Aktuelles


Ausstellung des Kultur- und Heimatvereins Herzberg e. V. im Turmzimmer des Rathauses zum Weihnachtsmarkt am 9. und 10. Dezember 2017 in Zusammenarbeit mit den Herzberg Schützen zum Thema "610 Jahre Herzberger Schützengilde
gegr. 1407 e.V. ".


Heimatkalender(Herzberger Rundschau, 08.12.2017)
Warum der Heimatkalender diesmal anders erscheint


Herzberg. Die Nachricht ist verbreitet: In diesem Jahr wird es den Herzberger Heimatkalender in etwas veränderter Form geben, herausgegeben von der Stadt. Von Sylvia Kunze
Wie Stephanie Kammer, Inhaberin der BücherKammer, die in den Vorjahren unter Leitung von Mitarbeiter Christian Poser für die Herausgabe des beliebten Kalendariums verantwortlich zeichnete, berichtet, sei es zu einem echten Engpass gekommen, weshalb sie sehr froh sei, dass sich stattdessen nun die neue Lösung anbiete. Verschiedene Buchprojekte hätten sich so nach hinten geschoben, dass zeitlich kaum noch Freiraum für den Kalender geblieben sei.
Darüber hinaus, so berichtet Stephanie Kammer weiter, sei im Vergleich zu den Vorjahren auch längst noch nicht so viel Text- und Fotomaterial von freien Autoren für den Kalender eingegangen. Um ihn ansprechend und so umfangreich wie gewohnt zu gestalten, hätte noch sehr viel Arbeit investiert werden müssen. Man habe das aufgrund der vielen anderen Projekte nebenbei zu spät bemerkt, um rechtzeitig und angemessen reagieren zu können.
Aber: "Die Arbeit für das bereits eingereichte Material soll nicht umsonst gewesen sein. Es findet Verwendung im nächsten Heimatkalender, der nach jetzigen Überlegungen vielleicht eine Ausgabe für zwei Jahre werden könnte", berichtet Stephanie Kammer und ergänzt: "Wir wollen noch einmal das Kalenderkonzept neu denken."
Der "Ersatz"-Heimatkalender soll nun kurz vor dem dritten Advent erhältlich sein. Inhaltlich gibt er einen Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr, vor allem auf das Reformationsjubiläum, und einen Ausblick auf das nächste Jahr.
Kaufen wird man ihn im Tourismuspunkt in der Kirche und in der Buchhandlung Jachalke in der Schliebener Straße können. Wer keine Möglichkeit hat, den Heimatkalender vor Ort zu erwerben, der kann ihn zum Herzberger Weihnachtsmarkt am Wochenende in der Ausstellung des Heimatvereins im Turmzimmer des Rathauses bestellen. Laut Kulturamt der Stadt wird er dann zugeschickt.


Herzberger Weihnachtsmarkt öffnet Freitagabend (Herzberger Rundschau, 07.12.2017)

Der Herzberger Weihnachtsmarkt lädt am Wochenende wieder Groß und Klein zu erlebnisreichen Stunden ein. FOTO: Rudow
Herzberg. Gewerbeverein lädt zu buntem Programm an drei Tagen rund um die Kirche und das Rathaus. Von Birgit Rudow
Am Wochenende lockt der Gewerbeverein die Herzberger und ihre Gäste zum Herzberger Weihnachtsmarkt. Seit einigen Jahren schon ist es Tradition, den Markt am Freitagabend mit Live-Musik und (mehr oder weniger viel) Glühwein zu starten. Viele Herzberger, die jetzt nicht mehr in der Stadt wohnen, kommen zum Weihnachtsmarkt und nutzen den Freitagabend zu Gesprächen mit Freunden und Bekannten. In diesem Jahr spielen ab 18.30 Uhr mit der "FIVE Senses Coverband" junge Musiker aus der Region. Ab 20 Uhr tritt die Pulsnitzer Band "Turn Away" auf. Erst gegen Mitternacht klappen die Glühweinbuden ihre Schotten runter.
Der Samstag steht diesmal ganz im Zeichen des 2. Herzberger Schmiedeweihnachtsmarktes. Doch bevor sich die Besucher von Hammer und Amboss faszinieren lassen, schneidet Bürgermeister Michael Oecknigk pünktlich um 14 Uhr vor dem Rathaus den Riesenstollen an. Gebacken hat ihn wieder Christian Graf vom Café Plätzchen. Um 14 Uhr beginnt zwischen Rathaus und Kirche dann auch die Aktion "Schmieden für den Frieden" mit dem Schauspieler Heinz Hoenig. Hier werden Friedensnägel geschmiedet, die man erwerben kann.
In der Kirchstraße 7 ist der Verein Tierhilfe Südbrandenburg zu finden. Live geht es auch am Samstag musikalisch weiter. Die "Schlagfertigen" und die Gruppe "Jamboree" der Elster Werkstätten spielen ab 15 Uhr auf der Bühne.
Gut gerüstet für den Weihnachtsmarkt sind auch die Kinderstadtführer der Johannes-Clajus-Schule. Sie laden die Mädchen und Jungen um 15 Uhr, 16 Uhr und 17 Uhr (Sonntag 14 Uhr und 15 Uhr) in den Rathauskeller ein und erzählen dort Herzberger Geschichten. Um 18 Uhr sollten sich alle wieder bei den Schmieden einfinden. Dort wird die Friedenstaube versteigert, die vor drei Jahren zur ersten Schmiedeweihnacht geschmiedet und danach fertiggestellt wurde. Das Geld soll sozialen Zwecken zugutekommen, ebenso die Einnahmen aus dem Verkauf der Friedensnägel.
Ab 19 Uhr gibt es dann ein weiteres Spektakel. Der Rennofen, der den ganzen Nachmittag über gut "gefüttert" wurde, wird um 19 Uhr angestochen. Das Rennverfahren ist die älteste und war bis 1736 die einzige Methode, schmiedbares Eisen herzustellen, erläutert der Herzberger Schmied Denni Ludwig.
Der Weihnachtsmarkt-Sonntag steht unter dem Motto "Familienweihnacht". Von 14 Uhr bis 18 Uhr können die Kinder mit der Bäckerei Bubner Plätzchen backen. Um 15 Uhr führen die Kinder der Kita "Kuschelbär" auf der Bühne ein weihnachtliches Programm auf. Festlich wird es von 16 Uhr bis 17 Uhr in der Stadtkirche, wo die Herzberger Chöre Adventsmusik erklingen lassen. Und eines sollte man auf keinen Fall vergessen: Am Sonntag haben die Geschäfte der Herzberger Innenstadt ab 14 Uhr geöffnet. Wer noch nicht alle Weihnachtsgeschenke beisammen hat, der kann sich in Ruhe umschauen und einkaufen.
An beiden Tagen gibt es auch weihnachtliches Markttreiben mit entsprechenden Angeboten. Das Weihnachtspostamt hat in der Seitenkapelle der Kirche geöffnet. Hier können die Kinder noch ihre Wunschzettel schreiben. Und auf der Bühne hält der Weihnachtsmann ab 16 Uhr eine Weihnachtssprechstunde ab. "Pfiffis Musikanten" sind unterwegs und die "Dreamworld Alpacas" stellt sich vor.
Auch der Besuch auf dem Dachboden des Rathauses lohnt sich wieder. Die christliche Gemeinde bietet "Käthes Marktkorb" mit mittelalterlichen Gaben für Leib und Seele sowie kleine Geschenke an. Sie sammelt Spenden für den Neubau einer Schule für benachteiligte Kinder und Jugendliche in Haiti. Im Turmzimmer sind traditionell die Mitglieder des Herzberger Heimatvereins zu finden. Sie zeigen in diesem Jahr zum Weihnachtsmarkt eine Ausstellung unter dem Titel "610 Jahre Herzberger Schützengilde 1407 e.V."


Andreas Hartmann - eine Herzberger Persönlichkeit des 16. Jahrhunderts
Der Kultur- und Heimatverein Herzberg lädt am Dienstag, dem 5. September um 19 Uhr zu einem Vortrag in die Gaststätte "Wolfsschlucht" ein. Multimedial thematisiert wird das Leben und Wirken des in Herzberg geborenen Theologen, Magisters der Philosophie und des als ersten Lutherspiel-Dichter bekannt gewordenen Dramatikers Andreas Hartmann (ca. 1540 - ca. 1600).
Darüber hinaus beflügelt das diesjährige Reformationsjubiläum das Interesse, sich einen Eindruck "vom Zustande im Himmel vnnd in der Hellen" im Jahre 1600 anhand einer Hartmannschen Komödie zu verschaffen. Der Eintritt ist frei.

Jürgen Schulze
Kultur- und Heimatverein Herzberg e. V.


Großes Theater in Herzberg (Herzberger Rundschau, 17.07.2017)
Herzberg. Zweimal haben die Herzberger Theaterlaien am Wochenende ihr Reformationsspiel "Mein Licht - Der Aufbruch der Anna zu Herzberg" aufgeführt. Die Resonanz war überwältigend.

Arm gegen reich. Hoffnung in die Reformation mit Anna (hier Chiara Dechering), ihrem Mann Götz (Marco Hammer, Mitte) gegen die Bewahrung des Alten mit Kaufmann Fuchs (Ulf Lehmann r.). Im Hintergrund der Kaufmannssohn (Levi Schmidt). Foto: Sven Gückel/svg1
Das war einfach grandios. Zweieinhalb Stunden Theater im Herzen der Stadt, und auf der Bühne standen ausschließlich Herzberger. Leute, denen man täglich begegnen kann. Als Chef des Seniorenzentrums, als Lehrerin, als Gärtner, Schüler am Gymnasium, Sänger im Chor, Zweiradhändler, Elektromeister oder Fußballtrainer. Nicht einer der Akteure hat professionell etwas mit dem Theater zu tun. Es darf aber schon verraten werden: So mancher hat Blut geleckt. Doch dazu später.
Das Elbe-Ester-Land hat sich in den vergangenen drei, vier Jahren regelrecht in das Reformationsjubiläum "reingearbeitet". Die intensive Beschäftigung mit der eigenen Geschichte hat (nicht nur in Herzberg) so einiges zutage befördert, was den Blick auf die Reformation vor der eigenen Haustür geschärft hat. Doch was damit anfangen?
Die Herzberger hatten, inspiriert vom Mittelaltertheater zur Soester Fehde in der Partnerstadt, eine zündende Idee. Sie wurde vor etwa vier Jahren, wie so oft bei solchen Dingen, bei einem guten Glas Wein geboren. Kulturamtsleiterin Karin Jage, die damalige Pfarrerin Jutta Noetzel (sie war am Freitag zur Premiere gekommen) und Fehde-Regisseur Kai Schubert haben das Theaterprojekt ausgetüftelt. Schubert brachte das Stück dann zu Papier. "Die Frage war, was wir erzählen wollen. Es sollte nicht einfach nur die Reformationsgeschichte in Herzberg sein. Da kam mir die Idee mit der Anna", sagt er. Schubert erfand eine ganz persönliche Story um die Herzbergerin Anna im 16.Jahrhundert und stellte sie mitten hinein in die große Reformationsgeschichte um Luther, Melanchthon, Kurfürst Friedrich und Co.
Drei Jahre lang hat der Regisseur mit den Herzberger Laienakteuren an dem Stück gearbeitet. Das Ergebnis hat selbst die größten Optimisten verblüfft.
Heike Drobner-Dechering hatte man im Vorfeld die Hauptrolle der erwachsenen Anna sicher zugetraut. Als Musiklehrerin und Orchesterleiterin am Gymnasium ist sie in der Kunst zu Hause. Die Inbrunst und Glaubwürdigkeit, mit der sie die Anna verkörperte, forderten den Szenenapplaus geradezu heraus.
Mit theatralischem Talent nicht erwarteten Ausmaßes glänzten auch Ulf Lehmann als fieser reicher Kaufmann Fuchs, Jens Ott als Luther, Volkmar Tietze (!!!) als Melanchthon, Chiara Dechering (toll) als junge Anna, Marco Hammer als ewig betrunkener und stotternder Gastwirt, Holger Strieg als Lehrer oder Thorsten Jachalke als Pfarrer Wagner. Alle Nichtgenannten seien um Verzeihung gebeten. Aber fast noch mehr als über die Erwachsenen staunte die Menge über die Kinder auf der Bühne. Einfach verblüffend, wie selbstbewusst die erst siebenjährige Sonja Dechering das Findelkind Anna spielte.
Kai Schubert hat auch die Theatergruppe der Elsterwerkstätten und den Chor pro musica in das Stück integriert. Sieben Herzbergerinnen übernahmen die Rolle als Bäuerinnen und Bürgerinnen. 25 Gymnasiasten waren in das Geschehen mit "eingebaut", ebenso zahlreiche Darsteller in kleineren Nebenrollen. Sie alle haben in 16 Szenen das Leben der Anna von 1506 als Kind bis 1579 als greise Frau (Annerose Weigel) erzählt.
Dabei ging es um handfeste historische Fakten, angedockt an das Leben der von allen Seiten verstoßenen Anna, die als junge Frau gern lesen und verstehen lernen wollte. Anna hat viel Hoffnung in die Herren Luther und Melanchthon und ihre Reformation gesetzt. Doch das Neue dauerte der ungeduldigen und resoluten wie meist unglücklichen Frau viel zu lange. Erst als ihr im hohen Alter ihre Urenkelin etwas vorlesen konnte, erkannte sie, dass die neue Zeit doch etwas gebracht hatte.
Kai Schubert hat sich bei seinen Texten nicht an eine strenge Linie gehalten. Mal waren es eng an das historische Geschehen angelegte Gespräche wie der Streit zwischen Luther, Melanchthon und dem Kurfürsten zum Schmalkaldener Krieg. Es gab aber auch deftig-flappsige Biertischreden. Köstlich wurde es, wenn Seitenhiebe in die Gegenwart zielten, wie zum Schliebener Wein, der beim reichen Kaufmann nicht gut wegkam, oder zu den Münzfreunden, "die ihr Geld selber machen". Ob der Satz "Egal, ob die Welt aus den Fugen gerät, in Herzberg ändert sich nichts." nur für das Mittelalter gedacht war, konnten die Zuschauer irgendwann für sich selbst entscheiden.
Ihr Urteil über das Reformationsspiel aber haben sie sehr schnell und einmütig gefällt. Die Theatercrew durfte in minutenlangen stehenden Ovationen baden. "Wir sind sehr zufrieden und glücklich, dass so viele Leute gekommen sind und ihnen das Stück gefallen hat", sagte Kai Schubert nach der ersten Aufführung. Zu den Zuschauern gehörte am Freitag bei einem gemütlichen Bier auch Landrat Christian Heinrich-Jaschinski. (Bürgermeister Michael Oecknigk war am Samstag da.) Auf die Frage, ob das Herzberger Theaterstück nicht eine der herausragendsten Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum in Elbe-Elster gewesen sei, meinte der Landrat: Es sei das Tollste, was er bisher gesehen habe. Und das Projekt sei auch super für den Zusammenhalt.
Damit hat er den Nagel wohl zumindest getroffen. In das Reformationsspiel waren viele Akteure einer neuen Generation in Herzberg integriert, die die Geschicke der Stadt zunehmend in die Hand nehmen will. Somit war der Aufbruch der Anna vielleicht auch ein Aufbruch für die Stadt. In puncto Theater jedenfalls sieht das so aus. "Hier ist eine tolle Truppe zusammengewachsen. Einige haben schon gefragt, was wir nächstes Jahr machen", sagt Kai Schubert.
In einigen Wochen gibt es ein erneutes Treffen aller Akteure. Und dabei wird man auch darüber reden, ob das Feuer, das die "Anna" entfacht hat, in Herzberg weiterglüht.

Beide Vorstellungen zum Reformationsspiel waren mit je 500 Besuchern bis auf den letzten Platz ausverkauft. Foto: ru
Birgit Rudow


Porzellanplakette als Geschenk (Herzberger Rundschau, 01.07.2017)
Herzberg. Zum 200. Geburtstag der Schriftstellerin Louise von François, die in Herzberg geboren wurde, haben die Herzberger Münzfreunde in sehr kleiner Auflage eine Porzellanmedaille mit dem Bildnis von Louise herausgegeben.

Foto: RU
In der numismatischen Fachpresse habe dies bereits für Aufsehen gesorgt, so der Chef der Münzfreunde Horst Gutsche.
Zwei der Medaillen schenkte der Verein auf der Geburtstagsfeier für Louise der Familie der Schriftstellerin. Eine überreichte die Herzberger Heimatvereinsvorsitzende Martina Heidrich an Luise Pumplun, Cousine in fünfter Generation (Foto). Deren Reaktion auf die Plakette: "Sie ist wunderschön."
Birgit Rudow


Herzberger lassen Louise hochleben (Herzberger Rundschau, 28.06.2017)
Herzberg. Es war eine ganz besondere Feier zum 200. Geburtstag von Marie Louise von François, die der Herzberger Kultur- und Heimatverein unter der Regie von Horst Gutsche bravourös organisiert hat.

Familie und Gäste aus der Stadt auf dem Weg in den Botanischen Garten. Hier wurde ein Baum für Louise gepflanzt. Foto: ru
Die zu ihrer Zeit viel gelesene Schriftstellerin, die ein umfangreiches Werk hinterlassen hat, wurde am 27. Juni 1817 in Herzberg geboren.
Zwei Jahre lang hatte Horst Gutsche darüber gegrübelt, ob und wie man den runden Geburtstag "unserer Louise" begehen und den Herzbergern ihr literarisches Erbe ins Bewusstsein rücken könnte. Er hat ihre Lebensgeschichte erforscht und sich auf die erfolgreiche Suche nach Nachfahren gemacht. Und so waren am Dienstag viele Familienangehörige, zumeist Cousinen und Cousins in der vierten und fünften Generation, nach Herzberg gekommen. Jutta Gräfin von der Schulenburg ist die letzte geborene Francois. Sie ist aus dem Raum Frankfurt/M. mit ihrem Mann Alexander sowie Tochter Isabella und deren Gatten nach Herzberg gekommen. Die verwandte Familie Fehre stammt aus Arnsdorf bei Dresden und Dr. Kurt Pumplun, seine Gattin Rosemarie und Tochter Luise als direkte Nachfahren leben in Schwarzheide und Ruhland. "Die Familie hat sich sehr über die Einladung gefreut. Es war eine sehr, sehr schöne Feier", sagte Rosemarie Pumplun, die zugab, dass der 200. Geburtstag ihrer Vorfahrin für sie Anregung war, sich wieder mehr mit ihrem Werk zu beschäftigen.

Jutta Gräfin von der Schulenburg, eine geborene François, hat sich wie andere Familienmitglieder auch in das Goldene Buch der Stadt Herzberg eingetragen. Foto: ru
Die 29-Jährige Luise Pumplun, Cousine in fünfter Generation, hat während einer großen Kaffeetafel im Bürgerzentrum einen erfrischenden Festvortrag zum Geburtstag ihrer Vorfahrin gehalten und den Zuhörern tiefere Einblicke in das Leben und Werk von Louise von François gegeben. Zuvor wurden die Familienmitglieder von Herzbergs Bürgermeister Michael Oecknigk im Trauzimmer im Rathaus begrüßt. Viele von ihnen haben sich in das Goldene Buch der Stadt eingetragen.

Nachfahrin Isabella von Bentivegni hat die Gedenktafel enthüllt. Foto: ru
Auch zahlreiche Herzberger haben sich den Geburtstagsfeierlichkeiten angeschlossen und an der Enthüllung einer Gedenktafel für Louise von François teilgenommen. Die Tafel befindet sich in der Schliebener Straße an dem Haus, auf dessen Grundstück sich das Geburtshaus der Schriftstellerin befunden haben muss. Von dort aus ging es zum Botanischen Garten. Hier haben Familienmitglieder einen Kuchenbaum zur Erinnerung an Louise gepflanzt. Er soll die Sammlung seltener Bäume im Botanischen Garten vervollständigen. Anschließend waren Familie und Gäste zur großen Kaffeetafel eingeladen, die Musikkurse den Herzberger Gymnasiums kulturell umrahmten. Dem Anlass entsprechend sangen die jungen Leute deutsche Volkslieder und bewegten die Geburtstagsgesellschaft sogar zum Mitsingen. Teilgenommen haben an der Feier auch Vertreter der Stadt Weißenfels, in der Louise lange gelebt hat und in der sie 1893 gestorben ist. Kulturamtsleiter Robert Brückner hat alle nach Weißenfels eingeladen, sich die kleine Sonderausstellung über die Schriftstellerin anzusehen.
Birgit Rudow


Festveranstaltung zum 200. Geburtstag von Louise (Herzberger Rundschau, 26.06.2017)

Herzberg. Den 200. Geburtstag von Louise von François begehen die Herzberger am Dienstag mit einer feierlichen Veranstaltung.
Die deutsche Erzählerin und Schriftstellerin ist am 27. Juni 1817 in Herzberg geboren und am 25. September 1893 in Weißenfels gestorben. Das Programm der Veranstaltung der Stadt Herzberg und des Kultur- und Heimatvereins Herzberg hat der Ehrenbürger der Stadt Horst Gutsche konzipiert und zusammengestellt.
Treffpunkt ist um 14 Uhr am Denkmal der "Germania" zu einem öffentlichen historischen Stadtrundgang auf den Spuren von Marie Louise von Francois mit der Enthüllung der Gedenktafel am ehemaligen Standort ihres Geburtshauses und einer Baumpflanzung im Botanischen Garten. Um 15 Uhr gibt es eine Kaffeetafel im Saal des Bürgerzentrums. Um 16 Uhr spricht Luise Pumplun Grußworte und hält den Festvortrag.
Anmeldung für die Veranstaltung nimmt noch das Kulturamt der Stadt telefonisch unter 03535 482330 bzw. per Mail: kulturamt@stadt-herzberg.de entgegen.
red/ru


Schillerstiftung hilft Freunde haben sich für Louise von Francois eingesetzt (Mitteldeutsche Zeitung, 25.06.2017)
Von Ingo Bach

Die kleine Mauer gehört zu den letzten Überresten des Hauses Große Deichstraße 2, wo Louise von Francois zuletzt lebte.
Foto: Peter Lisker
Weissenfels. In ihrem Testament vom 14. April 1883 vermachte Louise von Francois ihrem Neffen Leo Herbst, dem Sohn ihres jüngeren Halbbruders Arthur, ihre Ersparnisse sowie der Deutschen Schillerstiftung ihr gesamtes literarisches Werk.
Diese Verfügung kam nicht von ungefähr. Es war der Dank für die ihr gewährte jahrelange finanzielle Unterstützung und zugleich eine ihrer Lebenshaltung entsprechende Weitergabe ihrer "Reichtümer" an bedürftige Schriftstellerkollegen.
Schwierige finanzielle Situation im Elternhaus
Bekanntlich hat L. von Francois erst sehr spät - mit 38 Jahren - zur Feder gegriffen; als Antrieb für ihre literarische Tätigkeit müssen einmal die schwierige finanzielle Situation im Elternhaus und der Kampf um eine selbstständige Existenz gelten. Dabei ist die materielle Not der Weißenfelser Literatin durch die Literaturwissenschaft überbewertet worden, denn es wurde vergessen oder war nicht bekannt, dass sie als Offizierstochter eine kleine Pension aus der Privatschatulle des preußischen Königs bezog.
Man muss auch davon ausgehen, dass L. von Francois im ersten Jahrzehnt ihrer schriftstellerischen Tätigkeit relativ gut verdient hat. Ob allerdings diese Honorare und die Pension für ihren Lebensunterhalt ausgereicht haben, ist fraglich. Doch als sie infolge häufiger Erkrankungen in den späten 60er Jahren des 19. Jahrhunderts nur wenig schreiben konnte, geriet sie in finanzielle Notlage.
Brief an den Generalsekretär der Deutschen Schillerstiftung
Das beweist der Brief ihrer Berliner Bekannten Charlotte Duncker an den Generalsekretär der Deutschen Schillerstiftung, Julius Grosse, von 1870, in dem sie diesen um eine Unterstützung für die hilfsbedürftige Freundin bittet: "Louise von Francois beweist sich in allen Dichtungen als eine tüchtige, realistische Beobachterin von Menschen und äußeren Lebenslagen, als eine feine Kennerin der inneren Hergänge... So verdient gewiss das Talent und die Richtung der Schriftstellerei einer ehrenvollen Anerkennung.
Dieselbe ist ihr aber in Form einer Gabe der Schillerstiftung insbesondere deshalb zu wünschen, weil sie krank ist u. nicht Mittel besitzt, welche zu ausreichender häuslicher Pflege, geschweige denn zu einer mit einem Aufenthalt an einem Kurorte verbundenen gründlichen Kur erforderlich sein würden. Die Darreichung der Ehrengabe mit der ausdrücklichen Bestimmung, ihr die Mittel zur Wiedergewinnung der Arbeitskraft durch eine Kurreise zu gewähren, würde gewiss freudig dankbare Aufnahme finden".
Gegründet wurde die Deutsche Schillerstiftung in Weimar
Gegründet wurde die Deutsche Schillerstiftung in Weimar, um "deutsche Schriftsteller und Schriftstellerinnen, welche für die Nationalliteratur ... verdienstlich gewirkt, ... dadurch zu ehren, dass sie ihnen ... Hilfe und Beistand bietet." Die heute noch bestehende Stiftung ist die älteste bürgerschaftlich organisierte Fördereinrichtung für Autoren. Die Stiftung hatte stets unter Geldmangel zu leiden und konnte daher keine üppigen Unterstützungen gewähren, zumal die Anzahl bedürftiger Autoren, besonders in den 1860er Jahren, recht groß war.
Der Schriftsteller Julius Grosse in Weimar hat den Antrag von Charlotte Duncker positiv befürwortet und Louise von Francois bekam eine "namhafte einmalige Unterstützung" von 150 Talern. Dieser Ehrengabe sind im Laufe der nächsten Jahre weitere gefolgt, so 1873 nochmals 150 Taler. Nach dem Tod ihres Stiefvaters A. A. Herbst am 22. Mai 1874 ist der "verdienstvollen Schriftstellerin" auf zwei Jahre eine Pension von jährlich 150 Talern bewilligt worden.
Weißenfelserin hat Unterstützungen nicht sehr gerne angenommen
Die Weißenfelserin hat diese Unterstützungen nicht sehr gerne angenommen, da sie annahm, dass bedürftigere Schriftsteller und Schriftstellerinnen benachteiligt würden, wie sie im Dankschreiben an Grosse, datiert vom 20. Oktober 1874, in aller Bescheidenheit zum Ausdruck bringt.
Trotz dieser Stiftungen erreichte die literarische Produktivität der von Francois nicht mehr die Höhe und Qualität früherer Jahre - vermutlich wegen fortschreitenden Alters und gesundheitlicher Probleme. Dies geht auch aus einem Brief der Hallenser Freundin Mathilde Thümmel an Julius Grosse vom Februar 1879 hervor: "Die arme Louise von Francois liegt seit Neujahr schwerkrank. Diphteritis (in hohem Grade), Typhus und Kopfrose. Sie ist sterbensmatt." Es dürfte mit Hilfe nicht gezögert werden, sonst könne sie sich derer am Ende nicht mehr erfreuen.
Empfang der Urkunde für die Pension
Auf die Bitte hin hat sie noch im Februar 1879 100 Mark erhalten, später weitere 300 Mark - aber nicht von der Schillerstiftung. Der Betrag war von Freunden und Bekannten gesammelt worden. 1880 ist sie Pensionärin der Stiftung in Weimar geworden: es wurden ihr jährlich 450 Mark auf Lebenszeit zuerkannt.
Nach Empfang der Urkunde für die Pension hat sie ihre letzte größere Erzählung "Der Katzenjunker", die sie "dürftige aber voraussichtlich letzte Herbstfrucht" nannte, aus Dankbarkeit an die Schillerstiftung geschickt. (mz)
- Quelle: http://www.mz-web.de/27824960 ©2017


Münzverein beginnt Feierlichkeiten zum 50. (Herzberger Rundschau, 10.06.2017)
Herzberg. Die Herzberger Münzfreunde haben in dieser Woche die Feierlichkeiten zu ihrem 50.Vereinsjubiläum gestartet.

Am Dienstag wurde in der Herzberger Kirche die Festschrift der Münzfreunde zu ihrem Jubiläum vorgestellt. Foto: D. Müller/dmu1
Zu diesem besonderen Geburtstag hat Vereinsmitglied Ulf Lehmann eine Festschrift unter dem Titel "Numismatische Neuigkeiten rund um Herzberg (Elster)" herausgegeben. Sie wurde am Dienstag in der Seitenkapelle der Herzberger Stadtkirche vorgestellt.
Das Motto "Wir prägen Geschichte" spiegelt im doppelten Sinn Programm und Ziele des Vereins wider. "Die vorliegende Festschrift ist ein großer numismatischer Blumenstrauß. Gepflückt wurde er von unseren Mitgliedern und darüber hinaus von vielen guten Freunden", schreibt Ulf Lehmann in seiner Einführung.
So hat Numismatiker Prof. Bernd Kluge für die Schrift einen Aufsatz über das Geld im Mittelalter unter dem Titel "Von Karl dem Großen bis Richard Löwenherz" verfasst. Mit den Münzprägungen in Herzberg anhand urkundlicher Quellen hat sich Ulf Lehmann beschäftigt. Die 48 Beitrage der Festschrift (eigentlich ist sie schon ein Buch) sind unter den Überschriften Mittelalter, Münzfunde, Medaillen, Papiergeld, Marken, Geldgeschichte(n) und Verein untergliedert. Zahlreiche Autoren der Region haben an der Schrift mitgewirkt, so unter anderen der Vereinsvorsitzende Horst Gutsche, Dr. Mario Huth, Jürgen Schulze, Dr. Barbara Böning und Dr. Jörg Böning oder Dr. Peter Müller. Die Beiträge sind nicht nur für ausgesprochene Numismatiker oder Geschichtsinterssierte interessant und verständlich.
Am Freitag, dem 16. Juni, findet im Herzberger Bürgerzentrum der Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Vereins Herzberger Münzfreunde statt. Am Abend wird eine Ausstellung in der Galerie des Bürgerzentrums eröffnet, in der 18 Vereinsfreunde in 20 Standardkästen und vier Vitrinen Münzen, Medaillen, Geldscheine und numismatisches Beiwerk zeigen. Am Tag darauf findet in Herzberg die Frühjahrstagung des Numismatischen Arbeitskreises Brandenburg/Preußen statt. Auch hierzu sind Interessenten und Laien eingeladen. Das Schauprägen der Prägemedaille zum Jubiläum erfolgt zu den Aufführungen des Reformationsspiels am 14. und 15. Juli.
Birgit Rudow


Festschrift zum Jubiläum (Herzberger Rundschau, 03.06.2017)
Herzberg. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Herzberger Münzfreunde gibt Ulf Lehmann im Auftrag des Vereins eine Festschrift unter dem Titel "Numismatische Neuigkeiten rund um Herzberg (Elster)" heraus. Er stellt sein jüngstes Werk, an dem viele Vereinsmitglieder und weitere Autoren mitgewirkt haben, am Dienstag, 6.

Die Festschrift der Münzfreunde wird am Dienstag vorgestellt. Foto: ru
Juni, um 19 Uhr in der Seitenkapelle der Stadtkirche St. Marien vor. Ulf Lehmann selbst bezeichnet die Festschrift im Vorwort als einen "großen, bunten (numismatischen) Blumenstrauß". Zur Vorstellung sind alle Interessierten eingeladen.
Birgit Rudow


Weißenfels saniert historische Gräber Die Ruhestätte der Louise von François ist dran (Mitteldeutsche Zeitung, 23.05.2017)
Von Andreas Richter

Steinmetz Daniel Kittler am Grab der Louise von François. Foto: P. Lisker
Weißenfels. Der Gedenkstein an der Grabstätte der Schriftstellerin Louise von François (1817-1893) auf dem Weißenfelser Friedhof wird gegenwärtig saniert. Wie die Stadt auf MZ-Anfrage informierte, hat die einheimische Firma Kloß und Kittler den Auftrag erhalten, die Schriftplatte zu reinigen und die Inschrift zu erneuern.
Anlass ist der diesjährige 200. Geburtstag der Schriftstellerin, die 57 Jahre ihres Lebens in Weißenfels verbracht hat und in der Saalestadt verstorben ist.
Die Stadt will in den nächsten Jahren weitere historische Grabstätten auf dem Friedhof instand setzen Das geht aus einem Bericht der Kommune zum Zustand der Gräber hervor. Die Gesamtkosten aller vorgeschlagenen Maßnahmen belaufen sich demnach auf rund 13.500 Euro.
Bis 2019 sollen zunächst die weniger aufwendigen Arbeiten an mehreren Grabstellen in Angriff genommen werden. Dazu gehört auch die Erneuerung der Grabplatte für Louise von François. Mittel für die teureren Arbeiten sollen dann in den Haushaltsplänen 2018 bis 2020 bereitgestellt werden.
Ein Lageplan informiert am Eingang des Weißenfelser Friedhofs über die historischen Grabstätten auf dem Gelände. Zu ihnen gehören unter anderem die Gräber des Orgelbaumeisters Friedrich Ladegast (1818-1905) sowie des Taubstummenlehrers Moritz Hill (1805-1874). (mz)
- Quelle: http://www.mz-web.de/26952780 ©2017


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Fotos: Mathias Krüger


Ein Streifzug durch die Elsteraue (Herzberger Rundschau, 15.05.2017)
Herzberg. Der Kultur- und Heimatverein Herzberg lädt alle Vereinsmitglieder und Interessierte am Dienstag, 16. Mai, um 19 Uhr zu "Naturkundlichen Streifzügen durch die Herzberger Elsteraue" in der Gaststätte Wolfsschlucht in Herzberg ein.
Den Vortrag hält Mathias Krüger. Der Eintritt ist frei.


Zwei Jubiläen auf einer Medaille (Herzberger Rundschau, 13.05.2017)
Herzberg. Das bekannte traditionelle Schauprägen für die Medaille zum 50-jährigen Bestehen des Vereins Herzberger Münzfreunde findet erst beim großen Reformationsfestspiel am 14. und 15. Juli 2017 auf Herzbergs Marktplatz statt.

Die Vorderseite der Medaille zum Jubiläum 50 Jahre Münzverein Herzberg ist dem 500. Jahrestag der Reformation gewidmet. Foto: Horst Gutsche
Doch das kleinere Jubiläum begehen die Herzberger Münzfreunde bereits am 16. und 17. Juni. "Zum Festakt am Gründungstag der Sammlergruppe am 16. Juni erscheint nicht nur diese Prägemedaille, sondern der Verein gibt zusätzlich noch eine Porzellanmedaille in einer kleinen Auflage von 40 Stück heraus. Außerdem wird es nach der Festschrift von 2009 anlässlich Herzbergs Stadtjubiläum eine zweite Festschrift unter dem Titel ‚Numismatische Neuigkeiten rund um Herzberg (Elster)' geben", verrät der Vorsitzende der Münzfreunde, Horst Gutsche.
Ulf Lehmann, Herausgeber der Schrift, wird sein jüngstes Werk, an dem viele Vereinsmitglieder und weitere Autoren mitgewirkt haben, am Dienstag, dem 6. Juni um 19 Uhr in der Seitenkapelle von St. Marien vorstellen. Dazu sind alle Interessenten eingeladen. Besonders eingeladen wird außerdem zur großen Ausstellung des Vereins in der Galerie von Herzbergs Bürgerzentrum in der Uferstraße 6, wo die Mitglieder von Samstag, dem 17. Juni bis Donnerstag, dem 22. Juni für recht viele Besucher Einblicke in ihre Sammelgebiete geben.

Die Rückseite ist für das 50-jährige Bestehen der Münzfreunde in diesem Jahr gestaltet worden. Foto: Horst Gutsche
Das Wirken des Vereins als Ganzes wird auf andere Art anschaulich dargestellt. In 20 Standardkästen und vier schönen Vitrinen sind Münzen, Medaillen, Geldscheine, die Vielfalt des Notgeldes, Numismatisches Beiwerk und manches mehr in äußerst geschmackvoller Darstellung zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Dass zum Jubiläumsfest des Herzberger Vereins die integrierte Frühjahrstagung des deutschlandweit organisierten numismatischen Arbeitskreises Brandenburg/Preußen, eine Vortragsveranstaltung für dessen Mitglieder und auch für Interessenten und Laien aus der Öffentlichkeit, am 17. Juni im Bürgerzentrum stattfindet, wertet der Verein als eine besondere Anerkennung.
Zurück zur Prägemedaille: Die üblichen Bestellmöglichkeiten für Stücke in Edelmetall bestehen bis zum Donnerstag, 1. Juni, im Tourismuspunkt in der Seitenkapelle von St. Marien (Tel. 03535-2480544) und beim Verein selbst, verein@herzberger-muenzfreunde.de Die Exemplare in Zinn werden beim Schauprägen wieder für 6 Euro zu haben sein.
Horst Gutsche gibt auch noch einen kleinen Einblick in die neue Festschrift und was sie über historische Jubiläumsmedaillen auf die Reformation verrät. Zum Beispiel, dass alle Herzberger Schulkinder am 25. Juni 1830 Zinnmedaillen mit den Porträts von Luther und Melanchthon als Geschenk erhalten haben, gestiftet vom "Rathsassessor Caspar".
Die Münzfreunde fragen sich, ob wohl noch einige Exemplare in Herzbergs Familien vorhanden sind? "Diesmal wollen wir die Schulklassen wenigstens gratis durch ihre Ausstellung führen. Alle Herzberger sind herzlich zu allen Angeboten anlässlich des Jubiläums ‚50 Jahre Herzberger Münzfreunde', eingeladen", sagt Horst Gutsche.
Horst Gutsche / red/ru


Luther und Herzberg: Viele Spuren und ein Nachweis (Herzberger Rundschau, 28.04.2017)
Herzberg. In diesem Jahr scheint er überall zu sein. Geradezu omnipräsent. Martin Luther. Zum Reformationsjubiläum versucht jeder ein wenig von diesem Glanz zu profitieren.

Ulf Lehmann hat in der voll besetzten "Bücherkammer" viele Informationen rund um das Wirken des Reformators in Elbe-Elster vermittelt. Foto: rmr
Herzberg bildet dabei keine Ausnahme. Grund genug für Ulf Lehmann, am Dienstag einen Vortrag in der "Bücherkammer" abzuhalten, bei dem er "Martin Luther und seine Beziehung zur Stadt Herzberg" eingehend unter die Lupe nahm. Dass die Resonanz groß war, machten schon Lehmanns einleitende Worte deutlich. "Wir fangen pünktlich an, es passt ohnehin niemand mehr rein", scherzte er. Alle Plätze waren besetzt, einige Zuhörer blieben auch stehen.
Was folgte, war ein anschaulicher Vortrag rund um das Leben und Wirken Luthers zwischen Elbe und Elster. Die Tätigkeit des Reformators erst als Student und später als Lehrkraft an der 1502 gegründeten Universität in Wittenberg, nahm Lehmann zum Anlass, um erste Verbindungen nach Herzberg herzustellen. Nachweislich acht Mönche des Augustinerklosters haben dort studiert. "Sie lebten dort alle dicht beieinander, Zelle an Zelle. Wir können ziemlich sicher davon ausgehen, dass sie auch mit Luther ins Gespräch gekommen sind." Da die Mönche auch in einem großen Umkreis - beispielsweise bis Guben - predigten, könnten neuere Denkanstöße bereits ohne den Buchdruck verbreitet worden sein.
Nach den Veränderungen, die nach dem Thesenanschlag folgten und nach dem Exil des Reformators auf der Wartburg, fand dieser nach seiner Rückkehr nach Wittenberg nur noch ein halbleeres Kloster vor. Viele Mönche hatten andere Berufe ergriffen, waren Handwerker, Pfarrer oder Schenkenbetreiber geworden.
In den Briefwechseln oder Dokumenten aus Torgau finden sich immer wieder Korrespondenzen und Bittschriften von Herzbergern, in der Regel Mönche, an Luther. Unstrittig ist, dass sich der Reformator in Streitfragen vor die Bittsteller stellte. Ein Erscheinen vor Ort ist jedoch nicht nachweisbar. Eine einzige Sache scheint aber sicher zu sein. Am 24. April 1522 erhielt Luther in Torgau den Auftrag, nach Herzberg zu reisen, um eine Inventur im Kloster vorzunehmen. Lehmann geht davon aus, dass Luther am Abend in der Stadt eintraf und seine Pflicht am nächsten Tag erfüllte. Also genau 495 Jahre vor jenem Tag, den er sich als Termin für seinen Vortrag ausgewählt hatte.
"Wir können nur diesen einen Besuch in Herzberg mit Sicherheit nachweisen. Bis auf den brieflichen Kontakt ist der Rest Vermutung oder Rekonstruktion", fasste Lehmann zusammen. Dem Interesse an der Person Luthers habe dies aber keinen Abbruch getan. "Das sehe ich ja an ihnen", lächelte er mit Verweis auf den voll besetzten Veranstaltungsraum.
Rico Meißner


Martin Luther und die Stadt Herzberg (Herzberger Rundschau, 22.04.2017)
Herzberg. Der Herzberger Regionalhistoriker Ulf Lehmann hält am Dienstag, dem 25. April, um 19 Uhr auf dem Theaterboden der BücherKammer in Herzberg in der Torgauer Straße einen Vortrag zum Thema "Die Beziehung Martin Luthers zur Stadt Herzberg - Fakten und Legenden".
Wer war Martin Luther für die Herzberger? Dreh- und Angelpunkt von Luthers Beziehung zu Herzberg war das Augustiner-Eremiten-Kloster. Ulf Lehmann widmet sich in seinem Vortrag diesem mysteriösen Kapitel verschwundener Stadtgeschichte und der Rolle Martin Luthers.
red/ru


Ein Abend über "die, die sonst niemals weinte" (Herzberger Rundschau, 03.04.2017)
Herzberg. An der Schwarzen Elster hatte sie vor nahezu 200 Jahren das Licht der Welt erblickt: die Dichterin Louise von Fancois. Aus ihrer Feder stammen Worte wie "Deutschland bleibt ein Frikassee" und "Arbeit und Pflicht sind unsere Mächte".

Haben für einen besonderen Abend gesorgt: Martina Heidrich, Horst Gutsche und Erdmuthe Müller-Taube (v.l.). Foto: Kammer
Der Vortragsabend rund um Leben und Werk einer außergewöhnlichen Frau, die die Welt, der sie gerade bedurfte, auf dem Papier entstehen ließ, lockte am Freitagabend über zwanzig Besucher an. Der Kultur- und Heimatverein hatte zusammen mit Louise-Verehrer Horst Gutsche auf den Theaterboden der BücherKammer geladen. Eine Veranstaltung, die vom Landkreis Elbe-Elster und der Sparkassenstiftung gefördert worden ist.
Während des glänzenden Vortrages der Weißenfelserin Erdmuthe Müller-Taube, die Referentin ist bemerkenswerte 92 Jahre alt, hätte man Stecknadeln fallen und Staunen hören können. Nicht Wenige waren überrascht, dass sich hinter dem Namen dieses Herzberger Kindes eine Schriftstellerin verbirgt, die in ihren Tagen mit Theodor Fontane in einem Atemzug genannt worden ist. Das Erfolgsrezept, das ihr dazu verhalf, sieht augenscheinlich eher nach Misserfolg und vielen unerfüllten Lebensträumen aus.
"Bereits mit 15 Monaten wandte sich das Lebensglück der kleinen Louise grundlegend. Der Vater starb. Weggang von Herzberg nach Weißenfels - der Anfang eines Jahrzehnte dauernden Streites um das väterliche Erbe, um das Louise schließlich betrogen werden sollte", nimmt die ehemalige Dozentin für Lehrerbildung Müller-Taube die ersten Maschen für einen dichter werdenden biografischen Stoff auf. Mit Vorliebe erweckt Louise Frauencharaktere zum Leben, die nicht dem Frauenbild ihrer Zeit ähnlich sahen. Ihre Poesie durchzieht ein glasklarer analytischer Stil, der den Niedergang des Adels, Standesvorurteile und die Geschlechterproblematik zum Thema macht "Die warmherzige, fundierte Vorstellung der Schriftstellerin hat mich sehr berührt", gesteht Renate Sachse aus Bad Liebenwerda.
Stephanie Kammer


Erinnerungen an einstige Tierparkfeste (Herzberger Rundschau, 04.03.2017)
Herzberg. Zur "Erinnerung an die Tierparkfeste 1999 und 2000 per Film" wird vom Kultur- und Heimatverein Herzberg am Dienstag, 7. März, um 19 Uhr in die Gaststätte "Wolfsschlucht" eingeladen.
Gezeigt werden Filme von Wolfgang Klee, die während der Feste entstanden sind.
red/sk


Der Thementag zum Tierparkfest versetzt diesmal ins Mittelalter (Herzberger Rundschau, 03.03.2017)
Herzberg. Der Park am Schloss verwandelt sich dann in einen großen Markt. Margitta Rentke vom Förderverein Tierparkfest ist für die Organisation verantwortlich.
Auch der Rassekaninchenzüchterverein Herzberg ist auf dem Mittelaltermarkt mit einem Streichelzoo vertreten. Anita Naujokat vom Verein hat diese Woche mit Margitta Rentke (l.) die Absprachen dazu getroffen. Foto: ru
Es klingelt in diesen Tagen oft an der Haustür der Familie Rentke in der Grochwitzer Linse in Herzberg. Leute vor allem aus Vereinen kommen vorbei, die sich mit Margitta Rentke zum mittelalterlichen Markt beim Herzberger Tierparkfest in acht Wochen absprechen möchten. Auch das Tierparkfest kommt am Reformationsjubiläum nicht vorbei, und so steht der Thementag im Park am 30. April unter dem Motto "Handel und Handwerk im Mittelalter - Luther und seine Erben". Den Hut dafür hat Margitta Rentke vom Förderverein Tierparkfest auf. Seit Monaten arbeitet sie an der Vorbereitung. "Wir haben im Verein lange überlegt, ob wir dieses Thema wählen sollten, und haben uns dafür entschieden", sagt sie.
Mehr als 40 Stände werden auf dem Markt vertreten sein. "Das ist kein Verkaufsmarkt. Die Leute sollen zuschauen, verkosten und mitmachen", sagt Margitta Rentke. Die Theatergruppe wird am Eingang Eintrittskarten für das Lutherspiel im Juni verkaufen. Korbflechter, Besenbinder, eine Roßschmiede, ein Imker, ein Gerber, Klöppelfrauen und Spinnerinnen, Töpfer, Holzgestalter, Klemmkuchenbäcker, Streichelzoos, eine Bartschmiede und ein Ablassprediger werden vor Ort sein, um nur einige zu nennen. Es werden Waffeln gebacken, Marmeladen und Liköre angeboten, ein Schwein am Spieß wird gebraten und es gibt Leckeres aus der Gulaschkanone. Die Interessengemeinschaft "Historisches Feld" aus Kolochau ist ebenso dabei wie der Herzberger Heimatverein oder die Voltegiergruppe aus Züllsdorf und die Schüler des Geschichtsprojektes der Clajus-Schule. Das alles will gut organisiert und koordiniert sein. "Es gibt schon einen konkreten Stellplan für den Park. Wir werden den Markt zu großen Teilen mit einem breiten Band aus Flies einzäunen, an dessen Gestaltung gerade die Kindergärten und Schulen mitarbeiten", so Margitta Rentke.
Musikalisch umrahmen das Drehorgel-Duo Rieger und das Orchester der Binnenschifffahrtschule Naklo den Markt. Den Abschluss wird eine Mittelaltershow bilden mit Feuerschluckern, Tänzen und Säbelspielen.
Der Thementag gehört seit Jahren zur Tradition beim Tierparkfest. "Wir gehen davon aus, dass er auch in diesem Jahr wieder viele Besucher anzieht", sagt Margitta Rentke.
Die Vorbereitungen für das diesjährige Fest gehen jetzt in die Endphase. Spätestens, wenn zur Automeile am 2. April die ersten Enten für die Tierparkfesttombola auf dem Herzberger Markt angeboten werden, steigt die Vorfreude der Herzberger wieder. Das Event startet am 28. April mit dem Tierparkfestcafé. Das Platzkonzert am Abend und die Begleitung des Fackelumzuges zum Festplatz übernimmt diesmal der Musikzug aus Schönborn. Das Fest endet am 1. Mai mit dem Sponsorenfrühschoppen und dem Entenrennen.
Birgit Rudow


Elbe-Elster tanzt Samba und mit Luther (Herzberger Rundschau, 20.02.2017)
Saathain. Es ist eine stolze Tradition im Landkreis Elbe-Elster: Zum 19. Mal wurden Kulturpreise in verschiedenen Kategorien vergeben.

Alle Elbe-Elster-Kulturpreisträger 2016 reihten sich zum abschließenden Gruppenfoto auf. Foto: Jürgen Weser
Es ist eine stolze Tradition im Landkreis Elbe-Elster: Zum 19. Mal wurden Kulturpreise in verschiedenen Kategorien vergeben. Vier Einzelpersonen und drei Vereine sowie eine Interessengemeinschaft wurden zur Festveranstaltung am Freitagabend auf Gut Saathain geehrt. Mit 47 Förderbescheiden an mehr als 30 Vereine und Kommunen wurde die "Kulturreise Elbe-Elster 2017" eröffnet. Stolz auf die bunte und vielfältige Kulturlandschaft ist Landrat Christian Heinrich-Jaschinski. Er verspricht: "An dem Budget der Kulturförderung werden wir nicht rütteln."
"Wahnsinn, wie viele Kulturprojekte es in unserem Kreis gibt", ist Malerin Elke Böckelmann aus Altenau begeistert. Sie bekommt den Kunstpreis. E.R.N.A. "überzeugt durch provokante und schrille aber auch poetische Malweise", betont Kulturamtsleiter Andreas Pöschl. Der Herzberger Ulf Lehmann, profunder Heimatforscher, freut sich über die Ehrung wie Iris Stöber und Maysun Kellow vom Atelierhof Werenzhain, die eine besondere Kunstlandschaft geschaffen haben. Engagiert kümmern sich 15 Vorlesepaten um die Leseförderung von Kindern, während der Förderverein Gut Saathain unter Regie von Joachim Pfützner als Konzert- und Veranstaltungsort Anerkennung genießt. Peter Kroll aus Domsdorf, mit dem Preis für Denkmalpflege geehrt, nutzt die Veranstaltung, um weitere Unterstützer für die "Jugendbrigade Ü 70" im Heimatverein zu finden und "der bunte Vogel" Kulturpreisträger Victor Niclas wünscht sich mehr Besucher für sein Schloss "Lillliput" in Naundorf. Wir haben eine Zukunft, signalisiert der Flugsportverein "Otto Lilienthal" aus Finsterwalde. Den Preis für Denkmalpflege nehmen Philipp Grundke und Ole Weber, zwei junge Flugsportenthusiasten, entgegen.
Was aus Musikern der Region geworden ist und werden kann, zeigt das Begleitprogramm. Der aus Herzberg stammende Gitarrenvirtuose Eberhard Klunker begeistert die 110 geladenen Gäste mit eigenen Kompositionen und seinem Faible für Jazz und Blues. Mit 13 Jahren hatte Klunker seine Karriere von Herzberg aus gestartet, spielte bei Modern Soul, Klaus Renft, mit Veronika Fischer und Uschi Brüning und machte vor seiner Republikflucht 1975 letzte Aufnahmen mit der Hansi Biebl Bluesband. Mit eigenen Kompositionen gehört Klunker zur Champions Leage der Gitarristen. Den Bogen zu jungen Talenten der Kreismusikschule schlägt "Jugend musiziert"-Sieger Samuel Hesse aus Dreska am Flügel.
Martin Luther dominiert den Kulturkalender 2017. Dem Erfolgsprojekt Luther-Pass verpasst die Sparkassenstiftung "Zukunft Elbe-Elster-Land" einen gewaltigen Schub mit 100 000 Euro Förderung, "damit er in ganz Deutschland Ausbreitung findet", wie Thomas Hettwer von der Stiftung wünscht. Viele Konzertreihen, die 11. Kunstausstellung bildender Künstler aus EE und Partnerkreisen ab 19. März, die 21. LiteraTour im Frühjahr und weitere Ausstellungen berühren das Thema. Die "Kulturreise Elbe-Elster" bietet über 80 (!) Events von März bis Juli. Die Zugabe-Samba von Eberhard Klunker jubilierte als fröhlicher Start ins Kulturjahr.
Jürgen Weser


Louise von François aus der Sicht der Fachwelt (Herzberger Rundschau, 13.02.2017)
Herzberg. Nachdem die in Herzberg geborene Schriftstellerin Louise von François wieder in das öffentliche Bewusstsein gerückt worden ist, folgt in Vorbereitung der im Juni in Herzberg stattfindenden großen Feier zu deren 200. Geburtstag ein weiterer Schritt, teilen die Vorsitzende des Herzberger Heimatvereins Martina Heidrich und Horst Gutsche von der "Initiativgruppe Louise" mit.
Ihnen ist es gelungen, die Literaturwissenschaftlerin Erdmuthe Müller-Taube, ehemalige Dozentin am Institut für Lehrerbildung in Weißenfels, zu einem Vortrag zu gewinnen. Erdmute Müller-Taube spricht in der Herzberger BücherKammer zum Thema "Wir sind geneigt, unsere Geister schnell zu vergessen …" - Betrachtungen über das Leben und das Werk der Weißenfelser Dichterin Louise v. François.
Eingeladen sind alle literarisch oder heimatgeschichtlich Interessierten, speziell Mitarbeiter von Bibliotheken und Buchhandlungen sowie Deutschlehrer und ihre Schüler der Leistungskurse.
Die Veranstaltung findet am Freitag, dem 31. März, im Vortragsraum der BücherKammer in Herzberg in der Torgauer Straße 21, statt. Er beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Die Geburtstagsfeier Louise von François am 27. Juni ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Stadt Herzberg und des Herzberger Kultur- und Heimatvereins. Dabei soll auch eine Gedenktafel eingeweiht werden.
Louise von François gilt in der literarischen Welt als Weißenfelser Schriftstellerin, wohin sie als Kleinkind mit ihrer Familie verzogen war. Im dortigen Museum werden ihr Andenken und das literarische Erbe gepflegt.
red/ru


Amtsblatt für die Stadt Herzberg (Elster) Nr. 2, 28.01.2017)
Der Kultur- und Heimatverein Herzberg/E. e. V. wünscht ein gesundes neues Jahr 2017 und lädt alle Vereinsmitglieder zur Mitgliederversammlung am 07.02.2017, um 19 Uhr in die Gaststätte Wolfsschlucht Herzberg ein.
Tagesordnung:
Wahl Vorstand
Rechenschaftsbericht
Kassenbericht
Vorstellung Jahresplan 2017
Der Vorstand




Ausstellung im Rahmen des Herzberger Weihnachtsmarktes am 03.12.2016 und 04.12.2016 im Turmzimmer des Rathauses zum Thema: "180 Jahre Männergesangverein 1836 Herzberg e. V."

Foto 1934 - Männergesangverein 1836 Herzberg e. V.

Auf Glühweinmeile folgt der Weihnachtsmarkt (Herzberger Rundschau, 01.12.2016)
In Herzberg stehen ab Freitag drei Tage der Vorfreude auf dem Programm / Premiere für Lichtplätzchen
Herzberg. Warm "geglüht" haben sich die Herzberger am vergangenen Sonntag schon einmal für den Weihnachtsmarkt in der Kreisstadt, der an diesem Wochenende stattfindet. Drei festliche Tage stehen an mit viel Musik, Theater, Lichtshow und weihnachtlichen Angeboten.

Den jungen Müttern Anna Meske (r.) und Annika Hammer hat der Glühwein zur Glühweinmeile am Sonntag in Herzberg gut geschmeckt. Paula und Jette (r.) haben davon natürlich nichts abbekommen. Dafür gibt es an diesem Wochenende zum Weihnachtsmarkt aber genug Leckereien für die Kleinen. Foto: Stephanie Kammer
Nicht nur der Pfingstrock wird in Herzberg zur Tradition, auch der "Rock auf dem Weihnachtsmarkt" steht zum wiederholten Mal am Anfang des zweiten Adventswochenendes in der Stadt. "Down Ahead" aus Dahme spielen ab 18.30 Uhr und ab 20 Uhr sorgt die Gruppe "Silent Song" aus Magdeburg für rockige Weihnachtsmusik bei heißem Glühwein. Den wird man brauchen, denn es soll winterlich kalt werden am Wochenende.
Unter den Begriff "Weihnachtsleuchten" haben die Weihnachtsmarktmacher vom Gewerbeverein um Mario Lehmann den Samstag gestellt. Keine Weihnachtsmarkteröffnung ohne Stollenanschnitt - das ist in Herzberg Gesetz. Da die Bäckerei Klaus, die viele Jahre den Riesenstollen gebacken hat, mittlerweile geschlossen ist, übernimmt die Bäckerei vom Café Plätzchen in diesem Jahr diese Aufgabe. Heute wird der Stollen gebacken, und Bäckermeister Rudolf Klaus gibt dabei die Tradition an Christian Graf und Nicole Thinius vom "Plätzchen" weiter. Anschnitt ist am Samstag um 14 Uhr. Um 14 und um 15 Uhr kann man mit den Kinderstadtführern auf die geheimnisvollen Spuren der Innenstadt begeben. Um 14 Uhr beginnt auch eine Benefizveranstaltung der Tierhilfe Südbrandenburg in der Kirchstraße.
Dann geht es Schlag auf Schlag weiter. Um 16 Uhr und um 17 Uhr führt der Herzberger Kunstkreis das Märchenspiel "Rumpelstilzchen" in der Seitenkapelle der Kirche auf, und um 18 Uhr beginnt der Lampionrundgang auf den Spuren der Geschichte für die Kinder. Wenn die Kleinen nach etwa einer halben Stunde den Markt wieder erreicht haben, gibt es Plätzchen. Aber keine gewöhnlichen, sondern Lichtplätzchen, die das Café Plätzchen extra zum Reformationsspiel im kommenden Jahr kreiert hat. Sie feiern auf dem Weihnachtsmarkt Premiere. Höhepunkt des Samstags ist dann um 19 Uhr eine große Feuershow mit zwei Feuerjongleuren aus Berlin.
Der Sonntag steht unter dem Motto "Familienweihnachtsmarkt". Ab 14.30 Uhr geben "Die Schlagfertigen" und die Gruppe "Jamboree" der Elsterwerkstätten ein gemeinsames Weihnachtskonzert. Um 15.15 Uhr führen die Kinder der Kita "Kuschelbär" ihr Weihnachtsprogramm auf. Die Adventsmusik der Herzberger Chöre erklingt von 16 bis 17 Uhr in der Stadtkirche und Bläsermusik zum Advent beendet ab 18 Uhr am Portal der Kirche den diesjährigen Markt.
Am Samstag und Sonntag ist von 14 Uhr bis 19 Uhr das Weihnachtspostamt in der Seitenkapelle der Kirche geöffnet. Die Wunschzettel werden dann nach Himmelpfort weitergeleitet. Der Kultur- und Heimatverein Herzberg zeigt im Turmzimmer des Rathauses eine Ausstellung zum 180-jährigen Bestehen des Männergesangvereins 1836 Herzberg. Hier kann man auch den Heimatkalender erwerben.
Geöffnet ist von 14 Uhr bis 18 Uhr der Tourismuspunkt in der Kirche. Hier gibt es auch Luther-Pass oder den Gutscheinkalender des Städtebundes. Und wer den Weihnachtsmarkt zum Einkaufen von Geschenken nutzen möchte, der kann das am Sonntag tun. Dann haben am Nachmittag die Geschäfte in der Innenstadt geöffnet.
Birgit Rudow


(Herzberger Rundschau, 21.11.2016)
Wo einem Luther und Melanchthon in Elbe-Elster begegnen könnten
Kreisheimatkundetag erstmals in Schlieben zu Gast

Schlieben. Es hat 22 Jahre gedauert, bis ein kreislicher Dauerbrenner Station in Schlieben gemacht hat. Zeit wurde es, das hat das große Interesse am 22. Kreisheimatkundetag am Samstag im Drandorfhof deutlich gemacht.


Heimatgeschichtliche Literatur fand am Samstag im Drandorfhof guten Absatz. Foto: Heike Lehmann

Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) hat die "engagierten Menschen, die sich mit der Heimat verbunden fühlen" begrüßt und die Heimatvereine als "Fundament für ein Netzwerk des Austauschs" hervorgehoben.
Mit Stolz verkündete Heinrich-Jaschinski steigende Besucherzahlen für den Museumsverbund Elbe-Elster. Die gemeinsame Vermarktung der Museen in Finsterwalde, Bad Liebenwerda, im Schloss Doberlug und in Mühlberg mit fachlicher Begleitung sei "eine kleine Erfolgsgeschichte". Sicher ist er sich mit Blick auf das Reformationsjubiläum und die vielen Veranstaltungen und Höhepunkte, dass der Lutherpass als eigenes Produkt nachhaltig und überregional über das Lutherjahr hinaus wirken wird. Mit acht Stempelstellen in der Region führt er Einheimische und Besucher auf besondere Weise durch die Region. "Ab 1. Advent wird der Lutherpass ausgegeben", ergänzte Kulturamtsleiter Andreas Pöschl. Auch der Schliebener Amtsdirektor Andreas Polz kündigte eine extra Veranstaltung zum Lutherjahr im Rahmen des Moienmarktes 2017 an.
Erinnerungsorte an Luther und Melanchthon, aber auch liebevollen Legenden um die beiden Herren und mögliche Aufenthalte zwischen Elbe und Elster hat in einem sehr launigen Vortrag Ulf Lehmann vom Kultur- und Heimatverein Herzberg/Elster e.V. zusammengetragen. Er gestattete einen Blick auf das wunderschöne Luther-Bleiglasfenster in der Aula der ehemaligen Realschule in Finsterwalde und Bildnisse von Luther in den Kirchen von Uebigau und Doberlug. Er erklärte, wie die Lutherbüste nach Bad Liebenwerda kam und fragte, warum Luther und Melanchthon auf einem Ölgemälde in der Trinitatiskirche Finsterwalde nur im Hintergrund erkennbar sind. Mit Legenden in Frauenhorst und Buckau räumte er vorsichtig, aber bestimmt auf.
Neugierig machte Markus Hennen vom Förderverein Hofgestüt Bleesern e.V. auf ein touristisches Projekt, das als "Ritt Karls V. von Mühlberg nach Bleesern" vermutlich frühestens 2018, also nach dem Lutherjahr, Gestalt annehmen könnte. Der Förderverein will das Gestüts nahe Wittenberg, wahrscheinlich das älteste in Europa, revitalisieren. An sechs Tagen will man einer Reitergruppe die Ereignisse um die Schlacht bei Mühlberg 1547 nahe bringen. Dafür hofft Hennen auf eine Kooperation über Ländergrenzen hinweg.
Eine besondere Bilanz der Denkmalpflege bot Dietmar Kraußer, Gebietsreferent vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege. Nach 25 intensiven Jahren für Elbe-Elster geht er Anfang 2017 in Rente. Den Zustand der Denkmäler Ende der 1989er-Jahre bis hin zu geretteten und gesicherten Stadtkernen, Schlössern, Kirchen, Industrieanlagen, aber auch "Sorgenkindern" fasste Kraußer zusammen. Die RUNDSCHAU berichtet noch ausführlich.
Weitere Vorträge befassten sich mit der KZ-Gedenkstätte Schlieben-Berga, der Diktatur in den Landkreisen Liebenwerda und Schweinitz 1945-1949 und dem Konzept Schloss Lilliput in Naundorf.
Heike Lehmann


Amtsblatt für die Stadt Herzberg (Elster) Nr. 24, 19.11.2016)
Der Kultur- und Heimatverein Herzberg/E. e. V. lädt alle Interessenten zur Ausstellung im Turmzimmer des Rathauses ein. Die Ausstellung stellt den "Männergesangverein 1836 Herzberg e. V." vor. Der Männergesangverein konnte in diesem Jahr sein 180-jähriges Bestehen feiern. Die Ausstellung findet im Rahmen des Herzberger Weihnachtsmarktes am 03.12.2016 und 04.12.2016 statt. Im Turmzimmer können Sie auch den Heimatkalender 2017 käuflich erwerben. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und wünschen Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit.
Der Vorstand


Von Luther bis "Lilllliput" (Herzberger Rundschau, 19.11.2016)
Herzberger Heimatkalender 2017 in Naundorf vorgestellt / 41 Beiträge von 20 Autoren
Naundorf. Reformation, Rebellion, Revolution - diese Themen füllen den Herzberger Heimatkalender 2017. In dieser Woche wurde er in Naundorf vorgestellt. Der Saal war schnell ausverkauft. Dem Heimatkalender kann man das auch nur wünschen.


Kalendermacher Christina Poser (r.) und die Autoren Horst Gutsche, Rosita Löser und Steffen Modrach (v.l.) sind mit der 2017 er Auflage des Herzberger Heimatkalenders zufrieden. Foto: Rudow

Dass der Herzberger Heimatkalender 2017 am Thema Reformation nicht vorbeikommt, stand außer Frage. Es ist schon erstaunlich, was in den vergangenen Monaten und Jahren in dem Bemühen zutage getreten ist, die Rolle der Region Herzberg im Prozess der Reformation zu ergründen. Sie umfasst eben weit mehr als Melanchthons Schulordnung oder das Kloster als Pest-Ausweich für die Wittenberger Leucorea.
Für die Heimathistoriker ist das alles nicht neu. Doch den Jahren der Vorbereitung des Reformationsjubiläums "Luther 2017" wird es auch in und um Herzberg zu verdanken sein, viele Fakten und Ereignisse geordnet und für die Öffentlichkeit zusammengetragen zu haben. Das gilt auch für den neuen Heimatkalender.
Nachdem Kalenderchef Christian Posern zu Beginn der Buchvorstellung Luthers Leben ernsthaft ins Licht gerückt hatte, mühte sich Regionalhistoriker Ulf Lehmann mit Hilfe experimenteller Geografie zu begründen, warum Elbe-Elster 2017 der Mittelpunkt Brandenburgs und Naundorf an diesem Abend das Zentrum des Landkreises ist. Man müsse Geografie, Mathematik und Physik nur ergebnisorientiert kombinieren, meinte er.


Wenn der neue Heimatkalender vorgestellt wird, ist der Saal voll. So auch in dieser Woche in Naundorf. Foto: Rudow

Dann hatte der Spaß aber erst einmal ein Ende. Der Heimatkalender 2017 enthält in seiner illustren thematischen Mischung auch diesmal sehr ernste Themen aus der Herzberger Geschichte. Dazu zählt die Recherche von Verlegerin Stephanie Kammer zur Hinrichtung des Zwangsarbeiters Stanislaw Dyes aus Polen am 7. Februar 1943 in Neunaundorf. Liebe verband ihn und eine deutsche Magd. Der Chef der Kreis-Ordnungspolizei Herzberg ließ den Polen dafür öffentlich hinrichten. Bis heute sind dessen Angehörige darüber nicht offiziell informiert. Stephanie Kammer berichtete über ihre Bemühungen, Zeitzeugen zu finden und sie zum Reden zu bringen. Noch ist nicht alles geklärt, was damals und in der Folge geschah. Ein angemessenes Erinnern auf lokaler Ebene an Opfer des staatlich legitimierten Mordens im Dritten Reich komme in der gesamten Region Herzberg zu kurz, resümiert die Autorin im Heimatkalender.
Zum Ende der Kalendervorstellung wurde es dann wieder bunt, sehr bunt. Der Autor Steffen Modrach stellte den Gästen sein Schloss "Lilllliput" (so schreibt es Steffen Modrach) in Naundorf vor, und seine Motivation, dieses einmalige Anwesen, das er seine Arche für Mensch, Tier und Pflanzen nennt, in 25 Jahren aus 10 Millionen Mosaiken zu errichten. Es in wenigen Worten zu beschreiben, wäre vermessen. Am besten, man schaut es sich an. Denn auch im Heimatkalender, der ab sofort in allen Buchhandlungen der Region Herzberg erhältlich ist, steht davon nichts.
Birgit Rudow


In Schlieben spannende Regionalgeschichte im Fokus (Herzberger Rundschau, 17.11.2016)
Kreisheimatkundetag erstmals auf dem Drandorfhof
Schlieben. Beim jährlichen Kreisheimatkundetag steht die Regionalgeschichte im Fokus. Neben reformationsgeschichtlichen Ereignissen der Region wie in den beiden vorangegangenen Jahren wird er sich auch anderen historischen Themen widmen.
Erstmals in der 22-jährigen Veranstaltungsgeschichte geht es am Samstag nach Schlieben. Im Drandorfhof finden sich auch Beispiele aus der Heimatforschung im Schliebener Land im Themenangebot wieder.
Zu Beginn der Veranstaltung spricht Ulf Lehmann vom Kultur- und Heimatverein Herzberg über sein Buch "Mit Luther und Melanchthon unterwegs in Elbe-Elster - Erinnerungsorte und Legenden".
"Der Ritt Karls V. von Mühlberg nach Bleesern - kulturhistorische Entwicklungsperspektiven" heißt gegen 11 Uhr der Vortrag von Insa Christiane und Markus Hennen vom Förderverein Hofgestüt Bleesern. Dietmar Kraußer vom brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und archäologischen Landesmuseum spricht anschließend über seine Erfahrungen aus einem Vierteljahrhundert Denkmalpflege im Elbe-Elster-Kreis.
Beispiele aus der Heimatforschung im Schliebener Land zeigt dann Dr. Gert Wille vom Freundeskreis Zliuuini auf. Ab 13.30 Uhr erfahren die Gäste von Dr. Jürgen Wolf vom Verein Gedenkstätte KZ-Außenlager Schlieben-Berga unter dem Thema "KZ-Gedenkstätte Schlieben-Berga - Aufarbeitung, Gedenken, Mahnung" Wissenswertes über die Arbeit dieses Vereins. Anschließend gibt Dr. Sebastian Rick Einblicke in die Diktaturdurchsetzung in den Landkreisen Liebenwerda und Schweinitz in den Jahren von 1945 bis 1949.
Steffen Modrach wird zum Ende der Veranstaltung über Konzept und Realisierung für sein Schloss Lilliput in Naundorf berichten.
Samstag, 9.30 bis 16 Uhr, Drandorfhof Schlieben
red/ru

Ein literarischer Luther-Kompass (Herzberger Rundschau, 04.11.2016)
250 Gäste feiern Buchpräsentation im Herzberger Bürgerzentrum / Auftakt des Reformationsjubiläums
Herzberg "Hier stehe ich und kann nicht anders!" So hat Martin Luther vor dem Reichstag zu Worms gesprochen, um die Wahrhaftigkeit seiner Lehren zu verdeutlichen. Fast 500 Jahre später lädt der Herzberger Heimatforscher Ulf Lehmann zum literarischen Spaziergang ein: "Mit Luther und Melanchthon unterwegs in Herzberg".


Herausgeber Ulf Lehmann präsentiert das neue Buch, das er gemeinsam mit 34 Autoren geschrieben hat. Foto: Gabi Zahn/gzn1

Am Reformationstag wurde das Buch feierlich präsentiert. Eingestimmt von spinnwebfeinen Marimba-Klängen der "Weberknechte", avanciert der Abend im Bürgerzentrum zum Elbe-Elster-spezifischen Auftakt des Luther-Jubiläumsjahres.
Sein neues Werk hat Ulf Lehmann gemeinsam mit 34 Gleichgesinnten verfasst. Und so, wie der Herausgeber vor den 250 Gästen im vollbesetzten Saal steht und das Buch in seinen Händen hält, konnte auch er nicht anders: Ulf Lehmann musste dieses Buch auf den Weg bringen.
Die Neugier darauf ist groß. Schon vor der offiziellen Präsentation hat die Schrift bundesweit für Interesse gesorgt. Ungewöhnlich für ein Werk, das eigentlich der Heimatliteratur zuzuordnen ist. Aber eben nicht nur: "Es scheint, als richten sich aus aller Herren Länder wache Augen auf das Lutherland, in dem Elbe und Elster unumstritten Hauptschlagadern sind", wertet Stephanie Kammer. Sie, die Inhaberin des Herzberger Verlages Bücherkammer, ist weit mehr als "nur" die Frau an der Seite von Ulf Lehmann und Mutter der gemeinsamen Kinder. In beiden pulsiert die Leidenschaft, Heimatgeschichte möglichst lebendig, vor allem verständlich aufzubereiten, oder mit Luther gesagt: "dem Volk aufs Maul zu schauen". Dass beide in ihrer Mission auch rebellisch daherkommen und viele Menschen mit dem Schreib-Virus anstecken, spiegelt sich in den 70 Beiträgen wider. Die Palette reicht von der Hussitenbewegung des 14. Jahrhunderts über Melanchthons Schulordnung in Herzberg bis hin zu echten Luther-Nachfahren.
Der Landkreis Elbe-Elster und die Sparkassenstiftung haben die Herausgabe des Werkes "mit Rat und Tat" (Kammer) unterstützt. Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU), bekennender Katholik, wertet: "Das Buch zeichnet Ereignisse und Lebensläufe nach, zeigt Hintergründe und Auswirkungen von den Anfängen bis heute." Er nennt Beispiele: "Wie wurden aus enthaltsam lebenden Augustiner-Mönchen hingebungsvolle Väter, die als Landpfarrer Luthers Lehren predigten? Lesen Sie das nach!" Oder: "Was sagt es über die Herzberger Bürgerschaft aus, wenn sie geschlossen nach Altherzberg zieht, um dort einen lutherischen Gottesdienst zu hören? Wer verschacherte die Kirchenschätze des Nachbardorfes, um den eigenen Stadthaushalt zu sanieren? Sie erfahren es im neuen Reformationsbuch." Es beeindrucke ihn zutiefst, dass es die Vorfahren im Elbe-Elster-Land waren, die im weltumspannenden Wandel zuallererst Gesicht zeigten: "Der Elsterländer als Prototyp des Widerspruchs, als jemand, der aus Überzeugung ,Nein' sagt und Rückgrat zeigt - das macht mich unsagbar stolz", resümiert der Landrat. Seine Einblicke ins Buch dürften ihre Wirkung nicht verfehlen. Ob wohl die vorliegende 400-er Auflage ausreichend ist? Schon im Zuge der Präsentation wurden bereits an die 100 Exemplare verkauft!
Superintendent Christof Enders weist auf das Reisefieber hin, das Bewohner aller Kontinente ins Kernland der Reformation führen wird: "Das ist ein globales Ereignis. Wir bleiben nicht unter uns. Wenn Menschen aus Amerika nach Mitteldeutschland kommen, dann ist alles, was mit Luther zu tun hat, irgendwie Wittenberg."
Die Menschen in Herzberg, Finsterwalde, Doberlug-Kirchhain, Mühlberg/Elbe, Bad Liebenwerda, Jüterbog und Torgau wollen dennoch ihr eigenes Profil zeigen. Darauf macht Janine Kauk, Marketingkoordinatorin des Landkreises, aufmerksam und verweist auf den "Lutherpass", der über diese Städte bis nach Wittenberg führt: "Unser Tourismus-Projekt funktioniert so gut, dass die ersten 1000 Exemplare bereits vergriffen sind!" In diesem Zuge könnten der Herzberger Reformationsband und der Lutherpass wechselseitig voneinander profitieren.
Das Buch "Mit Luther und Melanchthon unterwegs in Herzberg" will sowohl Kompass für die persönliche Begegnung mit Luther sein als auch "wie eine Ausstellung genutzt werden, die jeder mit ins Wohnzimmer nehmen kann" (Lehmann). Immer ist es ein Werk, das den Menschen im Elbe-Elster-Land zur Ehre gereicht.
Zum Thema:
Unter den weitgereisten Besuchern, die zu den Lutherstätten kommen, werden gewiss auch Bürger aus Dänemark sein. Dort hatte Ulf Lehmann als Jugendlicher ein besonderes Luther-Erlebnis: "Ich hätte nicht geglaubt, dass man in Dänemark weiß, wo meine Heimat Herzberg liegt. Doch ich irrte mich." Emotionsgeladen erzählt er eine sehr persönliche Begebenheit. Sie gipfelt darin, dass ihm ein älterer Däne über den Reformator aufklärt: "Herzberg liegt bei Schweinitz. Dort hat der dänische König Christian II. im Jahr 1523 zum ersten Mal Luther predigen hören. Er brachte die Lutherischen Ideen nach Dänemark." Lehmann gesteht: "Das hatte ich bis dato nicht über meine Heimat gewusst." gzn1


Mit Reformatoren um die Häuser ziehen (Herzberger Rundschau, 29.10.2016)
Heimathistoriker Ulf Lehmann stellt am Reformationstag sein neues Buch in Herzberg vor
Herzberg Am Reformationstag wird in Herzberg das Jubiläumsjahr "500 Jahre Reformation" eingeläutet. Der Heimathistoriker Ulf Lehmann stellt am Montag um 19 Uhr im Bürgerzentrum sein gerade erschienenes Buch "Mit Luther und Melanchthon unterwegs in Herzberg" vor. Doch das ist noch längst nicht alles.


Sein Buch zum Reformationsjubiläum stellt Ulf Lehmann am 31. Oktober vor. Foto: ru

34 Autoren haben 70 Beiträge verfasst zu dem, was Herzberg mit der Reformation verbindet. Einige taten es hoch wissenschaftlich, andere eher aus der Sicht des Alltags, wieder andere in engem Kontext mit der Stadtgeschichte. Entstanden ist ein Buch, um das Herzberg viele andere Städte beneiden werden. Es beschreibt Geschichte in Geschichten. In Geschichten von der Reformation in Herzberg - von damals und von heute, im Großen und im Kleinen.
Da geht es natürlich um die Schlacht bei Mühlberg, den Herzberger Konvent von 1578, die Augustinereremiten oder um die Beziehung von Melanchthon zur Stadt. Zu lesen ist aber auch über Luthers Abbild in der Frauenhorster Kirche, die Luthereiche bei Züllsdorf, über das lutherische Blut in Herzberger Adern und über eher sagenhafte Überlieferungen. Die Bandbreite der Inhalte reicht bis in die jüngere Vergangenheit und in die Gegenwart. Beispiele sind die Luther-Festspiele 1892 und 1933 in Herzberg, der neue Lutherweg oder das Reformationsstück über den Aufbruch der Anna zu Herzberg, das im kommenden Sommer in Herzberg aufgeführt wird.
Wer sich bisher schwergetan hat mit dem Reformationsjubiläum, der bekommt mit dem neuen Buch eine gute Anregung und Aufforderung, sich vielleicht doch einmal mit dem Thema zu befassen und sich darauf einzulassen, was das Jubiläum uns zu sagen hat.
"Ziehen Sie vergnügt mit den Reformatoren um Herzbergs geschichtsträchtige Häuser. Sie befinden sich in bester Gesellschaft", animiert Ulf Lehmann in der Bucheinführung seine Leser. Am Reformationstag können die Besucher im Herzberger Bürgerzentrum damit beginnen. Dazu wird Janine Kauk den Lutherpass vorstellen, der am 31.Oktober auch erstmals in Herzberg ausgegeben wird.
Die Buchvorstellung ist der offizielle Auftakt zum Reformationsjubiläum in Herzberg. Die Schulen der Stadt haben mit der Gestaltung von Schaufenstern bereits einen schönen Beitrag zum Jubiläum geleistet.
Das Jahr hält noch weitere Höhepunkte bereit, wie eine Vortragsreihe in den Herzberger Ortsteilen, den Thementag zum Tierparkfest, eine Ausstellung in der Kirche und natürlich das Reformationsstück als Höhepunkt des Jubiläumsjahres. Hervorzuheben ist auch der Vortrag "Philipp Melanchthon - Geschichten aus dem Leben des Reformators", den Dr. Stefan Rhein am 16. März halten wird. Stefan Rhein ist Vorstand und Direktor der Stiftung Luther-Gedenkstätten in Sachsen-Anhalt.
Birgit Rudow


Herzberger Heimatkalender zeigt sich in neuem Gewand (Herzberger Rundschau, 22.10.2016)
Präsentation am 16. November in Naundorf / Bitte Plätze reservieren
Herzberg Der Heimatkalender 2017 für die Region Herzberg wird bereits sehnlichst erwartet. Der wurde unter dem Titel "Reformation, Rebellion und Revolution" zusammengestellt und wird am 16. November in Naundorf vorgestellt.


Christian Poser präsentiert im Lutherbogen der Marienkirche den Heimatkalender 2017 für die Region Herzberg im modernen Gewand. Foto: Serena Nittmann/sni1

In Anbetracht des Lutherjahres 2017 habe sich das Thema natürlich angeboten, sagt Christian Poser von der Kalender-Redaktion. "Unsere klassischen Schreiber wie Hans-Dieter Lehmann oder Regina Nauck nehmen solche Themen gern an, sie kennen sich auch gut mit der Materie aus." Bei der Wahl sei es ihm darum gegangen zu erfahren, was von der Reformation in den Köpfen der Menschen in der heutigen Zeit noch übrig geblieben ist, so Poser weiter.
Der neue Heimatkalender habe natürlich noch viele andere Themen zu bieten. "Zu den Rubriken alte Zeiten und Menschen oder Naturkunde können wir immer Beiträge einordnen", macht der Herzberger neugierig. So verfasst beispielsweise Mathias Krüger seit vielen Jahren Naturbeiträge und ergänzt diese mit hervorragenden Fotos. Mario Huth bedient immer wieder historische Themen. "Erstmals als Schreiber dabei ist Alexander Hauß, der beim Rettungsdienst in Herzberg arbeitet und vom 25. Jubiläum der Himmelfahrtsfahrer berichtet", verrät Christian Poser. Er selbst arbeitet bereits seit elf Jahren in der Kalender-Redaktion mit. Ganz besonders freut ihn, dass Menschen wie Udo Lang, der jetzt im Norden Deutschlands wohnt, noch immer eine besondere Beziehung zur Heimat haben. Er berichtet von seiner Ankunft als junger Mann mit seiner Frau in Herzberg.
Obwohl die Beiträge anfangs stockend die Kalenderredaktion erreichten, hatten die Macher schließlich doch wieder Probleme, alles unterzubekommen. Damit kletterte die Seitenzahl für 2017 auf 208.
Das Kalendarium ist besetzt mit Fotos von Kirchen der Region. Dr. Florian Zaussinger, ein in Mahdel zugezogener Wiener, arbeitet mit alter Fototechnik und stellte seine Ergebnisse zur Verfügung. Eines sei noch verraten: Für 2017 kommt das Buch in einem etwas anderen, modernen Gewand daher.
Inzwischen ist der Kalender in Druck gegeben. Am 16. November wird das heimatliche Sammelsurium um 19 Uhr im Gasthof "Am Waldesrand" in Naundorf bei Schlieben vorgestellt. Da dort die die Anzahl der Plätze begrenzt ist, müssen sich Interessierte erstmals anmelden. Dies ist bis zum 31. Oktober per Telefon in der Herzberger BücherKammer unter 03535 248779 oder per Mail an buecherkammer@t-online.de möglich.
Serena Nittmann / sni1


Spannende Regionalgeschichte zum Kreisheimatkundetag in Schlieben (Herzberger Rundschau, 20.10.2016)
Schlieben. Erstmals in der 22-jährigen Geschichte des Kreisheimatkundetages geht es am Samstag, 19. November nach Schlieben.
Im dortigen Drandorfhof wird sich ab 9.30 Uhr auch die Geschichte dieser Region im Themenangebot widerspiegeln, kündigt Kreissprecher Torsten Hoffgaard an.
Zunächst wird sich Ulf Lehmann vom Kultur- und Heimatverein Herzberg unter dem Motto "Mit Luther und Melanchthon unterwegs in Elbe-Elster"Erinnerungsorten und Legenden widmen. Der Ritt Karls V. von Mühlberg nach Bleesern steht im Mittelpunkt kulturhistorischer Betrachtungen von Insa Christiane und Markus Hennen vom Förderverein Hofgestüt Bleesern. Erfahrungen aus einem Vierteljahrhundert Denkmalpflege in Elbe-Elster wird Dietmar Kraußer vom Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege weitergeben.
Vor der Mittagspause berichtet Dr. Gert Wille vom Freundeskreis Zliuuini über Beispiele aus der Heimatforschung im Schliebener Land. Später folgt ein Vortrag von Dr. Jürgen Wolf vom Verein Gedenkstätte KZ-Außenlager Schlieben-Berga zum Stand der Aufarbeitung. "Diktaturdurchsetzung in den Landkreisen Liebenwerda und Schweinitz 1945-1949" ist der Beitrag von Dr. Sebastian Rick überschrieben. Über Konzept und Realisierung von Schloss Lilliput in Naundorf berichtet zum Abschluss des Heimatkundetages Steffen Modrach.
red/pos

Reformationsbuch wird am Reformationstag in Herzberg vorgestellt (Herzberger Rundschau, 13.10.2016)
Herzberg. Wo predigten Augustinermönche verschwörerisch Luthers neue Lehre dem Landvolk zuerst? In Elbe-Elster. Wo riskierten diese mutigen Geistlichen, indem sie den Laienkelch reichten, ein zugiges Plätzchen auf dem lodernden Scheiterhaufen? In Elbe-Elster.


Freuen sich über die gelungene Werbung für die Region: Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, EE-Marketingkoordinatorin Janine Kauk und Buchautor Ulf Lehmann (v.l.). Zur Buchpräsentation wird erstmals auch der Lutherpass ausgegeben. Foto: Stefphanie Kammer

Wo standen Lehrer rat- und kopflos vor einem völlig veränderten Schulwesen, sodass eine eigene Schulordnung aus der Hand Philipp Melanchthons her musste? In Elbe-Elster. Herzberg im Elbe-Elster-Zweistromland war ein erster Testfall der Reformation. Wäre hier die Reformation ins Stocken geraten, hätte sie ihre weltumspannende Wirkung nicht erreicht. Mehr Hintergründe liefert das druckfrische Buch "Mit Luther und Melanchthon unterwegs in Herzberg - Beiträge zum 500-jährigen Reformationsjubiläum" von Ulf Lehmann, das am 31. Oktober um 19 Uhr im Bürgerzentrum Herzbergs präsentiert wird.
red/SvD


Besonderes Jubiläum für Herzberg (Herzberger Rundschau, 28.09.2016)
Vor genau 200 Jahren wurde die Stadt Kreisstadt des damaligen Kreises Schweinitz
Herzberg. Am 1. Oktober 1816 wurde Herzberg Kreisstadt des Landkreises Schweinitz. Das Kreisgebiet hat sich noch zwei Mal verändert. Der Sitz der Kreisstadt nicht. Herzberg ist es bis heute. Am Samstag, genau 200 Jahre nach dem Erhalt des Kreisstadtstatus', findet in Herzberg eine Festveranstaltung statt. Der Regionalhistoriker Ulf Lehmann hat sich mit der Geschichte der Kreisstadt und des Kreises beschäftigt.


Der ehemalige "Schmetterlings"-Landkreis Schweinitz, dessen Kreisstadt Herzberg 1816 wurde. Foto: Bücherkammer Herzberg

Letztendlich sollte es ein schlechtes Geschäft für unseren sächsischen Kurfürsten Friedrich August III. werden, als er sich 1806 für seine Bündnistreue mit Napoleon von diesem in den Königsstand erheben ließ. Neun Jahre später, auf dem Wiener Kongress, verlor er etwa die Hälfte seines Königreiches an den Kriegsgegner Preußen. Die alten sächsischen Ämter wurden aufgelöst und, entsprechend der in Preußen gängigen Verwaltungsstrukturen, neue Landkreise geschaffen.
Warum bei der Zusammenlegung der Ämter Schlieben, Schweinitz und Seyda jedoch Herzberg Kreissitz wurde, ist schwer zu beurteilen. Die Topografie des "Schmetterlingskreises" gab keinen zentralen Ort vor, und so entschied man sich eventuell deshalb für Herzberg, um keinen der bisherigen Verwaltungssitze zu bevorzugen. Die Namensgebung Kreis Schweinitz hingegen sollte in der Zeit des damaligen Umbruchs den "Muss-Preußen" eine Traditionslinie vorgaukeln. Das alte sächsische Amt Schweinitz war zuvor das größte der Drei und sollte in der Erinnerung weiterleben. Doch mit der Errichtung der preußischen Provinz Sachsen Anfang 1816 endete unsere mehr als 500-jährige sächsische Geschichte.
Fragen wir nun nach dem korrekten Datum des Geburtstages der Kreisstadt Herzberg, so ist das der 1. Oktober 1816. An diesem Tag wurde der erste Landrat, Heinrich Anton von Zeschau, in sein Amt eingeführt. Die damaligen Verwaltungsstrukturen waren aus heutiger Sicht recht überschaubar. Die gesamte Kreisverwaltung bestand nämlich in den ersten Jahren aus lediglich drei Personen. Landrat und Kreissekretär teilten sich einen gemeinsamen Schreiber. Diese Sparsamkeit, als preußische Staats-Tugend bekannt, setzte sich auch in ihren Büros fort: Die drei Herren arbeiteten zunächst in gemieteten Räumen des Herzberger Rathauses.
Der wichtigste Punkt für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Herzberg war der von 1845 bis 1848 erfolgte Anschluss an die Eisenbahnstrecke von Berlin nach Dresden. Das hatte zwar weniger mit dem Kreisstadtstatus zu tun, als vielmehr mit der geografischen Lage. Doch fortan entstanden zaghaft Handel und Industrie. Entscheidend befördert wurde das ökonomische Wachstum durch den Landkreis mit der Herausgabe einer ersten regionalen Zeitung 1831, dem Schweinitzer Kreisblatt, und der Gründung einer Kreissparkasse 1837. Der Vorläufer der heutigen Sparkasse Elbe-Elster gilt heute als älteste Kreissparkasse innerhalb des Ostdeutschen Sparkassenverbandes.
Seit 1870 ist die Kreisverwaltung in Herzberg in der Schliebener Straße/Ecke Ludwig-Jahn-Straße beheimatet. In regelmäßigen Abständen wird der Standort bis heute baulich verändert bzw. erweitert. Nachdem 1913 der alte Grochwitzer Kirchsteig zur Chaussee ausgebaut und nach dem gerade amtierenden Landrat von Palombini benannt wurde, entstand in der Folge hier die Landratsvilla als Dienstwohnung für den Amtsinhaber. Dieses Gebäude wurde nach 1945 als Kindergarten genutzt und befindet sich heute in privatem Besitz. An Neubauten ist noch das in den 1930er-Jahren errichtete Finanzamt, heute Polizei, in der Falkenberger Straße, zu erwähnen.
Der Kreis Schweinitz existierte von 1816 bis zur Verwaltungsreform 1952. Mit der Abschaffung der Länder, Herzberg gehörte zum Land Sachsen-Anhalt, wurden Bezirke mit veränderten Landkreisen gebildet. Der 1952 neu geschaffene Kreis Herzberg hatte bis 1993, bis zur sogenannten "Großkreisbildung", Bestand, in dessen Folge unser heutiger Elbe-Elster-Kreis entstand.
In den vergangenen 200 Jahren wirkten insgesamt 24 Landräte von Herzberg aus für das Wohl der Kreisbewohner, und aus bescheidenen Anfängen entwickelte sich ein Verwaltungssitz, welcher heute zu einem der größten Arbeitgeber geworden ist. Daher gilt es besonders in Herzberg darum zu kämpfen, dass das auch so bleibt.
Ulf Lehmann


Kurz Notiert (Herzberger Rundschau, 26.09.2016)
Der Heimatverein Herzberg lädt am morgigen Dienstag um 19 Uhr zu einem Vortrag von Gerhard Zwanzig zum Thema "375 Jahre Gasthof ,Zur Erholung' Frauenhorst" in die Gaststätte "Wolfsschlucht" in Herzberg ein. Der Eintritt ist frei.

Radwanderung und Vortrag "200 Jahre Kreisstadt Herzberg" (Herzberger Rundschau, 26.09.2016)
24 Landräte vorgestellt / Anmeldungen sind notwendig
Herzberg. Am 1. Oktober wird in Herzberg das Jubiläum "200 Jahre Kreisstadt" gefeiert.
Zur Bereicherung des Jubiläums laden bereits am Mittwoch, den 28. September, 18 Uhr die Herzberger Christian Voigt und Ulf Lehmann zu einer geführten Radwanderung ein. Die Teilnehmer erfahren auf einzelnen Stationen der etwa drei Kilometer langen Strecke Einzelheiten aus der Geschichte der Stadt Herzberg. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf Gebäuden und Einrichtungen des Landkreises und auf verschiedenen Wechselwirkungen zwischen Stadt und Kreis, teilen die Organisatoren mit. Im Anschluss hält Ulf Lehmann ab 19.30 Uhr auf dem Hof des Hauses Kirchstraße 2 einen Vortrag zu dem Thema "24 Landräte in 200 Jahren". Hierbei bietet er den Zuhörern vergleichende Einblicke in die Biografien der jeweiligen Amtsinhaber.
Da die Teilnehmerzahl auf 30 begrenzt ist, wird um Voranmeldung in der BücherKammer, Telefon 03535 248778, gebeten.
red/ru

Wissenswertes von Finken-Müller bis Bock-Schielicke (Herzberger Rundschau, 20.09.2016)
Besonderer Stadtrundgang durch die Kreisstadt
Herzberg. Wie gelingt es, mit 85 Jahren zwanzig Besucher für das zu begeistern, was sie in- und auswendig kennen? Für ihre eigene Stadt? Beschwingten Schrittes zog der ehemalige Bürgermeister Gerhard Pohl mit seinen Zuhörern durch die Straßen der Innenstadt. Mit quietschvernügten Erzählungen bewies Gerhard Pohl, dass er ein echtes Herzberger Kind ist.


Herzbergs Ex-Bürgermeister Gerhard Pohl plauderte bei einer besonderen Stadtführung aus dem Nähkästchen. Foto: Stephanie Kammer

So plauderte er aus dem heimatlichen Nähkästchen und würzte mit reichlich Humor und echter Menschenkenntnis. Wie lautete einst der Werbe-Slogan von Herzbergs Friseurmeister Hoyer? "Willst du Haarausfall vermeiden, musst du dir 'ne Glatze schneiden. Glatzen nicht teuer, gibt's bei Hoyer!". Dazu verriet das ehemalige Stadtoberhaupt weiteres Insiderwissen. Wo war die NSDAP-Kreisleitung? Sie stehen davor. Hoppla. Wo befand sich die Deckstation für Ziegen? Bei Bock-Schielicke. Wo wohnte Finken-Müller? In der Torgauer Straße, einen Katzensprung von seiner Arbeitsstelle, dem städtischen Gefängnis, entfernt. Wo gab es die besten Bockwürste? Wo das beste Bier? Das Zuhören hat den Stadtwanderern Spaß gemacht. Exil-Herzberger, wie Kurt Meier, der seit vielen Jahren im Salzburger Land lebt, genoss die Expedition durch die bewegte Lebenszeit des Altbürgermeisters. Er brachte seine Schwestern Helga Domke und Gerda Töpfer mit, deren tiefe Verbundenheit zu Herzberg sie immer wieder in die alte Heimat führt.
Ulf Lehmann unterstützte die Redebeiträge von Gerhard Pohl mit nützlichen Einblicken in die aktuelle regionale Geschichtsforschung.
Am kommenden Freitag, 16 Uhr, findet eine weitere Stadtführung mit Gerhard Pohl und Ulf Lehmann statt. Neue Stadt-Intimitäten sind garantiert.
Stephanie Kamme


Herzberg als Testfall der Reformation (Herzberger Rundschau, 16.09.2016)
Ulf Lehmann gibt ein Buch zum Jubiläum heraus / Am 31. Oktober wird es vorgestellt
Herzberg "Mit Luther und Melanchthon unterwegs in Herzberg" heißt das Buch, das der Herzberger Ulf Lehmann zum Reformationsjubiläum herausbringt. 34 Autoren haben daran mitgewirkt und insgesamt 70 Beiträge erarbeitet.

Ulf Lehmann. Foto: Privat

Was verbindet Herzberg mit der Reformation und dem Reformationsjubiläum im kommenden Jahr? Sehr viel, sagt der Heimatforscher und Stadtverordnete Ulf Lehmann. Nur habe es noch niemand in Gänze betrachtet und zusammengetragen.
Ulf Lehmann hat es getan. Er gibt zum Jubiläum 500 Jahre Reformation ein Buch heraus mit dem Titel "Mit Luther und Melanchthon unterwegs in Herzberg". Die Erarbeitung des Buches ist so gut wie abgeschlossen. Und weil die Herzberger festgelegt haben, das Jubiläumsjahr vom 31. Oktober 2016 bis zum Reformationstag 2017 zu begehen, stellt Ulf Lehmann das Buch an den Anfang einer Reihe von Veranstaltungen. Am 31. Oktober um 19 Uhr wird er es im Herzberger Bürgerzentrum vorstellen.
Erstes umfangreiches Werk
"Hier veränderte sich Kirche, Bildung und Herrschaft zuallererst, hier probten Akteure, beseelt von Luthers Kritik, die neue Ordnung mit bemerkenswertem Erfolg. Die kleine Handelsstadt Herzberg, mit ihrer engen herrschaftlichen Verbundenheit zu Wittenberg, gilt mit als ein erster Testfall der Reformation. Da erscheint es unverständlich, dass sich bisher keine umfangreichere Veröffentlichung mit der Reformation im Raum Herzberg auseinandergesetzt hat", schreibt Lehmann in seinem Vorwort. Er selbst ist erstmals 1997 zur Namensgebung für das Melanchthon-Gymnasium auf das Thema Reformation in Herzberg gestoßen. Intensiver befasste sich Ulf Lehmann damit seit seiner Recherche zu einer Festschrift zur 825-Jahrfeier der Stadt Herzberg im Jahr 2011.
"Mit Luther und Melanchthon unterwegs in Herzberg" - das ist kein Buch mit trockenen wissenschaftlichen Abhandlungen. Es umfasst vielmehr 70 Beiträge, die 34 Autoren zu veschiedenen Themen aus ihrer Sicht erarbeitet haben. Der Herausgeber hat die Beiträge geordnet und ihnen die Überschriften Historisches, Personen, Reformationsgedenken, Erinnerungsorte und Sagenhaftes gegeben. Die Einführung in das Buch hat der Herzberger Historiker Prof. Dr. Horst Diere geschrieben. Der Superintendent des Kirchenkreises Bad Liebenwerda Christof Enders steuert ein Grußwort bei.
Bogen bis in heutige Zeit
"Ich hoffe, dass es gelungen ist, den Bogen bis in die heutige Zeit zu spannen. Aus der lutherischen Reformation heraus ist vieles entstanden. Und das Schöne daran ist, dass wir das alles bei uns in Herzberg selbst zeigen können", sagt Ulf Lehmann. Bei den Personenporträts der damals handelnden Personen ist er auf etliche Herzberger gestoßen, die sich der Reformation verbunden fühlten. Dass Luther und Melanchthon in Herzberg waren, ist unbestritten. Es hat einen umfangreichen Briefkontakt in die Stadt an der Elster gegeben. Lehmann relativiert aber auch die "Überhöhung" von Melanchthon in Bezug auf Herzberg und räumt mit einigen, sich hartnäckig haltenden Legenden auf.
Kreiskirchentag in Herzberg
Das Buch ist sicher einer der wertvollsten Beiträge aus Herzberg zum Reformationsjubiläum. Doch es ist bei Weitem nicht der Einzige. Nach zahlreichen Vorträgen und Ausstellungen münden die Aktivitäten in der Aufführung des Reformationsspiels "Gerechtigkeit für alle - Szenen aus der Herzberger Reformation" am 14. und 15. Juli 2017 auf dem Markt. Darauf ist man weit über die Stadtgrenzen hinaus gespannt. Die Zahl der Besucher dürfte hoch sein, denn an diesem Wochenende findet in Herzberg auch der Kreiskirchentag statt.
Birgit Rudow


(Amtsblatt für die Stadt Herzberg Nr. 19 vom 10.09.2016)
Der Vorstand des Heimatvereins Herzberg lädt seine Mitglieder und alle Interessenten zur nächsten Ver-anstaltung am 27.09.2016 um 19 Uhr in die Wolfsschlucht Herzberg ein. Thema: 375 Jahre Gasthof "Zur Erholung" Frauenhorst. Den Vortrag hält Herr Gerhard Zwanzig. Eintritt frei.
Der Vorstand


(Amtsblatt für die Stadt Herzberg Nr. 19 vom 10.09.2016)
Ausflug des Heimatvereins Herzberg (Elster) vom 16.07.2016
Im Rahmen des Jahresprogrammes des Heimatverein Herzberg besuchten wir die Stadt Schildau. Durch den dortigen Geschichtsverein Schildau e. V. erfolgte eine Führung durch das Schildbürgermuseum, das Gneisenaumuseum, über den Marktplatz zur St. Marienkirche vorbei am ältesten Maulbeerbaum Deutschlands und zum Schildbürgerbrunnen. Die Führung im Schildbürgermuseum begann mit einem kleinen Film zur Gesichte der Schildbürger. In den Ausstellungsräumen sahen wir anschließend viele unterschiedliche Exemplare des Buches über die Schildbürger, viele Kostüme aus dieser Zeit und Geräte von verschiedenen Handwerkern.
Im Gneisenaumuseum erfuhren wir viel über die Familie und den Lebensweg des August Neidhardt von Gneisenau (1760 - 1831). Er war Generalfeldmarschall und Stabschef von Blücher. In der St. Marienkirche konnten wir die Orgel von Mathias Vogler (erbaut 1805) bestaunen. Beeindruckt hat uns auch der älteste Maulbeerbaum Deutschlands. Er soll auf Anordnung des sächsichen Kurfürsten Friedrich des Weisen 1518 als Futterbaum für die Seidenraupenzucht gepflanzt worden sein. Also unser Fazit für alle Interessierten, Schildau ist eine Reise wert. Den Nachmittag ließen wir gemütlich bei einem Gläschen ausklingen.
Martina Heidrich
Vorsitzende


Erfahrungsreiche Reise nach Schildau (Herzberger Rundschau, 20.07.2016)
Der Heimatverein Herzberg hat einen Ausflug nach Schildau gemacht und sich vom dortigen Geschichtsverein Schildau zu den Sehenswürdigkeiten führen lassen. Martina Heidrich berichtet:
Die Führung im Schildbürgermuseum begann mit einem Film zur Gesichte der Schildbürger. In den Ausstellungsräumen sahen wir anschließend viele unterschiedliche Exemplare des Buches über die Schildbürger, viele Kostüme aus dieser Zeit und Geräte von verschiedenen Handwerkern.
Im Gneisenaumuseum erfuhren wir viel über die Familie und den Lebensweg des August Neidhardt von Gneisenau (1760-1831). Er war Generalfeldmarschall und Stabschef von Blücher. In der St. Marienkirche konnten wir die Orgel von Mathias Vogler (erbaut 1805) bestaunen.
Beeindruckt hat uns auch der älteste Maulbeerbaum Deutschlands. Er soll auf Anordnung des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Weisen 1518 als Futterbaum für die Seidenraupenzucht gepflanzt worden sein.


Kurz Notiert (Herzberger Rundschau, 12.07.2016)

Vereinsfahrt. Der Herzberger Heimatverein geht am Samstag auf Tour. Die Vereinsfahrt führt diesmal ins Schildbürgermuseum und Gneisenaumuseum nach Schilda.


Herzbergs Louise - Plaudereien über Schriftstellerin (Herzberger Rundschau, 02.06.2016)
Herzberg. Preußen hat seine berühmte Luise, auch Herzberg hat eine einzigartige Louise, Louise von François (1817 - 1893). Die Schriftstellerin soll hier an ihrem 200. Geburtstag am 27. Juni 2017 mit einer Festveranstaltung einschließlich Enthüllung einer Gedenktafel geehrt werden. Doch eine verdiente, echte Würdigung der Schriftstellerin gelingt nur, wenn man sich lange genug vorher mit ihr beschäftigt, Werke von ihr wieder einmal liest und darüber spricht, ihr Leben neu betrachtet und Fragen aufwirft, ist der Herzberger Kultur- und Heimatverein überzeugt. Er bemüht sich seit Monaten um diese Persönlichkeit und will nun damit erstmalig an die Öffentlichkeit treten. Deshalb lädt er Interessenten am kommenden Dienstag, 19 Uhr, zu einer Veranstaltung in Herzbergs Gaststätte Wolfsschlucht, Rosa-Luxemburg-Str. 43, ein. Der Eintritt ist frei. (Anmeldung: info@kultur-heimatverein-herzberg.de). In kurzen Vorträgen und lockeren Gesprächen geht es vor allem um Leben und Werk der schon im 19. Jahrhundert viel beachteten Dichterin, die freundschaftlich verbunden war mit Marie von Ebner-Eschenbach und mit Conrad Ferdinand Meyer.
Horst Gutsche


Herzbergs Louise
Einladung zu bunten Plaudereien über die in Herzberg (Elster) geborene Schriftstellerin
Louise von François (1817 - 1893)

Preußen hat seine berühmte Luise, auch Herzberg hat eine einzigartige Louise.
Letztere soll hier an ihrem 200. Geburtstag am 27. Juni 2017 mit einer Festveranstaltung einschließlich Enthüllung einer Gedenktafel geehrt werden.
Doch eine verdiente echte Würdigung der Schriftstellerin gelingt nur, wenn man sich lange genug vorher mit ihr beschäftigt, Werke von ihr wieder einmal liest und darüber spricht, ihr Leben neu betrachtet und manche Fragen aufwirft und versucht sie zu beantworten.
Der Herzberger Kultur- und Heimatverein bemüht sich seit Monaten um diese Persönlichkeit und will nun damit erstmalig an die Öffentlichkeit treten. Der Zusammenarbeit mit einschlägigen Kulturträgern ist man sich gewiss und dankt schon jetzt für deren Unterstützung, wenn sich in die Ehrung mit einbringen das städtische Kulturamt und die Stadtbibliothek, die in der Stadt ansässigen Buchhandlungen BücherKammer und Jachalke, selbstverständlich auch das Kulturamt des Landkreises Elbe-Elster.
Louise von François gilt in der literarischen Welt als die Weißenfelser Schriftstellerin, denn sie war schon als Kleinkind mit ihrer Familie dorthin verzogen, und im dortigen städtischen Museum wird auch ihr Andenken und das literarische Erbe ständig gepflegt.
Im Laufe von etwa 150 Jahren haben viele verschiedene Verlage ihre Werke heraus gebracht, Romane, Erzählungen, Novellen, und in Vor- und Nachworten dieser Schriften haben Literaturwissenschaftler immer wieder ihr Leben dargestellt und sind Fragen nachgegangen: was hat sie geschrieben, wie hat sie geschrieben, warum hat sie geschrieben?
Darüber gilt es erneut nachzudenken und zu sprechen. Doch inzwischen ist auch folgender Fragenkomplex untersucht worden und kann beantwortet werden: Was hat ihre Geburt an sich mit den Befreiungskriegen gegen Napoleon und deren Ergebnissen zu tun, also dem staatlichen Übergang unserer Region aus dem Königreich Sachsen in das Hoheitsgebiet von Preußen? Selbst die Tatsache, dass Herzberg im Jahre 1816 Kreisstadt in der preußischen Provinz Sachsen geworden war, spielt für Louises Geburt und ihr künftiges Leben eine Rolle.
Alle Interessenten an Louise von François, ob unter heimatgeschichtlichen oder literarischen Aspekten, werden hiermit eingeladen zu einer Veranstaltung des Kultur- und Heimatvereins in Herzbergs Gaststätte Wolfsschlucht, Rosa-Luxemburg-Str. 43, am Dienstag, dem 7. Juni 2016. Beginn 19:00 Uhr. Der Eintritt ist frei. Gäste werden nach Möglichkeit um Anmeldung gebeten, doch diese ist für die Teilnahme nicht Bedingung. (info@kultur-heimatverein-herzberg.de)
In kurzen Vorträgen und den lockeren Gesprächen geht es vor allem um Leben und Werk der schon im 19. Jahrhundert viel beachteten Dichterin, auf die Gustav Freytag aufmerksam gemacht hatte und die freundschaftlich verbunden war mit Marie von Ebner-Eschenbach und mit Conrad Ferdinand Meyer. Gibt es seit der Zeit ein Nachschlagewerk, ob Lexikon, Brockhaus oder Schriftsteller-Verzeichnis, in welchem Louise fehlt? Bei der Beantwortung dieser Frage können Gäste ebenso aktiv mitwirken wie bei Informationen, in welcher öffentlichen Bibliothek des Kreises welche Werke der Louise zu finden sind oder auch in welchem privaten Bestand. Das Internet bietet natürlich neue Wege, sich mit Louise zu befassen, und ganz am Anfang stehen die Untersuchungen zum Beispiel, ob es noch lebende engere Anverwandte von ihr gibt. Sie war ohne eigene Nachkommen gestorben. Aus dem hugenottischen Geschlecht derer von François sind mehrere bedeutende Offiziere hervorgegangen, doch dessen größter Ruhm erstrahlt gewiss aus der Schriftstellerin Louise von François.


Reformationsjubiläum - Elbe-Elster ist dabei (Herzberger Rundschau, 26.03.2016)
Immer mehr Projekte werden konkret: Landkreis, Kommunen, Kirchen und Vereine vernetzen ihre Angebote
Elbe-Elster. Am 31. Oktober 2017 jährt sich zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen, die Martin Luther der Überlieferung nach an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg schlug und damit die Reformation einleitete. Dieses Jubiläum wird im kommenden Jahr auch im Landkreis Elbe-Elster das zentrale Thema sein, worauf sich Akteure verschiedener Bereiche mit vielfältigen Initiativen vorbereiten.
Mehr als 30 Vertreter wollen ihre Angebote zum Jubiläum vernetzen und stimmen Termine ab.

Foto: Pressestelle
Bereits im November 2015 gründete sich eine länderübergreifende Arbeitsgruppe, bestehend aus jeweils einem Kultur-, Tourismus- und kirchlichen Vertreter der Städte Wittenberg, Torgau und der Landkreise Nordsachsen und Elbe-Elster. Wittenberg wird zu einem Treffpunkt der Welt und auch das Elbe-Elster-Land, in unmittelbarer Nachbarschaft, will diese Chance wahrnehmen, Spiegelbild der großen Reformationsstätten zu werden.
30 Akteure erläutern ihre Vorhaben. Um dort, aber auch in den Medien und der touristischen Ebene eigene thematische Projekte einzubringen, ist eine umfassende Kenntnis von all den geplanten Aktivitäten notwendig. So lud die Kreisverwaltung, federführend Andreas Pöschl vom kreislichen Kulturamt, in dieser Woche in das Sänger- und Kaufmannsmuseum Finsterwalde ein, um mit allen Produzenten kultureller Projekte, die sich dem Thema Reformation in unserem Landkreis in diesem oder nächsten Jahr widmen, zu reden.
Mehr als 30 Vertreter kamen und stellten ihre Aktivitäten vor. Sie werden künftig versuchen, diese Energien zu bündeln und mit Zielsetzung 30. April in einer Liste zusammenzufassen. Denn der Reformationstag 2017 wird ein anderer sein. Während in früheren Jahrhunderten Reformationsjubiläen national und in konfessioneller Abgrenzung begangen wurden, soll das kommende Reformationsjubiläum von Offenheit, Freiheit und Ökumene geprägt sein.
"2017 feiern wir nicht einfach nur 500 Jahre Reformation, sondern erinnern auch daran, welche Rolle die Reformation bei der Entstehung der Moderne in unserer Region gespielt hat", so Andreas Pöschl. Einig war man sich vom Pfarrer, Heimatforscher bis Künstler und Musiker - jene Impulse der Reformation sollen auch in den Fokus des Landkreises Elbe-Elster gerückt werden. Denn das, was von Wittenberg im 16. Jahrhundert ausging, veränderte Deutschland, Europa und die Welt.
Luther und Melanchthon im Elbe-Elster-Land. Die Reformatoren Martin Luther und sein engster Mitstreiter Philipp Melanchthon waren in ihrem Leben viel unterwegs und haben an vielen Orten ihre Spuren hinterlassen: An einigen sehr deutliche, an anderen waren die Begegnungen wie in Herzberg, Bad Liebenwerda oder Sonnewalde nur kurz. Die Frage ist, was entstand durch die Reformation im Landkreis Neues, was wurde vernichtet, aufgelöst oder versteckt?
Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, gibt es im Landkreis bereits viele Aktivitäten, Denkansätze und Konzepte, wie diese erste Beratung zeigte. Abhängig natürlich von den Mitstreitern und finanziellen Ressourcen. Spannend wird es allemal, denn die Reformation hatte nicht nur Auswirkungen auf kirchlichem Gebiet, sondern auch in der Kunst, der Musik, der deutschen Sprache und der Bildung, insbesondere für Frauen.
Diese Veranstaltungen stehen für 2016 fest: So sieht die bisherige Projektübersicht zum Reformationsjubiläum Luther 2017 im Landkreis Elbe-Elster für 2016 vor, dass es am 22. und 23. April ein reformationsgeschichtliches Symposium zum Themenspektrum "Mühlberg 1547" im Ratskellersaal Mühlberg geben wird. Eine Sonderausstellung "Martin Luther - Lebens- und Reformationsgeschichte in Zinnfiguren-Dioramen" schließt sich vom 5. Mai bis 26. Juni im Museum Finsterwalde an. Ebenso wie eine Sonderausstellung "Frauen der Reformation in der Region" vom 22. Mai bis 3. Juli in der St. Nikolaikirche Bad Liebenwerda und zum Thema "Leben nach Luther. Eine Geschichte des evangelischen Pfarrhauses" vom 12. Juni bis 21. August im Museum "Mühlberg 1547" (Teil 1) und im Museum Schloss Doberlug (Teil 2).
Konkrete Überlegungen für 2017: Viele historische, künstlerische und musikalische Aspekte in den Kommunen wird auch das Jahr 2017 liefern. Historische Stadtrundgänge, eine Vielzahl von Fachvorträgen, Schulprojekte, Konzertreihen mit Musik von Luther und aus seiner Zeit, Bild- und Textmaterialien in den Heimatkalendern und -heften der Regionen.
Gearbeitet wird auch an Wegen, die Luther einst überquerte, die heute per Rad, Auto oder als Pilgerstrecke ausgewiesen werden. In Herzberg wird es am 14. und 15. Juli ein Reformationsspiel auf dem Marktplatz geben. Hierzu werden zusätzlich die Herzberger Münzfreunde mit einer eigenen Prägung aktiv.
Zu einem Orchesterprojekt des Märkischen Jugendsinfonieorchesters (Märkischer Kreis) mit Schülern der Kreismusikschule "Gebrüder Graun" zum Reformationsjubiläum lädt der Landkreis am 26. August 2017 in die Nikolaikirche Bad Liebenwerda und am 27. August in das Stadthaus Lutherstadt Wittenberg ein. Natürlich wird es auch einen reformationsgeschichtlichen Repertoireanteil innerhalb des 19. Internationalen Puppentheaterfestivals im September geben. Auch der Kreisheimatkundetag 2017 wird sich mit dem Thema Reformation beschäftigen. Dieser wird im nächsten Jahr in Schlieben stattfinden.
red/fc


Rückblick auf Sommerschlossabend (Herzberger Rundschau, 29.02.2016)
Herzberg. Der Vorstand des Heimatvereins Herzberg lädt seine Mitglieder und alle Interessierten am Dienstag in die Gaststätte "Wolfsschlucht" nach Herzberg ein. Thema des Abends ist ein Rückblick auf den Sommerschlossabend 2015 rund um das Schloss Grochwitz.
Der Einritt ist frei. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr.
red/ru


Launiger Abend zum lieben Geld im alten Rom (Herzberger Rundschau, 23.02.2016)
Große Resonanz auf Vortrag der Herzberger Münzfreunde / Historikerin verblüfft über das Interesse
Herzberg. Die Historikerin und Expertin für antike Numismatik Ursula Kampmann hat auf Einladung der Herzberger Münzfreunde im Schloss Grochwitz einen Vortrag zum Thema "Caesar und das liebe Geld im alten Rom" gehalten. 62 Zuhörer waren dabei.


Gespannt verf olgten die Zuhörer den Vortrag von Dr. Ursula Kampmann im Schloss Grochwitz. Foto: Gutsche

Die aus Lörrach (Baden-Württemberg) angereiste Referentin sei so von der Resonanz in der ihr noch unbekannten namenlosen "Provinz" verblüfft gewesen, so der Vorsitzende des Vereins der Münzfreunde, Horst Gutsche.
Kein Besucher, ob numismatischer Laie oder Fachmann, bereute sein Kommen, denn Ursula Kampmann habe 75 Minuten lang so anschaulich und überzeugend gesprochen, als sei sie damals dabei gewesen. Wenn auch als Weiterbildung in Sachen römisches Geldwesen gedacht, habe man nicht erwarten dürfen, am Ende über manche Facetten der antiken Numismatik Bescheid zu wissen, sagt der Herzberger. Doch der Vortrag sei mindestens Anregung gewesen, sich jetzt mit dem über Jahrhunderte ziemlich stabilen Währungssystem von Aurei, Denaren und Sesterzen zu befassen. Dazu bestehe in Zukunft auch mithilfe des von Kampmann methodisch bestens aufbereiteten großen Werkes "Die Münzen der römischen Kaiserzeit" eine gute Möglichkeit, so Horst Gutsche. Ein weiteres Buch der promovierten Historikerin über Menschengesichter im Münzbild und zwei CDs (mit einem Kriminalhörspiel und mit von ihr selbst gesungenen volkstümlichen Liedern zum Geld) seien dafür materieller Ausdruck und gleichzeitig Beweis für ihr vielfältiges numismatisches Schaffen.
Ursula Kampmann sei während der drei Tage in Herzberg auch neugierig auf die Umgebung gewesen und beeindruckt von der Herzberger Stadtkirche sowie vom Schloss Grochwitz. Auch Torgau als Stätte der Reformation hat der Referentin gefallen. "Das wird ihr in Erinnerung bleiben, und für die Vortragsbesucher aus vier Bundesländern bleibt ein nachhaltiger Eindruck von unserer Veranstaltung", so Horst Gutsche.
red/ru


Vortrag zum Geld im alten Rom (Herzberger Rundschau, 16.02.2016)
Münzfreunde Herzberg laden in Schloss Grochwitz ein
Herzberg. Die Herzberger Münzfreunde laden zu Freitag, den 19. Februar, zu einem besonderen Vortrag in das Schloss Grochwitz ein.
Dr. Ursula Kampmann aus Lörrach spricht zu dem Thema "Das liebe Geld im alten Rom - Beispiel Caesar. Caesars Aufstieg an die Spitze und sein Umgang mit Schulden und Kredit". "Kein Römer hat einst seinen Fuß ins Elbe-Elster-Land gesetzt - dennoch gab und gibt es in unserer Region römische Münzfunde. Das römische Münzwesen fasziniert nicht nur Sammler in seiner Vielfalt. In seiner Bildsprache galt es als Mittel der Nachrichtenübermittlung. Kenntnisse über die Münzen der Antike gehören zur numismatischen Allgemeinbildung", so der Vorsitzende des Vereins der Herzberger Münzfreunde, Horst Gutsche. Interessenten aus den verschiedensten Sparten, neben Numismatikern aus nah und fern auch Museologen, Heimatfreunde, Geschichtslehrer, Schüler, Banker oder Wirtschaftsfachleute sind eingeladen, diesem interessanten Vortrag zu lauschen.
Er beginnt um 19 Uhr, Einlass ist ab 18 Uhr. Außerdem ist als Begleitprogramm zum Vortrag ein Schatz römischer Münzen zu besichtigen, der seit Jahren im Depot des Kreismuseums Bad Liebenwerda liegt und der von Museumschef Ralf Uschner am Freitagabend extra ausgestellt wird. Es handelt sich um den "Fund Lausitz" von 1931.
Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei. Sie wird vom Kulturamt des Elbe-Elster-Kreises im Rahmen der Kampagne "kulturreise-ee" gefördert.
red/ru


Herzberger Heimatverein mit zahlreichen Veranstaltungen 2016 (Herzberger Rundschau, 10.02.2016)
Interessenten sind immer gern gesehen
Herzberg. 32 Mitglieder hat der Kultur- und Heimatverein Herzberg derzeit. Während ihrer Mitgliederversammlung Anfang Februar haben sie ihren Jahresplan beschlossen, der auch die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und Interessengemeinschaften beinhaltet.
So ist der Vortrag der Münchener Numismatikerin, Historikerin und Publizistin Ursula Kampmann am Freitag, 19. Februar, um 19 Uhr im Schloss Grochwitz eine Kooperation des Vereins Herzberger Münzfreunde mit dem Heimatverein. Ursula Kampmann spricht zu dem Thema "Das liebe Geld im alten Rom – Caesars Aufstieg an die Spitze und sein Umgang mit Schulden und Kredit". Die Veranstaltung ist öffentlich.
Auch ein Vortrag von Gero Lietz von der Europauniversität Viadrina Frankfurt/Oder am 13. März zu slawischen Ortsnamen steht im Arbeitsplan des Herzberger Heimatvereins. Der Vortrag kommt auf Initiative der Interessengemeinschaft Kranichgrund zustande. Die Herzberger schließen sich gern an.
Das Jahresprogramm füllen aber auch wieder die eigenen monatlichen Vereinsabende. Im Mai geht es dabei zum Beispiel um Louise von Francois, im September um "375 Jahre Gasthof in Frauenhorst" und im November um die Reformationsfeierlichkeiten in Herzberg. Die Fahrt des Heimatvereins im Juli geht in diesem Jahr nach Schildau ins Schildbürgermuseum und ins Gneisenaumuseum.
Zum Thema:
Zum 1. März lädt der Heimatverein um 19 Uhr zu einem filmischen Rückblick auf die Schlosssommernacht 2015 ein. Am 16. November wird der Heimatkalender 2017 präsentiert. Schwerpunkt ist das Thema Reformation. Ort und Zeit stehen noch nicht fest.
Birgit Rudow


Amtsblatt für die Stadt Herzberg (Elster) Nr. 1, 15.01.2016)
Der Vorstand des Heimatvereins Herzberg wünscht seinen Mitglieder ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2016 und lädt seine Mitglieder zur jährlichen Mitgliederversammlung am 02.02.2016, um 19 Uhr in die Wolfsschlucht Herzberg ein.
Themen: Kassenbericht, Jahresplan 2016, Ausstellung Turmzimmer, Vereinsinterna
Der Vorstand


Symposium blickt auf die Region um 1200 (Herzberger Rundschau, 20.01.2016)
Ausstellung zum Deutschen Orden im Kreismuseum Bad Liebenwerda vorbereitet
Bad Liebenwerda. Das 3. Symposium am Wochenende vor Lichtmess findet am Samstag, 30. Januar, im Kreismuseum Bad Liebenwerda statt. Es steht unter dem Thema "Die Grafen von Brehna und das Land zwischen Elbe und Elster - Zur Geschichte unserer Heimatregion um 1200".

"Herzberg. Ein Wintermärchen" nennt Ralf Uschner seinen Vortrag zum Symposium am 30. Januar. Foto: Hartmut Adler

Das Symposium beginnt um 9.45 Uhr mit einem Vortrag des Historikers Ralf Gebuhr aus Berlin. Er trägt den Titel "Burgen-Klöster-Städte - Siedlung und Politik des 12. und 13. Jahrhunderts im Land östlich der Elbe". Dem schließt sich der Vortrag "Im Zeichen des Kreuzes vor 800 Jahren - Kreuzritter der Region und Bauwerke ihrer Zeit" des Regionalhistorikers Robert Schmidt aus Oschatz an. Der Heimatforscher Reinhard Kißro aus Ortrand spricht ab 11.45 Uhr "Zur Baugeschichte der Marienburg in Westpreußen". Anschließend ab 13.30 Uhr unternimmt der Herzberger Heimatforscher Ulf Lehmann einen neuen Lösungsversuch auf die Frage "Magdeburg oder Wettin - wer legte den Grundstein zur Jessener Burg?". Zur Thematik "Herzberg. Ein Wintermärchen. Zur Stadtgründung vor acht Jahrhunderten" spricht zum Abschluss der wissenschaftliche Mitarbeiter des Kreismuseums Ralf Uschner.
Ab dem 30. Januar ist im Kreismuseum auch eine neue Wanderausstellung zu sehen. Sie trägt den Titel "Deutscher Orden 1190 bis heute" und stellt die über 800-jährige Geschichte des Deutschen Ordens dar.
Wer an dem Symposium teilnehmen möchte, wird gebeten, sich anzumelden: Telefon 035341 12455; Fax 035341 49992; E-Mail kreismuseumbadliebenwerda@lkee.de. Die Tagungsgebühr beträgt 5 Euro für Vorträge, Ausstellung und Museum sowie 4 Euro für die Mittagsversorgung.
red/ru


Vortrag zu slawischen Ortsnamen im März im Kranichgrund (Herzberger Rundschau, 06.01.2016)
Ahlsdorf. Auch für dieses Jahr hat sich die Interessengemeinschaft "Kranichgrund" vorgenommen, das kulturelle Leben in Ahlsdorf und Umgebung zu bereichern. Vorgesehen sind wieder zwei bis drei Konzerte in Zusammenarbeit mit der Kreismusikschule und mit Leipziger Musikstudenten sowie ein Vortrag, so Hans-Jürgen Unger von der Interessengemeinschaft.
So wird am 13. März Dr. Gero Lietz von der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder einen Vortrag zum Thema "Das Schicksal slawischer Ortsnamen in der Region" halten. "Das ist ein sehr interessantes Thema. Hier gab es eine alte slawische Besiedlung. Ahlsdorf zum Beispiel hieß Wendisch Ahlsdorf", so Hans-Jürgen Unger.
Er hofft, dass viele Besucher die Veranstaltungen besuchen, und dass die Interessengemeinschaft ihre Vorhaben finanziell auch absichern kann.
Birgit Rudow


Die Jubiläen 2016 im Elbe-Elster-Kreis (Herzberger Rundschau, 02.01.2016)
Herzberg feiert "200 Jahre Kreisstadt" / Sonnewaldes Heimatfest wird 60 / 40 Jahre Strandfest am Kiebitz
Das neue Jahr ist mit Böllern, Raketen und Fontänen zünftig eingeläutet worden. Zurecht. Denn 2016 gibt es einige weitere gewichtige Gründe, um zu feiern. Die RUNDSCHAU hat einige zusammengestellt.

Die Stadt Herzberg begeht in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum. Am 1. Oktober 1816 wurde sie zur Kreisstadt des Kreises Schweinitz. Der Herzberger Heimatforscher Ulf Lehmann hat sich intensiv mit der Geschichte von Herzberg als Kreisstadt beschäftigt. Sachsen hatte 1815 infolge des Wiener Kongresses die Hälfte seines Territoriums an Preußen verloren. Aus der hiesigen Region waren das zum Beispiel Herzberg, Liebenwerda, Torgau oder Wittenberg. 1816 wurde als Verwaltungseinheit die preußische Provinz Sachsen eingerichtet. Am 1. Oktober 1816 hat der erste Landrat Heinrich von Zeschau seinen Dienst in Herzberg angetreten. Herzberg wurde zum Hauptsitz des Kreises Schweinitz, der sich schmetterlingsförmig von Listerfehrda (heute Kreis Wittenberg) bis Langengrassau zog und die Städte Jessen, Schweinitz, Seyda, Schlieben, Schönewalde und Herzberg umfasste. Ist es bis 1952 geblieben. 1950 bekam der Kreis lediglich die offizielle Bezeichnung Kreis Herzberg. Mit der DDR-Verwaltungsreform 1952 hat der Kreis Herzberg Jessen und Schweinitz abgegeben und dafür, Falkenberg und Uebigau vom alten Kreis Liebenwerda sowie Züllsdorf vom Kreis Torgau hinzubekommen. 1993 wurde der Elbe-Elster gebildet. Herzberg blieb Kreisstadt.
Es ist kein Geheimnis, dass der Herzberger Kreisstadtstatus mit der von der Landesregierung geplanten Kreisgebietsreform nach 200 Jahren auf sehr wackligen Füßen steht. Dennoch wollen die Herzberger ihr Kreisstadtjubiläum am ersten Oktoberwochenende zünftig begehen.
Falkenberg feiert in diesem Jahr sein 40. Strandfest am Kiebitzsee. Falkenbergs damaliger Bürgermeister Gerhard Mollenhauer, der im vergangenen November verstorben ist, hat 1976 am ersten Augustwochenende ein Strandfest am See ins Leben gerufen, das eher ein kleiner Markt war. "Falkenberg hatte zu dieser Zeit noch ein Stadt- und Heimatfest. Als es das nach der Wende nicht mehr gab, entwickelte sich das Strandfest immer mehr zum Stadtfest", berichtet Falkenbergs Bürgermeister Herold Quick. Das Programm für das 40. Fest steht bereits. Es muss nur noch an Kleinigkeiten gefeilt werden. Gefeiert wird vom 5. bis zum 7. August. Höhepunkt werden die Auftritte der Gebrüder Weisheit sein. Die Hochseilartisten spannen ihre Seile über den Kiebitz und zeigen mehrere Shows. Es sind aber auch viele andere prominente Gäste dabei, verrät Herold Quick schon mal.
Der Tanzsportclub Sängerstadt Finsterwalde e.V. feiert sein 30-jähriges Bestehen. Mit 320 Mitgliedern ist der Tanzsportclub einer der größten seiner Art im Land Brandenburg. Die Jüngsten im Verein sind vier Jahre alt. Aber auch im höheren Seniorenalter hält das Tanzen fit. Hervorgegangen aus einem Tanzzirkel, der sich bald "Klub für geselliges Tanzen" nannte, gilt der 25. September 1986 als Gründungsdatum des Vereins. Für Turniertanz und Breitensport wird an fünf Tagen der Woche im eigenen Trainingszentrum in der Oscar-Kjellberg-Straße trainiert. Der Verein lädt zu öffentliche Tanzveranstaltungen ein und bereichert mit seinen Auftritten kulturelle Höhepunkte in der Stadt und der Region. Zum 30. Jubiläum plant der TSC einen Tag der offenen Tür.
Seit 60 Jahren wird in Sonnewalde Park- und Heimatfest gefeiert. Kurz nach dem Krieg sehnten sich die Menschen nach Unterhaltung und Ablenkung. In den umliegenden Gemeinden von Sonnewalde gab es Dorffeste. Ähnliches wollte man für die Stadt auch auf die Beine stellen. Zu Pfingsten des Jahres 1956 wurden erstmals einige Schausteller für das erste Sonnewalder Heimatfest verpflichtet. Schon beim 2. Heimatfest soll das Bier ausgegangen sein. Nachschub wurde per Handwagen von der örtlichen Brauerei Niclas besorgt. In seinen besten Jahren hatte sich das Park- und Heimatfest als großer Magnet für die Region entwickelt. Box-Vergleichs-Kämpfe, Theatervorstellungen, Modenschauen und Live-Konzerte gehörten zum Programm. Schausteller hatten Sonnewalde fest im Terminkalender.
2016 wird nun das 60. Kultur- und Heimatfest gefeiert. Nachdem zuletzt immer wieder die Betreiber gewechselt haben, engagiert sich inzwischen, durch Vermittlung von Ortsbürgermeister Axel Große, das Dienstleistungsunternehmen Oppitz samt Finsterwalder Brauhaus. So gibt es für die Pfingsttage 2016 auch wieder ein spezielles Sonnenbräu.
Elsterwerda kann in diesem Jahr auf 805 Jahre urkundliche Ersterwähnung des Ortes am Zusammenfluss von Schwarzer Elster und Pulsnitz zurückblicken. Das genaue Datum: 14. März 1211. Vom 24. Juni bis 1. Juli 1961, also vor 55 Jahren, haben die Elsterwerdaer ihren 750. Stadtgeburtstag mit einem etwa zwei Kilometer langen Festumzug am 25. Juni gefeiert. Also liegt die 800-Jahr-Feier nun auch schon ein halbes Jahrzehnt zurück. Diese fand vom 26. bis 28. August 2011 statt.
785 Jahre Jahre wird Bad Liebenwerda in diesem Jahr alt. Ein Höhepunkt des Jubiläumswochenendes vom 26. bis 28. Mai vor zehn Jahren bildete das gemeinsame Paddeln mehrerer Bürgermeister der Region. Am 5. Dezember 2016 jährt sich die Einweihung der neuen Wäldchenbrücke zum 15. Mal. Und ein halbes Jahrzehnt ist seit der Sanierung des Lubwartturms ins Land gegangen.
Seit anderthalb Jahrzehnten existiert am 31. Dezember 2016 die Doppelstadt Uebigau-Wahrenbrück. Damals war der Zusammenschluss der selbstständigen Kommunen erfolgt. Darüber hinaus kamen noch die Orte Bahnsdorf, Drasdo und Wiederau zur neuen Kommune.
Vor nunmehr 80 Jahren, am 9. Dezember 1936, wurde der Fliegerhorst Alt-Lönnewitz, der heutige Flugplatz Falkenberg-Lönnewitz, eingeweiht.
Im Amt Kleine Elster soll am 11. und 12. Juni 2016 ein großes Dorffest anlässlich der 640. Wiederkehr der Ersterwähnung des Ortes Massen gefeiert werden. Allerdings hatte ein Beamter Karl IV. bereits am 5. Dezember 1375 ein Siegel unter eine Urkunde gesetzt, auf der "Massin" stand.
B. Rudow, H. Lehmann, T. Richter-Zippack und G. Böttcher