem gemütlichen Bier auch Landrat Christian Heinrich-Jaschinski. (Bürgermeister Michael Oecknigk war am Samstag da.) Auf die Frage, ob das Herzberger Theaterstück nicht eine der herausragendsten Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum in Elbe-Elster gewesen sei, meinte der Landrat: Es sei das Tollste, was er bisher gesehen habe. Und das Projekt sei auch super für den Zusammenhalt.
Damit hat er den Nagel wohl zumindest getroffen. In das Reformationsspiel waren viele Akteure einer neuen Generation in Herzberg integriert, die die Geschicke der Stadt zunehmend in die Hand nehmen will. Somit war der Aufbruch der Anna vielleicht auch ein Aufbruch für die Stadt. In puncto Theater jedenfalls sieht das so aus. "Hier ist eine tolle Truppe zusammengewachsen. Einige haben schon gefragt, was wir nächstes Jahr machen", sagt Kai Schubert.
In einigen Wochen gibt es ein erneutes Treffen aller Akteure. Und dabei wird man auch darüber reden, ob das Feuer, das die "Anna" entfacht hat, in Herzberg weiterglüht.

Beide Vorstellungen zum Reformationsspiel waren mit je 500 Besuchern bis auf den letzten Platz ausverkauft. Foto: ru
Birgit Rudow


Porzellanplakette als Geschenk (Herzberger Rundschau, 01.07.2017)
Herzberg. Zum 200. Geburtstag der Schriftstellerin Louise von François, die in Herzberg geboren wurde, haben die Herzberger Münzfreunde in sehr kleiner Auflage eine Porzellanmedaille mit dem Bildnis von Louise herausgegeben.

Foto: RU
In der numismatischen Fachpresse habe dies bereits für Aufsehen gesorgt, so der Chef der Münzfreunde Horst Gutsche.
Zwei der Medaillen schenkte der Verein auf der Geburtstagsfeier für Louise der Familie der Schriftstellerin. Eine überreichte die Herzberger Heimatvereinsvorsitzende Martina Heidrich an Luise Pumplun, Cousine in fünfter Generation (Foto). Deren Reaktion auf die Plakette: "Sie ist wunderschön."
Birgit Rudow


Herzberger lassen Louise hochleben (Herzberger Rundschau, 28.06.2017)
Herzberg. Es war eine ganz besondere Feier zum 200. Geburtstag von Marie Louise von François, die der Herzberger Kultur- und Heimatverein unter der Regie von Horst Gutsche bravourös organisiert hat.

Familie und Gäste aus der Stadt auf dem Weg in den Botanischen Garten. Hier wurde ein Baum für Louise gepflanzt. Foto: ru
Die zu ihrer Zeit viel gelesene Schriftstellerin, die ein umfangreiches Werk hinterlassen hat, wurde am 27. Juni 1817 in Herzberg geboren.
Zwei Jahre lang hatte Horst Gutsche darüber gegrübelt, ob und wie man den runden Geburtstag "unserer Louise" begehen und den Herzbergern ihr literarisches Erbe ins Bewusstsein rücken könnte. Er hat ihre Lebensgeschichte erforscht und sich auf die erfolgreiche Suche nach Nachfahren gemacht. Und so waren am Dienstag viele Familienangehörige, zumeist Cousinen und Cousins in der vierten und fünften Generation, nach Herzberg gekommen. Jutta Gräfin von der Schulenburg ist die letzte geborene Francois. Sie ist aus dem Raum Frankfurt/M. mit ihrem Mann Alexander sowie Tochter Isabella und deren Gatten nach Herzberg gekommen. Die verwandte Familie Fehre stammt aus Arnsdorf bei Dresden und Dr. Kurt Pumplun, seine Gattin Rosemarie und Tochter Luise als direkte Nachfahren leben in Schwarzheide und Ruhland. "Die Familie hat sich sehr über die Einladung gefreut. Es war eine sehr, sehr schöne Feier", sagte Rosemarie Pumplun, die zugab, dass der 200. Geburtstag ihrer Vorfahrin für sie Anregung war, sich wieder mehr mit ihrem Werk zu beschäftigen.

Jutta Gräfin von der Schulenburg, eine geborene François, hat sich wie andere Familienmitglieder auch in das Goldene Buch der Stadt Herzberg eingetragen. Foto: ru
Die 29-Jährige Luise Pumplun, Cousine in fünfter Generation, hat während einer großen Kaffeetafel im Bürgerzentrum einen erfrischenden Festvortrag zum Geburtstag ihrer Vorfahrin gehalten und den Zuhörern tiefere Einblicke in das Leben und Werk von Louise von François gegeben. Zuvor wurden die Familienmitglieder von Herzbergs Bürgermeister Michael Oecknigk im Trauzimmer im Rathaus begrüßt. Viele von ihnen haben sich in das Goldene Buch der Stadt eingetragen.

Nachfahrin Isabella von Bentivegni hat die Gedenktafel enthüllt. Foto: ru
Auch zahlreiche Herzberger haben sich den Geburtstagsfeierlichkeiten angeschlossen und an der Enthüllung einer Gedenktafel für Louise von François teilgenommen. Die Tafel befindet sich in der Schliebener Straße an dem Haus, auf dessen Grundstück sich das Geburtshaus der Schriftstellerin befunden haben muss. Von dort aus ging es zum Botanischen Garten. Hier haben Familienmitglieder einen Kuchenbaum zur Erinnerung an Louise gepflanzt. Er soll die Sammlung seltener Bäume im Botanischen Garten vervollständigen. Anschließend waren Familie und Gäste zur großen Kaffeetafel eingeladen, die Musikkurse den Herzberger Gymnasiums kulturell umrahmten. Dem Anlass entsprechend sangen die jungen Leute deutsche Volkslieder und bewegten die Geburtstagsgesellschaft sogar zum Mitsingen. Teilgenommen haben an der Feier auch Vertreter der Stadt Weißenfels, in der Louise lange gelebt hat und in der sie 1893 gestorben ist. Kulturamtsleiter Robert Brückner hat alle nach Weißenfels eingeladen, sich die kleine Sonderausstellung über die Schriftstellerin anzusehen.
Birgit Rudow


Festveranstaltung zum 200. Geburtstag von Louise (Herzberger Rundschau, 26.06.2017)

Herzberg. Den 200. Geburtstag von Louise von François begehen die Herzberger am Dienstag mit einer feierlichen Veranstaltung.
Die deutsche Erzählerin und Schriftstellerin ist am 27. Juni 1817 in Herzberg geboren und am 25. September 1893 in Weißenfels gestorben. Das Programm der Veranstaltung der Stadt Herzberg und des Kultur- und Heimatvereins Herzberg hat der Ehrenbürger der Stadt Horst Gutsche konzipiert und zusammengestellt.
Treffpunkt ist um 14 Uhr am Denkmal der "Germania" zu einem öffentlichen historischen Stadtrundgang auf den Spuren von Marie Louise von Francois mit der Enthüllung der Gedenktafel am ehemaligen Standort ihres Geburtshauses und einer Baumpflanzung im Botanischen Garten. Um 15 Uhr gibt es eine Kaffeetafel im Saal des Bürgerzentrums. Um 16 Uhr spricht Luise Pumplun Grußworte und hält den Festvortrag.
Anmeldung für die Veranstaltung nimmt noch das Kulturamt der Stadt telefonisch unter 03535 482330 bzw. per Mail: kulturamt@stadt-herzberg.de entgegen.
red/ru


Schillerstiftung hilft Freunde haben sich für Louise von Francois eingesetzt (Mitteldeutsche Zeitung, 25.06.2017)
Von Ingo Bach

Die kleine Mauer gehört zu den letzten Überresten des Hauses Große Deichstraße 2, wo Louise von Francois zuletzt lebte.
Foto: Peter Lisker
Weissenfels. In ihrem Testament vom 14. April 1883 vermachte Louise von Francois ihrem Neffen Leo Herbst, dem Sohn ihres jüngeren Halbbruders Arthur, ihre Ersparnisse sowie der Deutschen Schillerstiftung ihr gesamtes literarisches Werk.
Diese Verfügung kam nicht von ungefähr. Es war der Dank für die ihr gewährte jahrelange finanzielle Unterstützung und zugleich eine ihrer Lebenshaltung entsprechende Weitergabe ihrer "Reichtümer" an bedürftige Schriftstellerkollegen.
Schwierige finanzielle Situation im Elternhaus
Bekanntlich hat L. von Francois erst sehr spät - mit 38 Jahren - zur Feder gegriffen; als Antrieb für ihre literarische Tätigkeit müssen einmal die schwierige finanzielle Situation im Elternhaus und der Kampf um eine selbstständige Existenz gelten. Dabei ist die materielle Not der Weißenfelser Literatin durch die Literaturwissenschaft überbewertet worden, denn es wurde vergessen oder war nicht bekannt, dass sie als Offizierstochter eine kleine Pension aus der Privatschatulle des preußischen Königs bezog.
Man muss auch davon ausgehen, dass L. von Francois im ersten Jahrzehnt ihrer schriftstellerischen Tätigkeit relativ gut verdient hat. Ob allerdings diese Honorare und die Pension für ihren Lebensunterhalt ausgereicht haben, ist fraglich. Doch als sie infolge häufiger Erkrankungen in den späten 60er Jahren des 19. Jahrhunderts nur wenig schreiben konnte, geriet sie in finanzielle Notlage.
Brief an den Generalsekretär der Deutschen Schillerstiftung
Das beweist der Brief ihrer Berliner Bekannten Charlotte Duncker an den Generalsekretär der Deutschen Schillerstiftung, Julius Grosse, von 1870, in dem sie diesen um eine Unterstützung für die hilfsbedürftige Freundin bittet: "Louise von Francois beweist sich in allen Dichtungen als eine tüchtige, realistische Beobachterin von Menschen und äußeren Lebenslagen, als eine feine Kennerin der inneren Hergänge... So verdient gewiss das Talent und die Richtung der Schriftstellerei einer ehrenvollen Anerkennung.
Dieselbe ist ihr aber in Form einer Gabe der Schillerstiftung insbesondere deshalb zu wünschen, weil sie krank ist u. nicht Mittel besitzt, welche zu ausreichender häuslicher Pflege, geschweige denn zu einer mit einem Aufenthalt an einem Kurorte verbundenen gründlichen Kur erforderlich sein würden. Die Darreichung der Ehrengabe mit der ausdrücklichen Bestimmung, ihr die Mittel zur Wiedergewinnung der Arbeitskraft durch eine Kurreise zu gewähren, würde gewiss freudig dankbare Aufnahme finden".
Gegründet wurde die Deutsche Schillerstiftung in Weimar
Gegründet wurde die Deutsche Schillerstiftung in Weimar, um "deutsche Schriftsteller und Schriftstellerinnen, welche für die Nationalliteratur ... verdienstlich gewirkt, ... dadurch zu ehren, dass sie ihnen ... Hilfe und Beistand bietet." Die heute noch bestehende Stiftung ist die älteste bürgerschaftlich organisierte Fördereinrichtung für Autoren. Die Stiftung hatte stets unter Geldmangel zu leiden und konnte daher keine üppigen Unterstützungen gewähren, zumal die Anzahl bedürftiger Autoren, besonders in den 1860er Jahren, recht groß war.
Der Schriftsteller Julius Grosse in Weimar hat den Antrag von Charlotte Duncker positiv befürwortet und Louise von Francois bekam eine "namhafte einmalige Unterstützung" von 150 Talern. Dieser Ehrengabe sind im Laufe der nächsten Jahre weitere gefolgt, so 1873 nochmals 150 Taler. Nach dem Tod ihres Stiefvaters A. A. Herbst am 22. Mai 1874 ist der "verdienstvollen Schriftstellerin" auf zwei Jahre eine Pension von jährlich 150 Talern bewilligt worden.
Weißenfelserin hat Unterstützungen nicht sehr gerne angenommen
Die Weißenfelserin hat diese Unterstützungen nicht sehr gerne angenommen, da sie annahm, dass bedürftigere Schriftsteller und Schriftstellerinnen benachteiligt würden, wie sie im Dankschreiben an Grosse, datiert vom 20. Oktober 1874, in aller Bescheidenheit zum Ausdruck bringt.
Trotz dieser Stiftungen erreichte die literarische Produktivität der von Francois nicht mehr die Höhe und Qualität früherer Jahre - vermutlich wegen fortschreitenden Alters und gesundheitlicher Probleme. Dies geht auch aus einem Brief der Hallenser Freundin Mathilde Thümmel an Julius Grosse vom Februar 1879 hervor: "Die arme Louise von Francois liegt seit Neujahr schwerkrank. Diphteritis (in hohem Grade), Typhus und Kopfrose. Sie ist sterbensmatt." Es dürfte mit Hilfe nicht gezögert werden, sonst könne sie sich derer am Ende nicht mehr erfreuen.
Empfang der Urkunde für die Pension
Auf die Bitte hin hat sie noch im Februar 1879 100 Mark erhalten, später weitere 300 Mark - aber nicht von der Schillerstiftung. Der Betrag war von Freunden und Bekannten gesammelt worden. 1880 ist sie Pensionärin der Stiftung in Weimar geworden: es wurden ihr jährlich 450 Mark auf Lebenszeit zuerkannt.
Nach Empfang der Urkunde für die Pension hat sie ihre letzte größere Erzählung "Der Katzenjunker", die sie "dürftige aber voraussichtlich letzte Herbstfrucht" nannte, aus Dankbarkeit an die Schillerstiftung geschickt. (mz)
- Quelle: http://www.mz-web.de/27824960 ©2017


Münzverein beginnt Feierlichkeiten zum 50. (Herzberger Rundschau, 10.06.2017)
Herzberg. Die Herzberger Münzfreunde haben in dieser Woche die Feierlichkeiten zu ihrem 50.Vereinsjubiläum gestartet.

Am Dienstag wurde in der Herzberger Kirche die Festschrift der Münzfreunde zu ihrem Jubiläum vorgestellt. Foto: D. Müller/dmu1
Zu diesem besonderen Geburtstag hat Vereinsmitglied Ulf Lehmann eine Festschrift unter dem Titel "Numismatische Neuigkeiten rund um Herzberg (Elster)" herausgegeben. Sie wurde am Dienstag in der Seitenkapelle der Herzberger Stadtkirche vorgestellt.
Das Motto "Wir prägen Geschichte" spiegelt im doppelten Sinn Programm und Ziele des Vereins wider. "Die vorliegende Festschrift ist ein großer numismatischer Blumenstrauß. Gepflückt wurde er von unseren Mitgliedern und darüber hinaus von vielen guten Freunden", schreibt Ulf Lehmann in seiner Einführung.
So hat Numismatiker Prof. Bernd Kluge für die Schrift einen Aufsatz über das Geld im Mittelalter unter dem Titel "Von Karl dem Großen bis Richard Löwenherz" verfasst. Mit den Münzprägungen in Herzberg anhand urkundlicher Quellen hat sich Ulf Lehmann beschäftigt. Die 48 Beitrage der Festschrift (eigentlich ist sie schon ein Buch) sind unter den Überschriften Mittelalter, Münzfunde, Medaillen, Papiergeld, Marken, Geldgeschichte(n) und Verein untergliedert. Zahlreiche Autoren der Region haben an der Schrift mitgewirkt, so unter anderen der Vereinsvorsitzende Horst Gutsche, Dr. Mario Huth, Jürgen Schulze, Dr. Barbara Böning und Dr. Jörg Böning oder Dr. Peter Müller. Die Beiträge sind nicht nur für ausgesprochene Numismatiker oder Geschichtsinterssierte interessant und verständlich.
Am Freitag, dem 16. Juni, findet im Herzberger Bürgerzentrum der Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Vereins Herzberger Münzfreunde statt. Am Abend wird eine Ausstellung in der Galerie des Bürgerzentrums eröffnet, in der 18 Vereinsfreunde in 20 Standardkästen und vier Vitrinen Münzen, Medaillen, Geldscheine und numismatisches Beiwerk zeigen. Am Tag darauf findet in Herzberg die Frühjahrstagung des Numismatischen Arbeitskreises Brandenburg/Preußen statt. Auch hierzu sind Interessenten und Laien eingeladen. Das Schauprägen der Prägemedaille zum Jubiläum erfolgt zu den Aufführungen des Reformationsspiels am 14. und 15. Juli.
Birgit Rudow


Festschrift zum Jubiläum (Herzberger Rundschau, 03.06.2017)
Herzberg. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Herzberger Münzfreunde gibt Ulf Lehmann im Auftrag des Vereins eine Festschrift unter dem Titel "Numismatische Neuigkeiten rund um Herzberg (Elster)" heraus. Er stellt sein jüngstes Werk, an dem viele Vereinsmitglieder und weitere Autoren mitgewirkt haben, am Dienstag, 6.

Die Festschrift der Münzfreunde wird am Dienstag vorgestellt. Foto: ru
Juni, um 19 Uhr in der Seitenkapelle der Stadtkirche St. Marien vor. Ulf Lehmann selbst bezeichnet die Festschrift im Vorwort als einen "großen, bunten (numismatischen) Blumenstrauß". Zur Vorstellung sind alle Interessierten eingeladen.
Birgit Rudow


Weißenfels saniert historische Gräber Die Ruhestätte der Louise von François ist dran (Mitteldeutsche Zeitung, 23.05.2017)
Von Andreas Richter

Steinmetz Daniel Kittler am Grab der Louise von François. Foto: P. Lisker
Weißenfels. Der Gedenkstein an der Grabstätte der Schriftstellerin Louise von François (1817-1893) auf dem Weißenfelser Friedhof wird gegenwärtig saniert. Wie die Stadt auf MZ-Anfrage informierte, hat die einheimische Firma Kloß und Kittler den Auftrag erhalten, die Schriftplatte zu reinigen und die Inschrift zu erneuern.
Anlass ist der diesjährige 200. Geburtstag der Schriftstellerin, die 57 Jahre ihres Lebens in Weißenfels verbracht hat und in der Saalestadt verstorben ist.
Die Stadt will in den nächsten Jahren weitere historische Grabstätten auf dem Friedhof instand setzen Das geht aus einem Bericht der Kommune zum Zustand der Gräber hervor. Die Gesamtkosten aller vorgeschlagenen Maßnahmen belaufen sich demnach auf rund 13.500 Euro.
Bis 2019 sollen zunächst die weniger aufwendigen Arbeiten an mehreren Grabstellen in Angriff genommen werden. Dazu gehört auch die Erneuerung der Grabplatte für Louise von François. Mittel für die teureren Arbeiten sollen dann in den Haushaltsplänen 2018 bis 2020 bereitgestellt werden.
Ein Lageplan informiert am Eingang des Weißenfelser Friedhofs über die historischen Grabstätten auf dem Gelände. Zu ihnen gehören unter anderem die Gräber des Orgelbaumeisters Friedrich Ladegast (1818-1905) sowie des Taubstummenlehrers Moritz Hill (1805-1874). (mz)
- Quelle: http://www.mz-web.de/26952780 ©2017


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Fotos: Mathias Krüger


Ein Streifzug durch die Elsteraue (Herzberger Rundschau, 15.05.2017)
Herzberg. Der Kultur- und Heimatverein Herzberg lädt alle Vereinsmitglieder und Interessierte am Dienstag, 16. Mai, um 19 Uhr zu "Naturkundlichen Streifzügen durch die Herzberger Elsteraue" in der Gaststätte Wolfsschlucht in Herzberg ein.
Den Vortrag hält Mathias Krüger. Der Eintritt ist frei.


Zwei Jubiläen auf einer Medaille (Herzberger Rundschau, 13.05.2017)
Herzberg. Das bekannte traditionelle Schauprägen für die Medaille zum 50-jährigen Bestehen des Vereins Herzberger Münzfreunde findet erst beim großen Reformationsfestspiel am 14. und 15. Juli 2017 auf Herzbergs Marktplatz statt.

Die Vorderseite der Medaille zum Jubiläum 50 Jahre Münzverein Herzberg ist dem 500. Jahrestag der Reformation gewidmet. Foto: Horst Gutsche
Doch das kleinere Jubiläum begehen die Herzberger Münzfreunde bereits am 16. und 17. Juni. "Zum Festakt am Gründungstag der Sammlergruppe am 16. Juni erscheint nicht nur diese Prägemedaille, sondern der Verein gibt zusätzlich noch eine Porzellanmedaille in einer kleinen Auflage von 40 Stück heraus. Außerdem wird es nach der Festschrift von 2009 anlässlich Herzbergs Stadtjubiläum eine zweite Festschrift unter dem Titel ‚Numismatische Neuigkeiten rund um Herzberg (Elster)' geben", verrät der Vorsitzende der Münzfreunde, Horst Gutsche.
Ulf Lehmann, Herausgeber der Schrift, wird sein jüngstes Werk, an dem viele Vereinsmitglieder und weitere Autoren mitgewirkt haben, am Dienstag, dem 6. Juni um 19 Uhr in der Seitenkapelle von St. Marien vorstellen. Dazu sind alle Interessenten eingeladen. Besonders eingeladen wird außerdem zur großen Ausstellung des Vereins in der Galerie von Herzbergs Bürgerzentrum in der Uferstraße 6, wo die Mitglieder von Samstag, dem 17. Juni bis Donnerstag, dem 22. Juni für recht viele Besucher Einblicke in ihre Sammelgebiete geben.

Die Rückseite ist für das 50-jährige Bestehen der Münzfreunde in diesem Jahr gestaltet worden. Foto: Horst Gutsche
Das Wirken des Vereins als Ganzes wird auf andere Art anschaulich dargestellt. In 20 Standardkästen und vier schönen Vitrinen sind Münzen, Medaillen, Geldscheine, die Vielfalt des Notgeldes, Numismatisches Beiwerk und manches mehr in äußerst geschmackvoller Darstellung zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Dass zum Jubiläumsfest des Herzberger Vereins die integrierte Frühjahrstagung des deutschlandweit organisierten numismatischen Arbeitskreises Brandenburg/Preußen, eine Vortragsveranstaltung für dessen Mitglieder und auch für Interessenten und Laien aus der Öffentlichkeit, am 17. Juni im Bürgerzentrum stattfindet, wertet der Verein als eine besondere Anerkennung.
Zurück zur Prägemedaille: Die üblichen Bestellmöglichkeiten für Stücke in Edelmetall bestehen bis zum Donnerstag, 1. Juni, im Tourismuspunkt in der Seitenkapelle von St. Marien (Tel. 03535-2480544) und beim Verein selbst, verein@herzberger-muenzfreunde.de Die Exemplare in Zinn werden beim Schauprägen wieder für 6 Euro zu haben sein.
Horst Gutsche gibt auch noch einen kleinen Einblick in die neue Festschrift und was sie über historische Jubiläumsmedaillen auf die Reformation verrät. Zum Beispiel, dass alle Herzberger Schulkinder am 25. Juni 1830 Zinnmedaillen mit den Porträts von Luther und Melanchthon als Geschenk erhalten haben, gestiftet vom "Rathsassessor Caspar".
Die Münzfreunde fragen sich, ob wohl noch einige Exemplare in Herzbergs Familien vorhanden sind? "Diesmal wollen wir die Schulklassen wenigstens gratis durch ihre Ausstellung führen. Alle Herzberger sind herzlich zu allen Angeboten anlässlich des Jubiläums ‚50 Jahre Herzberger Münzfreunde', eingeladen", sagt Horst Gutsche.
Horst Gutsche / red/ru


Luther und Herzberg: Viele Spuren und ein Nachweis (Herzberger Rundschau, 28.04.2017)
Herzberg. In diesem Jahr scheint er überall zu sein. Geradezu omnipräsent. Martin Luther. Zum Reformationsjubiläum versucht jeder ein wenig von diesem Glanz zu profitieren.

Ulf Lehmann hat in der voll besetzten "Bücherkammer" viele Informationen rund um das Wirken des Reformators in Elbe-Elster vermittelt. Foto: rmr
Herzberg bildet dabei keine Ausnahme. Grund genug für Ulf Lehmann, am Dienstag einen Vortrag in der "Bücherkammer" abzuhalten, bei dem er "Martin Luther und seine Beziehung zur Stadt Herzberg" eingehend unter die Lupe nahm. Dass die Resonanz groß war, machten schon Lehmanns einleitende Worte deutlich. "Wir fangen pünktlich an, es passt ohnehin niemand mehr rein", scherzte er. Alle Plätze waren besetzt, einige Zuhörer blieben auch stehen.
Was folgte, war ein anschaulicher Vortrag rund um das Leben und Wirken Luthers zwischen Elbe und Elster. Die Tätigkeit des Reformators erst als Student und später als Lehrkraft an der 1502 gegründeten Universität in Wittenberg, nahm Lehmann zum Anlass, um erste Verbindungen nach Herzberg herzustellen. Nachweislich acht Mönche des Augustinerklosters haben dort studiert. "Sie lebten dort alle dicht beieinander, Zelle an Zelle. Wir können ziemlich sicher davon ausgehen, dass sie auch mit Luther ins Gespräch gekommen sind." Da die Mönche auch in einem großen Umkreis - beispielsweise bis Guben - predigten, könnten neuere Denkanstöße bereits ohne den Buchdruck verbreitet worden sein.
Nach den Veränderungen, die nach dem Thesenanschlag folgten und nach dem Exil des Reformators auf der Wartburg, fand dieser nach seiner Rückkehr nach Wittenberg nur noch ein halbleeres Kloster vor. Viele Mönche hatten andere Berufe ergriffen, waren Handwerker, Pfarrer oder Schenkenbetreiber geworden.
In den Briefwechseln oder Dokumenten aus Torgau finden sich immer wieder Korrespondenzen und Bittschriften von Herzbergern, in der Regel Mönche, an Luther. Unstrittig ist, dass sich der Reformator in Streitfragen vor die Bittsteller stellte. Ein Erscheinen vor Ort ist jedoch nicht nachweisbar. Eine einzige Sache scheint aber sicher zu sein. Am 24. April 1522 erhielt Luther in Torgau den Auftrag, nach Herzberg zu reisen, um eine Inventur im Kloster vorzunehmen. Lehmann geht davon aus, dass Luther am Abend in der Stadt eintraf und seine Pflicht am nächsten Tag erfüllte. Also genau 495 Jahre vor jenem Tag, den er sich als Termin für seinen Vortrag ausgewählt hatte.
"Wir können nur diesen einen Besuch in Herzberg mit Sicherheit nachweisen. Bis auf den brieflichen Kontakt ist der Rest Vermutung oder Rekonstruktion", fasste Lehmann zusammen. Dem Interesse an der Person Luthers habe dies aber keinen Abbruch getan. "Das sehe ich ja an ihnen", lächelte er mit Verweis auf den voll besetzten Veranstaltungsraum.
Rico Meißner


Martin Luther und die Stadt Herzberg (Herzberger Rundschau, 22.04.2017)
Herzberg. Der Herzberger Regionalhistoriker Ulf Lehmann hält am Dienstag, dem 25. April, um 19 Uhr auf dem Theaterboden der BücherKammer in Herzberg in der Torgauer Straße einen Vortrag zum Thema "Die Beziehung Martin Luthers zur Stadt Herzberg - Fakten und Legenden".
Wer war Martin Luther für die Herzberger? Dreh- und Angelpunkt von Luthers Beziehung zu Herzberg war das Augustiner-Eremiten-Kloster. Ulf Lehmann widmet sich in seinem Vortrag diesem mysteriösen Kapitel verschwundener Stadtgeschichte und der Rolle Martin Luthers.
red/ru


Ein Abend über "die, die sonst niemals weinte" (Herzberger Rundschau, 03.04.2017)
Herzberg. An der Schwarzen Elster hatte sie vor nahezu 200 Jahren das Licht der Welt erblickt: die Dichterin Louise von Fancois. Aus ihrer Feder stammen Worte wie "Deutschland bleibt ein Frikassee" und "Arbeit und Pflicht sind unsere Mächte".

Haben für einen besonderen Abend gesorgt: Martina Heidrich, Horst Gutsche und Erdmuthe Müller-Taube (v.l.). Foto: Kammer
Der Vortragsabend rund um Leben und Werk einer außergewöhnlichen Frau, die die Welt, der sie gerade bedurfte, auf dem Papier entstehen ließ, lockte am Freitagabend über zwanzig Besucher an. Der Kultur- und Heimatverein hatte zusammen mit Louise-Verehrer Horst Gutsche auf den Theaterboden der BücherKammer geladen. Eine Veranstaltung, die vom Landkreis Elbe-Elster und der Sparkassenstiftung gefördert worden ist.
Während des glänzenden Vortrages der Weißenfelserin Erdmuthe Müller-Taube, die Referentin ist bemerkenswerte 92 Jahre alt, hätte man Stecknadeln fallen und Staunen hören können. Nicht Wenige waren überrascht, dass sich hinter dem Namen dieses Herzberger Kindes eine Schriftstellerin verbirgt, die in ihren Tagen mit Theodor Fontane in einem Atemzug genannt worden ist. Das Erfolgsrezept, das ihr dazu verhalf, sieht augenscheinlich eher nach Misserfolg und vielen unerfüllten Lebensträumen aus.
"Bereits mit 15 Monaten wandte sich das Lebensglück der kleinen Louise grundlegend. Der Vater starb. Weggang von Herzberg nach Weißenfels - der Anfang eines Jahrzehnte dauernden Streites um das väterliche Erbe, um das Louise schließlich betrogen werden sollte", nimmt die ehemalige Dozentin für Lehrerbildung Müller-Taube die ersten Maschen für einen dichter werdenden biografischen Stoff auf. Mit Vorliebe erweckt Louise Frauencharaktere zum Leben, die nicht dem Frauenbild ihrer Zeit ähnlich sahen. Ihre Poesie durchzieht ein glasklarer analytischer Stil, der den Niedergang des Adels, Standesvorurteile und die Geschlechterproblematik zum Thema macht "Die warmherzige, fundierte Vorstellung der Schriftstellerin hat mich sehr berührt", gesteht Renate Sachse aus Bad Liebenwerda.
Stephanie Kammer


Erinnerungen an einstige Tierparkfeste (Herzberger Rundschau, 04.03.2017)
Herzberg. Zur "Erinnerung an die Tierparkfeste 1999 und 2000 per Film" wird vom Kultur- und Heimatverein Herzberg am Dienstag, 7. März, um 19 Uhr in die Gaststätte "Wolfsschlucht" eingeladen.
Gezeigt werden Filme von Wolfgang Klee, die während der Feste entstanden sind.
red/sk


Der Thementag zum Tierparkfest versetzt diesmal ins Mittelalter (Herzberger Rundschau, 03.03.2017)
Herzberg. Der Park am Schloss verwandelt sich dann in einen großen Markt. Margitta Rentke vom Förderverein Tierparkfest ist für die Organisation verantwortlich.
Auch der Rassekaninchenzüchterverein Herzberg ist auf dem Mittelaltermarkt mit einem Streichelzoo vertreten. Anita Naujokat vom Verein hat diese Woche mit Margitta Rentke (l.) die Absprachen dazu getroffen. Foto: ru
Es klingelt in diesen Tagen oft an der Haustür der Familie Rentke in der Grochwitzer Linse in Herzberg. Leute vor allem aus Vereinen kommen vorbei, die sich mit Margitta Rentke zum mittelalterlichen Markt beim Herzberger Tierparkfest in acht Wochen absprechen möchten. Auch das Tierparkfest kommt am Reformationsjubiläum nicht vorbei, und so steht der Thementag im Park am 30. April unter dem Motto "Handel und Handwerk im Mittelalter - Luther und seine Erben". Den Hut dafür hat Margitta Rentke vom Förderverein Tierparkfest auf. Seit Monaten arbeitet sie an der Vorbereitung. "Wir haben im Verein lange überlegt, ob wir dieses Thema wählen sollten, und haben uns dafür entschieden", sagt sie.
Mehr als 40 Stände werden auf dem Markt vertreten sein. "Das ist kein Verkaufsmarkt. Die Leute sollen zuschauen, verkosten und mitmachen", sagt Margitta Rentke. Die Theatergruppe wird am Eingang Eintrittskarten für das Lutherspiel im Juni verkaufen. Korbflechter, Besenbinder, eine Roßschmiede, ein Imker, ein Gerber, Klöppelfrauen und Spinnerinnen, Töpfer, Holzgestalter, Klemmkuchenbäcker, Streichelzoos, eine Bartschmiede und ein Ablassprediger werden vor Ort sein, um nur einige zu nennen. Es werden Waffeln gebacken, Marmeladen und Liköre angeboten, ein Schwein am Spieß wird gebraten und es gibt Leckeres aus der Gulaschkanone. Die Interessengemeinschaft "Historisches Feld" aus Kolochau ist ebenso dabei wie der Herzberger Heimatverein oder die Voltegiergruppe aus Züllsdorf und die Schüler des Geschichtsprojektes der Clajus-Schule. Das alles will gut organisiert und koordiniert sein. "Es gibt schon einen konkreten Stellplan für den Park. Wir werden den Markt zu großen Teilen mit einem breiten Band aus Flies einzäunen, an dessen Gestaltung gerade die Kindergärten und Schulen mitarbeiten", so Margitta Rentke.
Musikalisch umrahmen das Drehorgel-Duo Rieger und das Orchester der Binnenschifffahrtschule Naklo den Markt. Den Abschluss wird eine Mittelaltershow bilden mit Feuerschluckern, Tänzen und Säbelspielen.
Der Thementag gehört seit Jahren zur Tradition beim Tierparkfest. "Wir gehen davon aus, dass er auch in diesem Jahr wieder viele Besucher anzieht", sagt Margitta Rentke.
Die Vorbereitungen für das diesjährige Fest gehen jetzt in die Endphase. Spätestens, wenn zur Automeile am 2. April die ersten Enten für die Tierparkfesttombola auf dem Herzberger Markt angeboten werden, steigt die Vorfreude der Herzberger wieder. Das Event startet am 28. April mit dem Tierparkfestcafé. Das Platzkonzert am Abend und die Begleitung des Fackelumzuges zum Festplatz übernimmt diesmal der Musikzug aus Schönborn. Das Fest endet am 1. Mai mit dem Sponsorenfrühschoppen und dem Entenrennen.
Birgit Rudow


Elbe-Elster tanzt Samba und mit Luther (Herzberger Rundschau, 20.02.2017)
Saathain. Es ist eine stolze Tradition im Landkreis Elbe-Elster: Zum 19. Mal wurden Kulturpreise in verschiedenen Kategorien vergeben.

Alle Elbe-Elster-Kulturpreisträger 2016 reihten sich zum abschließenden Gruppenfoto auf. Foto: Jürgen Weser
Es ist eine stolze Tradition im Landkreis Elbe-Elster: Zum 19. Mal wurden Kulturpreise in verschiedenen Kategorien vergeben. Vier Einzelpersonen und drei Vereine sowie eine Interessengemeinschaft wurden zur Festveranstaltung am Freitagabend auf Gut Saathain geehrt. Mit 47 Förderbescheiden an mehr als 30 Vereine und Kommunen wurde die "Kulturreise Elbe-Elster 2017" eröffnet. Stolz auf die bunte und vielfältige Kulturlandschaft ist Landrat Christian Heinrich-Jaschinski. Er verspricht: "An dem Budget der Kulturförderung werden wir nicht rütteln."
"Wahnsinn, wie viele Kulturprojekte es in unserem Kreis gibt", ist Malerin Elke Böckelmann aus Altenau begeistert. Sie bekommt den Kunstpreis. E.R.N.A. "überzeugt durch provokante und schrille aber auch poetische Malweise", betont Kulturamtsleiter Andreas Pöschl. Der Herzberger Ulf Lehmann, profunder Heimatforscher, freut sich über die Ehrung wie Iris Stöber und Maysun Kellow vom Atelierhof Werenzhain, die eine besondere Kunstlandschaft geschaffen haben. Engagiert kümmern sich 15 Vorlesepaten um die Leseförderung von Kindern, während der Förderverein Gut Saathain unter Regie von Joachim Pfützner als Konzert- und Veranstaltungsort Anerkennung genießt. Peter Kroll aus Domsdorf, mit dem Preis für Denkmalpflege geehrt, nutzt die Veranstaltung, um weitere Unterstützer für die "Jugendbrigade Ü 70" im Heimatverein zu finden und "der bunte Vogel" Kulturpreisträger Victor Niclas wünscht sich mehr Besucher für sein Schloss "Lillliput" in Naundorf. Wir haben eine Zukunft, signalisiert der Flugsportverein "Otto Lilienthal" aus Finsterwalde. Den Preis für Denkmalpflege nehmen Philipp Grundke und Ole Weber, zwei junge Flugsportenthusiasten, entgegen.
Was aus Musikern der Region geworden ist und werden kann, zeigt das Begleitprogramm. Der aus Herzberg stammende Gitarrenvirtuose Eberhard Klunker begeistert die 110 geladenen Gäste mit eigenen Kompositionen und seinem Faible für Jazz und Blues. Mit 13 Jahren hatte Klunker seine Karriere von Herzberg aus gestartet, spielte bei Modern Soul, Klaus Renft, mit Veronika Fischer und Uschi Brüning und machte vor seiner Republikflucht 1975 letzte Aufnahmen mit der Hansi Biebl Bluesband. Mit eigenen Kompositionen gehört Klunker zur Champions Leage der Gitarristen. Den Bogen zu jungen Talenten der Kreismusikschule schlägt "Jugend musiziert"-Sieger Samuel Hesse aus Dreska am Flügel.
Martin Luther dominiert den Kulturkalender 2017. Dem Erfolgsprojekt Luther-Pass verpasst die Sparkassenstiftung "Zukunft Elbe-Elster-Land" einen gewaltigen Schub mit 100 000 Euro Förderung, "damit er in ganz Deutschland Ausbreitung findet", wie Thomas Hettwer von der Stiftung wünscht. Viele Konzertreihen, die 11. Kunstausstellung bildender Künstler aus EE und Partnerkreisen ab 19. März, die 21. LiteraTour im Frühjahr und weitere Ausstellungen berühren das Thema. Die "Kulturreise Elbe-Elster" bietet über 80 (!) Events von März bis Juli. Die Zugabe-Samba von Eberhard Klunker jubilierte als fröhlicher Start ins Kulturjahr.
Jürgen Weser


Louise von François aus der Sicht der Fachwelt (Herzberger Rundschau, 13.02.2017)
Herzberg. Nachdem die in Herzberg geborene Schriftstellerin Louise von François wieder in das öffentliche Bewusstsein gerückt worden ist, folgt in Vorbereitung der im Juni in Herzberg stattfindenden großen Feier zu deren 200. Geburtstag ein weiterer Schritt, teilen die Vorsitzende des Herzberger Heimatvereins Martina Heidrich und Horst Gutsche von der "Initiativgruppe Louise" mit.
Ihnen ist es gelungen, die Literaturwissenschaftlerin Erdmuthe Müller-Taube, ehemalige Dozentin am Institut für Lehrerbildung in Weißenfels, zu einem Vortrag zu gewinnen. Erdmute Müller-Taube spricht in der Herzberger BücherKammer zum Thema "Wir sind geneigt, unsere Geister schnell zu vergessen …" - Betrachtungen über das Leben und das Werk der Weißenfelser Dichterin Louise v. François.
Eingeladen sind alle literarisch oder heimatgeschichtlich Interessierten, speziell Mitarbeiter von Bibliotheken und Buchhandlungen sowie Deutschlehrer und ihre Schüler der Leistungskurse.
Die Veranstaltung findet am Freitag, dem 31. März, im Vortragsraum der BücherKammer in Herzberg in der Torgauer Straße 21, statt. Er beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Die Geburtstagsfeier Louise von François am 27. Juni ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Stadt Herzberg und des Herzberger Kultur- und Heimatvereins. Dabei soll auch eine Gedenktafel eingeweiht werden.
Louise von François gilt in der literarischen Welt als Weißenfelser Schriftstellerin, wohin sie als Kleinkind mit ihrer Familie verzogen war. Im dortigen Museum werden ihr Andenken und das literarische Erbe gepflegt.
red/ru


Amtsblatt für die Stadt Herzberg (Elster) Nr. 2, 28.01.2017)
Der Kultur- und Heimatverein Herzberg/E. e. V. wünscht ein gesundes neues Jahr 2017 und lädt alle Vereinsmitglieder zur Mitgliederversammlung am 07.02.2017, um 19 Uhr in die Gaststätte Wolfsschlucht Herzberg ein.
Tagesordnung:
Wahl Vorstand
Rechenschaftsbericht
Kassenbericht
Vorstellung Jahresplan 2017
Der Vorstand